Ab Kap. 25 kommt ein längerer Einschub, in dem Gott genaue Angaben dazu gibt, wie die Stiftshütte und alle Utensilien dafür, aussehen sollen. Spannend finde ich dabei, dass Mose diese Dinge nach dem Bilde erstellen soll, das Gott ihm zeigt (Vers 9). All diese irdischen Dinge sind also „Abbilder“. Genau das greift der Hebräerbrief dann ja in faszinierender Weise auf (siehe Hebräer 8-10).
Auch in den nächsten Kapiteln lesen wir sehr detaillierte Anweisungen für den Gottesdienst in Israel. Alle Utensilien und alle Zeremonien werden sehr genau vorgegeben und Gott macht deutlich, dass absoluter Gehorsam gefordert ist.
Hier wird deutlich, Gott ist heilig und sündige Menschen können nicht einfach so zu Gott kommen, sondern nur so, wie Gott es bestimmt.
- Durch Jesus Christus haben wir heute jederzeit Zugang zu Gott. Unser himmlischer Vater gibt uns in vielem Freiheit.
- Trotzdem sollten auch wir heute immer mal wieder danach fragen, ob unser „Gottesdienst“ sich vor allem daran orientiert, was Gott gefällt.
- Die Gefahr ist groß, dass wir unsere Gottesdienste primär danach ausrichten, was Menschen gerade gut oder wir einfach unserer Kreativität freien Lauf lassen. Das führt dann den Begriff Gottesdienst ad absurdum.
- Ich denke wir tun gut daran, uns durch diese Kapitel Gottes Heiligkeit vor Augen zu führen und uns neu darauf zu besinnen, um wen es im Gottesdienst geht und welch ein Privileg es ist, dass wir einfach so zu Gott kommen können.
Das „regulative Gottesdiemst-Prinzip“, dass vor allem vom reformierten Flügel der Reformation betont wird – nach dem wir Gott nur so und mit den Dingen Lobpreisen sollen, die ER uns aufgetragen hat (wir sollen also nicht einfach machen, was uns in den Sinn kommt oder gerade populär ist) ist hier eindeutig erkennbar. Ob das in der Enge auch noch für uns heute gilt, ist sicher etwas, das man diskutieren kann, zweifelsfrei ist die aber ein grundsätzlich hilfreiches Prinzip, über das wir nicht allzu leichtfertig hinweggehen sollten.
Die Bedeutung der Stiftshütte, um die es in Kapitel 26 geht, ist auch für uns nicht zu unterschätzen. Es ist der Ort, der Gegenwart des HERR mit seinem Volk – so wie einst der Garten, später der Tempel, dann Christus selbst, dann die Gemeinde und eines Tages das himmlische Jerusalem.
- Aus dem gleichen Grund, aus dem wir keine Stiftshütte mehr brauchen, sind auch der Altar, die Priester und die Opfer für uns so heute nicht mehr „aktuell“. Aber sie sind lebensgroße Hinweisschilder auf den Herrn Jesus und das, was er am Kreuz für uns getan hat.
Auch den Kap 27 beschriebenen Vorhof brauchen wir nicht mehr. Wir haben Zugang zu Gott durch Jesus Christus. Der Vorhof ist heute aber evtl in gewisser Weise das Missionsfeld. Da stehen Leute, die letztendlich noch in die Gegenwart Gottes gebracht werden müssen.
- Im Gottesdienst wünsche ich mir, dass uns die GoDi Leiter uns aus dem „Vorhof“ unserer weltlichen Gedanken, in die Gegenwart Gottes führen sollte.
In Kapitel 28 sehen wir, dass auch die Priester bzw ihre Kleidung, die Heiligkeit Gottes dadurch wiederspiegeln soll, dass alles genau nach Gottes Anweisung erstellt werden soll.
- Menschen sollten also auch sehr darauf bedacht sein, wie sie sich Gott nahen. In gewisser weise hat Jesus das natürlich für uns getan. Von daher ist auch diese „ewige Ordnung“ (V.43) in Christus erfüllt. Und doch sollten auch wir uns das heute noch zu Herzen nehmen und eben zu Jesus mit reinen und aufrichtigen herzen kommen.