5,1-12: „​​1 Da er aber das Volk sah, ging er auf einen Berg und setzte sich; und seine Jünger traten zu ihm, 2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: 3 Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr. 4 Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden. 5 Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. 6 Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden. 7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. 8 Selig sind, die reines Herzens sind; denn sie werden Gott schauen. 9 Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen. 10 Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr. 11 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, so sie daran lügen. 12 Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.

Die sogenannten Seligpreisungen bilden den Auftakt der Bergpredigt, die die erste von fünf Reden des Herrn Jesus ist, die Matthäus (sicher nur in Auszügen) niedergeschrieben hat. Die Bergpredigt ist einerseits sehr bekannt, andererseits ist es durchaus umstritten, wie sie auszulegen ist. Die Seligpreisungen sind in ihrer Auslegung dabei nicht allzu umstritten, aber viele Christen tun sich etwas schwer damit, wie sie die Seligpreisungen zu verstehen haben. Sie beschreiben die Herzenshaltung und Lebenseinstellung, durch die unser Christ-sein sichtbar wird. Dabei erkennen wir schnell, dass wir das nicht vollkommen so leben. Der Einzige, den diese Seligpreisungen perfekt beschreiben, ist der Herr Jesus selbst. Tatsächlich klingt dann seine eigene Selbstbeschreibung seines Wesens in Matthäus 11,29 (denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig) sehr ähnlich wie das, was wir hier in Vers 3 steht.

Weil Jesus komplett diese Herzenshaltung hatte, ist er auch der seligste Mensch überhaupt. Und wir sollten danach streben, ihm immer ähnlicher zu werden und so eben auch die Glückseligkeit zu erfahren, von der wir hier lesen.

  • Es lohnt sich die verschiedenen Aspekte durchzugehen und sich selbst dabei zu hinterfragen, in welchen Bereichen wir weiter wachsen wollen / sollten.

Dabei müssen wir natürlich nicht nach Leid/Trauer oder Verfolgung streben. Aber wenn wir – um Christi Willen – Trauer und Verfolgung ertragen müssen, dann dürfen uns die Zusagen aus Vers 4 und Vers 10-11 ein großer Trost und eine Ermutigung sein.

Wichtig ist dabei zu bedenken, dass Verfolgung und das Ertragen übler Nachrede nur dann zu Segen führen, wenn sie um das Reich Gottes geschehen bzw wenn die Menschen, die uns Schlechtes nachsagen, damit lügen. Wenn das nicht der Fall ist, dann sollten wir unser Verhalten ändern, anstatt uns womöglich noch einzureden, dass Gott auf unserer Seite ist.

Aber wer um das Reich Gottes willen leidet, folgt damit den Propheten (und den Aposteln und vielen späteren Christen) … und vor allem des Herrn Jesus Christus selbst, der ja nicht lange nach dieser Predigt selbst Verfolgung, üble Nachrede, Verrat und Tötung ertragen musste.

  • Ihm sollten wir nachfolgen, koste es was es wolle. Denn wer das tut, wird den Segen ererben, den Christus selbst nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt empfangen hat.