Josefs bittet den Pharao entsprechend seines Plans vom Ende des 46. Kapitels, seiner Familie das fruchtbare Goschen als vorübergehende Heimat zu geben. Der Plan geht auf und Seine Familie das beste Stück Land in Ägypten. Der Pharao klingt dabei (wie überhaupt fast immer im 1. Mose) so, als ob er ein gottesfürchtigster und gnädiger Mann sei. Seine Nachfolger waren da anders drauf.

  • Anhand des Pharaos wird deutlich, dass nur weil jemand nett ist und Gott ihn im Leben anderer nutzt, dieser noch lange nicht zu Gottes Volk gehört. Das entscheidet sich eben nicht an Nettigkeiten und guten Werken, sondern ist eine Frage des Glaubens und eines bekehrten Herzens

Ab Vers 13 sehen wir dann, dass Josef nicht nur gut für seine Familie sorgt, sondern auch ein treuer Verwalter des Besitzes des Pharaos ist. Der Privatbesitz in Ägypten wird verstaatlicht und in Ägypten wird nicht der 10te für Gott, sondern der 5te für den Pharao eingeführt. Vers 25 kommt dann eher überraschend, wenn die Ägypter nach all dem zum Pharao sagen: „Du hast uns das Leben erhalten! Wenn wir Gnade finden vor den Augen unseres Herrn, so wollen wir Knechte des Pharao sein!“

  • Diese Worte können wir nahezu identisch zu unserem Retter und Herrn sagen!

Am Ende des Kapitels lesen wir vom nahen Tod Jakobs. Auch er lebt noch länger als 120 Jahre, wobei er selber seine Lebensjahre ja als „kurz“ bezeichnet. Bald schon wird dann das Leben nach max. 120 Jahren enden und in den Psalmen lesen wir ja von 70 bzw. 80 Jahren als ein gesegnetes Alter.

Zu Beginn von Kapitel 48 ist Jakob voller Freude und Dankbarkeit, seinen Sohn wiederzuhaben und auch noch dessen Söhne kennenlernen zu dürfen. Josef hat weiterhin einen besonderen Platz im Herzen seines Vaters. Das zeigt sich auch darin, dass Josef durch seine zwei Söhne quasi das doppelte Erbe bekommen sollte.

Nur nebenbei bemerkt sein, dass wir hier schon sehen, wie kompliziert das mit den 12 Stämmen ist. Aus Josef werden 2 Stämme und dann gibt es noch 11 weitere. Im Fortgang der Bibel werden wir sehen, dass die Benennung der 12 Stämme immer mal wieder variiert. Es sind ja nun 13 (bzw inkl Josef 14) und in den verschiedenen Listen fehlen immer mal wieder andere (z.B. in Offb. 7 ja der ansonsten recht bedeutende Stamm Ephraim, nachdem ja das Nordreich gelegentlich benannt wird).  Es geht wohl gar nicht so sehr, um die genaue Zuordnung, sondern um die Zahl 12. Das sehen wir dann bei den Aposteln ja auch wieder (Matthias wird als Ersatz nachgewählt und Paulus kommt auch noch irgendwie dazu und doch lesen wir dann immer von 12 Aposteln.

Interessant ist auch, wie Jakob sich als jüngerer Sohn nicht nur den Erstgeborenen-Segen ergaunert hat, sondern dies auch bei seinen Enkeln so hält. Trotz des Einspruchs Josefs, segnet Jakob dessen Jüngeren Sohn Ephraim mit dem Erstgeborenen-Segen.

In Kapitel 49 lesen wir Jakobs letzte Worte an Seine Söhne. Diese offenbaren sowohl, dass Jakob die Dinge der Vergangenheit nicht vergessen hat – auch wenn er sie nicht immer gleich angesprochen hat (siehe Rubens Sünde mit Bilah) und dass er den Charakter seiner Söhne sehr gut kennt. Sicher spricht er hier aber vor allem prophetisch. Dabei beruhen in Gottes perfektem Plan die prophetischen Aussagen zu den Stämmen ja immer auf einer Charakterbeschreibung der Söhne.

