Die Anweisungen für die Priesterweihe machen sehr deutlich, dass auch die Priester auf ein stellvertretendes Opfer angewiesen sind, bevor sie selber für das Volk vor Gott eintreten können.

  • Wie gut, dass wir einen perfekten Priester haben, der das nicht nötig hat.

Ab Vers 38 lesen wir dann von den täglichen Opfern, die die Priester vor Gott bringen sollen. Sie müssen nicht abwarten, ob jemand gesündigt hat, um dann zu entscheiden, ob ein Opfer nötig ist. Die täglichen Opfer, die am Ende von Kap 29 und dann in Kap 30 beschrieben werden, waren wohl in erster Linie ein Hinweis darauf, dass wir Menschen ständig sündigen und täglich Gottes Gnade brauchen … und es ist eine gute Erinnerung daran, dass wir immer wieder vor Gott kommen sollte – nicht mit Opfern, aber mit unserem Sündenbekenntnis und Dank, für seine Vergebung!

  • Wie gut, dass unser Hohepriester ein Opfer gebracht hat, das ein für alle Mal genügt!
  • Wie gut, dass wir JESUS haben – als Priester und als Opfer einer höheren und besseren Ordnung!

In Kapitel 30 und 31 folgen weitere Anordnungen zum Tempeldienst – sowohl zur Errichtung des Räucheraltars und des kupfernen Beckens, wie auch zu dem, was das Volk und die Priester tun sollen (Steuern und Räucheropfer).

Gott sagt klar und deutlich, wie der Gottesdienst aussehen soll. Das ist nicht dem Gutdünken der Menschen überlassen.

  • Wir tun gut daran, in diesem Sinne auch immer wieder danach zu fragen, wie unser Gottesdienst aussehen sollte.

In Kapitel 31 sehen wir, dass Gott Menschen (Geistes-)Gaben gibt, um bestimmte Aufgaben zu versehen. Auch die Handwerkskunst etc sind dabei Dinge, die Gott Menschen gegeben hat, damit sie sich damit für ihn einsetzen. Das sollte uns ermutigen. Gott hat uns so gemacht, wie wir sind und er will uns gebrauchen mit allem, was er in uns gelegt hat. Vor allem sehen wir hier aber, dass Gott sein Haus letztendlich durch seinen Geist baut … und das findet in der Gemeinde sicher seine vollkommene Erfüllung.

Dann kommt eine Wiederholung des Sabbatgebots. Auch hier stellt sich eine Frage, die auch schon die letzten Kapitel aufgeworfen haben: Was hat es mit der Aussage auf sich, dass das ewige Ordnungen sind (wie z.B. auch schon in 2. Mose 28,43)? Nach Röm 14,5ff sehe ich ja die Sabbatreglung zumindest als entschärft an.

Letztendlich finden die Anordnungen zu all den Dingen des zeremoniellen Gesetzes in Christus ihre Erfüllung. Beim Sabbat ist das noch ein wenig anders, denn der Sabbat scheint mir auch ein Hinweis auf die ewige Ruhe zu sein, die wir eines Tages bei Gott haben werden. Außerdem ist der Sabbat von Gott gegeben, weil Gott weiß, dass wir neben den Nächten zum Schlafen auch mal Tage zum Erholen brauchen.

  • Von daher sollten wir auch heute noch darum bemüht sein, mind. einen Tag uns ganz auf Gott auszurichten und so erfrischt zu werden.

In Kapitel 32 wird unser Blick nun auf das Geschehen gelenkt, dass sich unten am Fuße des Berges abgespielt hat, während Mose oben auf dem Berg bei Gott war. Die Menschen unten sind voller Kleingläubigkeit und Aaron hat als Leiter versagt.

Dann sagt der Herr Mose, was sich unten abspielt. Mose ist der gute und mutige Leiter, der als treuer Fürbitter für ein sündiges Volk eintritt – ganz so wie viele Jahre später der HERR Jesus. Mose besteht dann auch einen Test (V.10ff). Gott hatte natürlich nie den fixen Willen, das Volk auszurotten. Hier sehen wir eine andere Dimension seines Willens. Es ist nicht der Wille, den er als Allmächtiger ausführt, sondern seine Gesinnung im Bezug auf die Sünde! Und so wie Gott selber, so ist nun auch Mose zornig –  sicher ein gerechter Zorn, auch wenn dabei die Tafeln zu Bruch gehen. Das symbolisiert ganz trefflich, dass Israel die Gebote radikal gebrochen hat.

In Vers 33 erklärt Gott, wer im Buch des Lebens steht und wessen Namen gestrichen werden. Da wären nun erst mal alle Namen gestrichen, bzw es stünde kein Name drin – denn wir alle sind Sünder. Doch die, die aufgrund von Gottes Gnade gerettet sind, standen schon vor aller Zeit drin und werden niemals gestrichen!

  • Noch ein allgemeiner Hinweis: Wir sollten uns davor hüten, uns selber in der Mose-Rolle zu sehen. Das ist dann doch eher ein Bild für Christus und wir sind eher wie das Volk.
  • Dennoch sollten wir danach streben, Mose (und Christus) ähnlicher zu werden und mutig Gott um Barmherzigkeit und Gnade anzuflehen, und mutig Gottes Wahrheiten an andere weiterzugeben.