In Kapitel 7 hören wir drei Vision, die Amos hatte. In Antwort auf die ersten beiden Visionen tritt Amos vor Gott für Israel ein. Und tatsächlich, der Herr erbarmt sich und richtet Israel nicht.
Bei der dritten Vision ist Amos offenbar klar, dass es nun keine Gnade mehr geben wird. Die fortgesetzte Untreue führt dazu, dass es irgendwann zu spät ist. Das Nordreich wird letztendlich ins exil geführt werden.
Das wird dann im Fortgang deutlich. Der offizielle Priester ist kein Mittler zwischen Gott und dem Volk. Er will nicht die Wahrheit hören, die Amos verkündet, sondern hat es lieber, dass man den König nicht mit solchen Warnungen belästigt.
Doch das kann und wird nicht nicht gut gehen.
- Ich befürchte, dass dieses Verlangen auch heute oft recht ausgeprägt ist. Ich erlebe immer mal wieder, wie Menschen nicht bereit sind, sich von Gottes Wort her korrigieren zu lassen. Sie hören nur dann zu, wenn ihnen die Botschaft gefällt, anstatt ehrlich zu prüfen, ob das, was gesagt wird, nicht wahrhaft von Gott ist.
- Möge der Herr uns die Demut schenken, wann immer nötig auf seine Wegweisung und Warnung zu hören, bevor es zu spät ist.
- Und möge er uns den Mut schenken, so wie hier Amos, andere in seinem Namen zu warnen.