  • Die Aussage zu Levi ist interessant. Dieser Stamm wurde ja tatsächlich versprengt, aber nach Strafe sieht die Wahl zum Priestergeschlecht ja zumindest auf den ersten Blick nicht aus.
  • Ab Vers 8 wird Judas neue Rolle offiziell und gleichzeitig haben wir die wunderbare Verheißung des ewigen Herrschers aus Juda, König Jesus, der sein Kleid im Wein und Traubenblut waschen wird – dass muss doch für Juden sehr seltsam klingen, wenn man nicht weiß, dass Jesus die große Reinigung eben durch sein Blut erzielt hat!
  • Wenngleich Juda der Vorläufer des Herrn Jesus ist, ist Josef eindeutig der geliebte Sohn, der in vielem ein Schatten Jesu ist (siehe ab Vers 22)
  • Interessant ist in Vers 28, dass hier die 12 Söhne explizit als die 12 Stämme benannt werden, obwohl vorher gerade Ephraim und Manasse ja auch zu Stämmen erklärt worden.
  • Zu guter Letzt stellt Jakob noch sicher, dass er zu seinen Vätern ins verheißene Land zurückkehren darf.

Dann lesen wir vom Tod Jakobs. Zu Beginn von Kapitel 50 kommt es dann zu einem Staatsbegräbnis zurück im Gelobten Land.. Dabei ist der Umgang zwischen Josef und den Leuten des Pharaos bemerkenswert. Er bittet immer wieder höflich und untertänig und die Ägypter kommen mit und betrauern Josefs Vater so, als ob sie zu seiner Familie gehören würden.

  • Demut, Höflichkeit und Freundlichkeit im Umgang mit anderen lohnt sich.
  • Außerdem erweist sich Josef hier natürlich auch wieder als treuer Sohn, der dem Vater den letzten Wunsch erfüllt

Jakob ist in gewisser Weise erst der erste, der aus Ägypten ins gelobte Land zurückkehrt. Das war sein Wunsch und dem wurde entsprochen. Für den Rest seiner Nachkommenschaft würde es noch eine lange Zeit dauern, bis sie wieder ins gelobte Land kommen würden.

Spannend ist auch, wie die Josefs Brüder wohl von ihrem Vater gesagt bekamen, wie sie dem von ihnen so schlecht behandelten Bruder entgegentreten sollten (oder erfinden sie diese Aussage aus Angst vor Josef?). Bei Jakob war das ja im Bezug auf seinen Bruder Esau ganz ähnlich gewesen. Und auch in diesem Fall sehen wir, wie der von seinen Brüdern schlecht behandelte Bruder, den Bösen Gnade erweist.

  • So wie Esau und so wie Josef hat dann ja auch später ein Mann, der von seinen „Brüdern“ schlecht behandelt (getötet) wurde, diesen Gnade erwiesen. Unser großer Bruder Jesus wusste dabei, dass er der war, auf den Josef mit seinem Leben hinwies. Denn die Worte des Josef aus Vers 20: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.“ passen ja genauso gut in Jesu Mund.
  • Und in der Apostelgeschichte lesen wir dann auch einige Predigten des Petrus, bei denen er das ziemlich genau so erklärt. (Apg 2,23ff; 3,14ff; 4,10ff, etc)

Vers 20 ist wirklich so etwas wie die Zusammenfassung zumindest der 2. Hälfte des 1. Buchs Mose, denn hier geht es ja primär um Gottes souveränes Wirken in allen Dingen.

Das Buch endet mit Worten Josefs, in denen die Zuversicht zum Ausdruck kommt, dass Gott sein erwähltes Volk auch weiterhin führen und segnen wird. Und so erwartet man hoffnungsfroh die Rückkehr ins gelobte Land, auch wenn das Buch mit einem Mann in einem Sarg auf fremdem Territorium endet.