Die ersten Verse des Buchs stellen die Verbindung zum 1. Buch Mose her. In Vers 7 sehen wir, wie die Verheißung Gottes an Abraham wahr wird. Er sollte Nachkommen haben, wie Sand am mehr.
- Gott hält seine Versprechen. Jetzt wird aus einer Großfamilie ein großes Volk.
In Vers 8 wird dann aber sofort auch klar, dass nicht alles gut ist. Die Harmonie zwischen Israel und Ägypten ist dahin. Der neue Pharao weiß nichts mehr von Josef und ist den Israeliten feindlich gesinnt. Sein Plan, Israel durch Unterdrückung und selbst durch Kindermord zu dezimieren scheitert unter anderem an den gottesfürchtigen Hebammen.
- Gott macht deutlich, dass ER sich nicht aufhalten lässt.
- Da wo Gottes Kinder unterdrückt werden, wächst die Kirche auch heute oftmals mehr, als in den friedlich, kuscheligen Ländern im Westen.
In Kapitel 2 kommt dann Mose ins Blickfeld. Das Leben von Mose ist von Geburt an bedroht. Dabei sehen wir dann auch gleich zu Beginn, dass Mose ein Schatten des Christus ist.
- So wie Mose gerettet wird, wird viele Jahrhunderte später „ein Prophet wie Mose“ vor einem anderen von einem anderen König angeordneten Kindermord bewahrt. Das Mose auch in vielen anderen Dingen schattenhaft auf Jesus hinweist, wird dann später noch viel deutlicher werden.
Hier sehen wir dann erst mal, dass Mose durch das Wasser, das eigentlich töten sollte, gerettet wird. Das ist ein typisches Bild; so wie bei Noah, dann beim Exodus. Die Taufe heute ist ein Bild davon und stellt, wenn der Täufling aus dem Wasser wieder hervorkommt, sichtbar die Rettung dar, die wir durch den Glauben empfangen.
Gott führt alle Dinge perfekt. Die große Schwester sieht zu, wie die Pharao-Tochter kommt, das Baby findet und sich seiner annimmt. Und so nimmt diese Geschichte einen „perfekten“ Verlauf … fast so, als wenn da einer dahinter steckt, der alles genauso geplant hat und ausführt J
- Und so kommt es, dass nach Josef schon wieder ein Jude im Pharaonenpalast landet.
Mose weiß, wo er herkommt und zu wem er gehört und wird so zum Beschützer (Retter) seines „Bruders“ … doch in seinem Akt des Tötens des Feindes nimmt er letztendlich selber Schaden und muss fliehen.
- Mich erinnert das an die Verheißung, dass ein Nachkomme der Frau, der Schlange (dem Bösen) den Kopf zertreten wird, aber dabei selber Schaden nehmen wird. Der leidende Retter seines Bruders – das ist hier Mose – und doch ist natürlich Jesus die vollständige Erfüllung des Schlangenzertreters. Mose ist da nur ein Schatten.
Mose muss fliehen, doch auch in der Fremde Midians sorgt Gott für ihn. Ich finde es spannend, dass Mose nach Midian und nicht nach Kanaan flieht. In Vers 15 kommt es mal wieder zu einer Begegnung am Brunnen, die zur Hochzeit führt (siehe Rebekka und Jakob & Leah). So findet Mose eine neue Familie. Man könnte denken, dass nun die Geschichte endet – es sei denn man bedenkt, dass ja Gottes Verheißung noch auf dem Spiel steht. Denn inzwischen ist zwar ein großes Volk entstanden, aber es ist noch nicht wieder unter Gottes guter Herrschaft und in dem von Gott gegebenen Land. Und so endet Kap. 2 mit der Andeutung, dass Gott noch weiter für sein Volk sorgen wird.
Die Berufung des Mose in Kapitel 3 ist spektakulär. Er ist ja ein einfacher Hirte und noch dazu ein Immigrant. Doch dann erscheint ihm ein Engel und erklärt ihm, dass Gott Großes durch ihn tun will und sein Volk retten will. Das der „Engel des Herrn“ eindeutig Gott selbst ist, wird im Folgenden ganz klar.
