In Kapitel 3 hat das nette Vorspiel ein Ende. Hamans Gebot, dass man sich vor ihm beugen (und ihn anbeten) müsse, wird von Mordeachi missachtet. Auch wenn Gott im ganzen Buch Esther nie direkt erwähnt wird, ist diese Weigerung des Mordeachi sicherlich darauf zurückzuführen, dass er als treuer Jude seine Knie eben nur vor Gott beugt.
Haman ist skrupellos und seine Rache geht über die persönliche Bestrafung Mordeachis hinaus. Er will das ganze Volk der Juden ausrotten.
Der Tag dafür wird per Los bestimmt … und so fügt es Gott, dass die Juden noch fast ein Jahr Zeit haben.
In Kapitel 4 lesen wir dann davon, wie die Juden klagen und weinen und dann später auch fasten. Wiederum wird Gott nicht erwähnt – doch sicher ist das Teil ihres Flehens um Gottes Eingreifen.
Esther erfährt von all dem und letztendlich bittet Mordeachi sie darum, vor den König zu treten und Gnade zu erwirken.
Esther ist zuerst auf ihr eigenes Wohlergehen bedacht und weiß darum, dass sie das nicht einfach darf und ihr der Tot droht, wenn sie unaufgefordert vor den König tritt und der König ihr dann nicht Gnade erweist.
Doch dann kommen die Kernverse des Buchs:
Mordeachi erklärt: 4,14b „Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?“
Und Esther antwortet: 4,16 „So geh hin und versammle alle Juden, die in Susa sind, und fastet für mich, daß ihr nicht eßt und trinkt drei Tage lang, weder Tag noch Nacht. Auch ich und meine Dienerinnen wollen so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen entgegen dem Gesetz. Komme ich um, so komme ich um.“
- Und so wird Esther zu einem Schatten des Christus. Sie ist diejenige, die für Gottes Volk eintritt und dabei bereit ist, Ihr Leben zu lassen, um das Volk zu retten.