Die ersten 9 Verse zeigen uns eine sehr umfangreiche Verheißung Gottes. Er erwählt Abram, um ihn zu segnen und durch ihn alle Völker. Konkret gibt Gott hier die Verheißungen, dass Abram viele Nachkommen haben wird (ein Volk Gottes), dass ER ihn segnen wird und ihn beschützen wird (3 Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen), dass er durch Abraham und seinen Nachkommen alle Geschlechter auf Erden segnen will, und dass er ihm ein Land geben wird.

  • Die Verheißung ist letztendlich die, dass alles wieder so werden wird, wie im Paradies. Gottes Volk wird an Gottes Ort und Gottes Herrschaft und Segen leben.

Im Galater 3 erfahren wir, dass der Segen dabei durch den EINEN Nachkommen Abrahams kommen wird (Jesus) … das wird auch in Mt 1,2 angedeutet.

Im Fortgang des AT werden wir sehen, wie diese Verheißung schrittweise und partiell erfüllt. Erst entsteht aus Abram kommend Gottes Volk, dann wird Gott es retten und segnen und die Feinde besiegen (Ägypten), dann gibt Gott dem Volk Anordnungen, um seinen Segen zu erleben (die Gebote) und dann führt Gott sein Volk in das gelobte Land.

  • Doch das ist eben nur eine partielle Erfüllung von dem, was wir eines Tages erleben werden.

Ab Vers 10 sehen wir dann etwas, dass eine gewisse Parallele zu dem ist, was später mit ganz Israel geschehen wird. Die Flucht nach Ägypten aufgrund einer Hungersnot. Hier sehen wir nun, dass Abrams Gottvertrauen klare Grenzen hat und er sich einen Plan ausdenkt, um letztendlich sich selbst zu schützen. Er denkt selbstsüchtig und lügt über seine Frau – quasi das komplette Gegenteil davon, wie Ehemänner für ihre Frauen sorgen sollen (siehe Eph 5,23ff. Trotz der Lüge Abrams bleibt Gott treu und bringt seine Erwählten zurück in Richtung des gelobten Landes.

  • Bemerkenswert ist dabei auch noch, dass Abram eben nicht einfach viel besser ist, als alle Anderen und Gott ihn deshalb auserwählt. Er ist genauso auf Gottes Gnade angewiesen, wie wir alle!

In Kapitel 13 sehen wir dann, dass der wohl gerade auch in Ägypten erworbene Reichtum dazu führt, dass Abram und Lot getrennte Wege gehen. Abram fordert Lot dazu auf, sich das Land auszusuchen. Das mag überraschen, da Gott ihm ja konkret ein bestimmtes Land zugesagt hatte. Aber Gott agiert in dem allem und lenkt die Schritte und führt Abram zu dem Land, das er ihm geben will und wiederholt seine Segenszusagen (13,14ff). Lot hat hingegen zwar gut auf das Land geachtet und fruchtbares Land gewählt, aber dabei eben übersehen, dass die Menschen dort böse sind.

  • Letztendlich wird hier aber die Wahl des Lot nicht als durch Gier motiviert verurteilt.
  • Von daher ist die Lehre dieses Kapitels wohl vor allem, dass der Herr seinen Plan auch durch die Entscheidungen von Menschen ausführt.