Mose fürchtet sich Gott anzusehen. Er weiß, dass er unwürdig ist und traut sich die Aufgabe nicht zu. In beiden Dingen hat er im Prinzip recht. Aber er verkennt dabei, dass Gott sich eben auch denen naht, die nicht würdig sind (Gott sei Dank!) und dass Gott Menschen nie zu etwas beruft, die sie dann nicht auch mit seiner Hilfe bewältigen könnten. Der Herr ist hier sehr geduldig und macht dem zögerlichen Mose Mut und geht auf seine Ängste ein.
- Der Herr ist ein sehr barmherziger Herr und der ideale Seelsorger.
In den Versen 3,7-10 & 18-22 gibt Gott Verheißungen und erklärt die Zukunft. Es ist gut, die Verheißungen Gottes zu kennen, sonst liest man spätere Passagen und denkt, dass Gott immer wieder auf die Reaktionen der Menschen reagiert. Dabei hat er alles genauso geplant, wie es kommt.
- Ich finde das sehr beruhigend. Es gibt mir inneren Frieden gerade auch in unruhigen und unsicheren Zeiten, da ich eben weiß, dass Gott alles Im Griff hat und ER für Seine Kinder sorgt!
Zu Beginn von Kapitel 4 ist Mose immer noch zögerlich. Mose scheint zu denken, dass er Gott belehren könnte und müsste. Es ist schon krass, wie sehr sich Mose sträubt, Gott zu vertrauen.
- Andererseits sehen wir auch das ständig in uns und um uns herum. Zweifel können sehr hartnäckig sein … und unsere Sündennatur auch.
Mose zweifelt daran, dass er beim Volk akzeptiert würde – Gott gibt ihm drei Zeichen (v.2ff; 6ff;9);
Dann benennt er kommunikative Schwächen als Ausrede (v.10ff) – doch Gott macht deutlich, dass ER als Schöpfer besser weis, wozu er Mose gebrauchen kann;
Und dann sagt Mose schließlich deutlich, was wirklich Sache ist (v.13) – und Gott redet Tacheles! Was hier sehr deutlich wird ist, dass es hilfreich ist, nicht immer auf jedes Argument zu antworten, sondern zu fragen, was wirklich dahintersteckt.
Nach Gottes zorniger Rede, gibt es dann aber keinen Widerspruch mehr. Trotz der klaren göttlichen Berufung, weiß Mose, dass er ggb seinem Schwiegervater mit Respekt handeln sollte. Und so bittet er ihn um sein Okay.
In Vers 21 taucht dann ein Wort auf, dass in den nächsten Kapiteln immer wieder auftauchen wird: „verstockt“ Manchmal wird gefragt, ob die Verstockung Gottes oder Menschen Werk ist. Sicher sind Menschen immer für Ihre Verstockung verantwortlich aber es klingt hier schon sehr deutlich durch, dass Gott Herzen verstockt. Denn das ist ja Teil von Gottes großem Plan. Genauso, wie er eben auch der ist, der Menschenherzen positiv verändert und aus steinernen Herzen, fleischerne Herzen machen kann (z.B. Hes 36,26)
Es ist wichtig, die Vielschichtigkeit von Gottes Willen zu verstehen. Man könnte denken, dass Gott schizophren ist. Er will, dass Mose nach Ägypten geht um Israel zu befreien und gelichzeitig lesen wir in Vers 24, dass der Herr Mose noch vorher umbringen wollte (4,24). Der „Wille“, mit dem Gott Mose sendet, ist sein gebietender Wille (Ratschluss), der Wille, mit dem Er Mose töten will, ist hingegen wohl eher Ausdruck seiner Gesinnung zu Moses Ungehorsam im Bezug auf die Beschneidung Und so sorgt Gott dafür, dass Moses Sohn beschnitten wird. Dabei benutzt er interessanter Weise seine heidnische Frau.
Und dann geht es weiter und Gott bewegt die Brüder auf einander zu und gebraucht sie, wie geplant!