In den Kapiteln 34 & 35 sehen wir, wie sich die ältesten drei Söhne Jakobs dafür disqualifizieren, Erben der Verheißung zu sein.

In Kapitel 34 lesen wir von der abscheulichen Vergewaltigung von Dina. Es ist gut nachvollziehbar, dass ihre Brüder darüber sehr zornig werden. Dann sehen wir, dass Jakobs Söhne Simeon und Levi viel von ihrem Vater gelernt haben. Sie agieren sehr hinterlistig – sind dabei aber viel brutaler als Ihr Vater. Letztendlich zeigt sich, wie gefährlich es ist, sich von Schmetterlingen im Bauch leiten zu lassen und vor allem, seine Triebe nicht zu kontrollieren.

  • Wir sehen hier, dass um es immer falsch ist, Kompromisse einzugehen, auch nicht um des Friedens willen. Die Kinder Gottes sollen nach Reinheit streben und sich nicht mit den Gottlosen vermischen!
  • Trotzdem ist natürlich diese Gewalttat nicht der richtige Weg!
  • Das sieht auch Jakob so und deswegen werden Simeon & Levi dann in Kapitel 49 auch ausdrücklich bei der Weitergabe des besonderen Segens übergangen.

Kapitel 35 beginnt mit einer neuerlichen Segenszusage Gottes an Jakob. Nach dem Drama vom Ende von Kap. 34 ist der Auftrag, weiterzuziehen sicher auch zum Schutz von Gottes Volk. Warum Jakob dann scheinbar weiß, dass seine Familie fremde Götter hat, bleibt unklar – vielleicht hat er ja den von Rahel mitgenommen Hausgott Labans entdeckt? Auf jeden Fall befiehlt er die Reinigung. Und das ist auch gut so, denn Unreinheit und Götzendienst sind vor Gott nicht akzeptabel.

Ab Vers 9 haben wir schon wieder eine Segenszusage Gottes an Jakob. Das klingt alles sehr vertraut. Gott wiederholt Seine Versprechen für vergessliche und glaubensschwache Menschen. Scheinbar hatte Jakob seinen neuen Namen (den er ja bereits in Kap. 32 erhalten hatte) bisher noch nicht wirklich angenommen. Zumindest wurde er ja bisher immer noch als Jakob benannt. Es ist auch interessant, wie im Folgenden, die beiden Namen immer wieder abwechselnd vorkommen.

Warum Jakob dann von Bethel weiterzieht, ist mir nicht ganz klar. Auf jeden Fall kommen sie letztendlich nach Bethlehem – und diese Stadt wird ja noch wichtig als Geburtsstadt von König David und König Jesus. Auf dem Weg wird nun erst mal Benjamin geboren und die geliebte Rahel stirbt dabei.

Die Sünde des Ruben (V.22) bleibt hier vorerst eine kleine Randnotiz und man könnte sich fragen, ob Jakob das einfach so hinnimmt … bis wir dann in Kap. 49 zu Seinen letzten Worten kommen. Da wird dann deutlich, dass sich hier nun auch Ruben als Erbe der Verheißung disqualifiziert.

Der Geschlechtsregister Esaus in Kapitel 36 bereitet uns darauf vor, dass die friedliche Trennung der Brüder Jakob und Esau nicht friedlich blieb, sondern die Nachfolger Esaus (die Edomiter) später zu erbitterten Feinden Israels wurden. Das wird in Vers 1 und Vers 8 betont und dann ist ab Vers 31 nur noch von den Edomitern die Rede.

  • Rein menschlich ist Esau ja nicht schlechter als Jakob (eher im Gegenteil) … aber er ist eben nicht der von Gott erwählte Sohn der Verheißung (wie Paulus in Römer 9,10ff deutlich wird.)

In Kapitel 37 geht es nun weiter mit Jakobs Familie und damit beginnt die sogenannte Josefs-Geschichte. Josef ist in vielen Dingen ein Schatten des Herrn Jesus Christus. Ein „Hirte“, verachtet von seinen „Brüdern“, die ihm Leid antaten und umbringen wollten. Nach langer Leidenszeit aber dann der „von den Toten“ zurückgekehrte, der seine Brüder gnädig empfängt und Ihnen alles gibt, was sie zum Leben brauchen. Und das sind nur ein paar Dinge …

Dabei ist die Bezeichnung von Josef in Vers 3 durch Jakob etwas seltsam – eigentlich ist ja Benjamin „der Sohn seines Alters“. Ab Vers 4 sehen wir dann, dass Eifersucht eine große Gefahr für alle Beteiligten ist!

  • Lasst uns immer wieder daran arbeiten, jeglichen Gedanken des Neids und der Eifersucht an Gott abzugeben und ihm keinen Raum in uns zu geben.

Josef provoziert den Hass seiner Brüder, durch seine Worte. Er spricht zwar nur die Wahrheit, aber ob das wirklich gesagt werden musste? Aber letztendlich sind diese Worte für uns geschrieben, so dass wir erkennen, dass Gott treu tut, was er (auch durch träume) verheißt. Jakob ist klug genug, die Worte seines Sohnes nicht komplett zu ignorieren. Das klingt ein bisschen nach Maria, als sie Worte der Hirten hörte.

Ab Vers 12 sehen wir den Bericht aus menschlicher Sicht. Was hier geschieht, ist ohne Wenn und Aber einfach nur böse! Aber Gott nutzt das Böse, um Gutes hervorzubringen. Das wird hier noch nicht gesagt. Dass Gott in all diesen Dingen genau das tut, was Er vorhat, wird erst später deutlich. Aber die Träume Josefs lassen uns erkennen, dass Gott nicht einfach ein Schachspieler ist, der reagiert, sondern, dass Er hinter allem Geschehen steht und durch gute und böse Taten letztendlich Sein gutes Werk vollbringt.

  • Ich preise Gott, dass Er der souveräne Herrscher über alle Dinge ist!

Interessant ist, dass Ruben trotz aller Missachtung, die er seinem Vater im Fall von Bilah gezeigt hatte, nun versucht, Josef zu beschützen. Und auch Juda ist zumindest weniger brutal gesinnt, als seine Brüder. Und so landet Josef in Ägypten, als Sklave im Haus des Potifar.