Das Kapitel beginnt mit dem scheinbar belanglosen Bericht vom Krieg zwischen einigen Städten (die mini-Königtümer waren). Doch dann wird deutlich, dass Lot dabei verschleppt wurde. Abram erfährt von Lots Schicksal und wird zu seinem Retter. Abram zeigt durch seine Handlung deutlich, dass die Trennung in 13,8f auf brüderlicher Basis geschah. So wird Abram selbst zu einem Christus-Schatten – hier ist er der Mann Gottes, der die Seinen aus der Gefangenschaft befreit!

Dann taucht Melchizedek auf. Er ist dann ja später ein Vorbild des Christus (Hebräerbrief Kap 5-7). Dort wird ganz klar, wen dieser ansonsten anonyme Priester verkörpert bzw. wessen Schatten er ist, nämlich des Herrn Jesus Christus. Beide agieren als Priester einer anderen und höheren Ordnung als die der Leviten. Das lässt sich hier im 1. Mose so aber noch nicht so deutlich erkennen. Das ist ja überhaupt oft so, dass wir bestimmte Bedeutungen von AT Texten erst vor dem Hintergrund des NT wirklich in ihrer ganzen Bedeutungstiefe verstehen können.

Am Ende von Kapitel 14 (21ff) sehen wir dann, dass Abram auf Gott und nicht auf weltliche Dinge vertraut. Er handelt sehr weise und begibt sich in keine auch nur indirekte Abhängigkeit.

  • Sicher können wir so manches von Abram lernen … und doch sollten wir hier immer zuerst darauf achten, wie treu Gott zu seinen Verheißungen steht und wie ER Abram gebraucht und führt, um uns über Christus zu lehren.
  • Das Vorbild Abram ist eben auch nur ein bedingt hilfreiches Vorbild. Neben vielen guten und weisen Handlungen, sehen wir bei ihm auch immer wieder Lügen, Unglauben und Dummheiten. Genau das sehen wir dann auch in den nächsten beiden Kapiteln.

In Kapitel 15 sehen wir, wie Gott sich Abram naht und zu ihm spricht. Doch Abram ist noch kein Glaubensheld. Er zweifelt an Gottes Zusagen aus Kap. 12 und klingt fast etwas vorwurfsvoll. Doch Gott ist voller Gnade und wiederholt seine Zusage.

  • Und so wie es ja auch oftmals bei uns ist, braucht Abram einfach noch mal diese Zusage, um dann auch wirklich zu glauben. Deswegen ist es auch für uns gut, durch das Lesen der Bibel und das Hören auf Predigten immer wieder Gottes Wort zu hören. Denn das Hören auf Gott bewirkt Glauben.
  • Dieser Glaube ist also nicht unser Werk, sondern etwas, das Gott in uns (wie zuvor eben auch in Abram) durch seine wiederholten Zusagen wirkt.

Und dann lesen wir, dass Gott dem Abram nun seinen – durch ihn selbst gewirkten – Glauben zur Gerechtigkeit rechnet! Dieser Vers 6 wird dann ja im Gal 3 und Römer 4 von Paulus aufgegriffen, um uns zu verdeutlichen, dass auch im AT keine Werkegerechtigkeit gelehrt wird, sondern Gnade & die durch den Glauben zugerechnete Gerechtigkeit.

  • Das NT hilft uns dann zu verstehen, wo diese Gerechtigkeit herkommt, die hier dem Abram zugerechnet wird. Es ist die Gerechtigkeit des Herrn Jesus. Diese wird jedem zugerechnet, der an ihn glaubt. Bei Abram war dieser Glaube sicher noch sehr unscharf und doch hat er eben an den Retter geglaubt, der dann tausende von Jahren später kam.

Nach der erneuten Zusage on Nachkommen, folgt nun auch die Erneuerung der Zusage, dass Gott seinem Volk eine Heimat geben will. Im Folgenden lesen wir dann vom Bundesschluss und davon, wie Gott dem Abram sagt, was in Zukunft geschehen wird.  In den Versen 12-16 zeigt sich der souveräne Gott, der die Zukunft nicht nur kennt, sondern sie in allen Dingen bestimmt.  So sehen wir dann auch, dass der Bundesschluss in Vers 17 ohne jede Bedingung geschieht!

In Kapitel 16 lesen wir dann, dass das große Verlangen nach Nachkommen Abram und Sarai wiederum an Gottes Zusage zweifeln lässt. Und so kommt es zur Verzweiflungstat der Sarai. Abram wandelt auf den Spuren Adams – statt seine Frau zu leiten, folgt er ihr willig und sündigt und überlässt ihr dann auch die Entscheidung darüber, wie mit Hagar umzugehen ist.

  • Liebe Ehemänner: ein Mangel an Leitung ist nicht Demut, Rücksicht oder Liebe – sondern Sünde.

Doch wir sehen auch, dass Gottes Gnade gegenüber seinen Erwählten immer größer ist, als ihre Sünden

Gott richtet Abram und Sarai nicht. Zugleich sorgt er aber auch für Hagar und ihren Sohn. Der Engel des Herrn ist hier ganz offensichtlich Gott selbst (d.h. die 2. Person des dreieinigen Gottes), denn Hagar nennt den Engel des Herrn, den „Gott, der sie sieht“. Kein Engel würde sich so nennen lassen, es sei denn, er wäre ein gefallener Engel oder aber eben wirklich Gott.