In diesen Kapiteln geht es um rituelle Unreinheit. Diese ist von der später erwähnten moralischen Unreinheit zu unterscheiden, denn rituelle Unreinheit beruht nicht auf Sünde.

Diese Anordnungen haben viel mit Hygiene zu tun und verweisen uns letztendlich darauf, wie rein und heilig Gott ist und zeigen uns, dass wir eben nicht einfach so gedankenlos in Gottes Gegenwart kommen können.

In Kapitel 11 geht es dabei um Tiere, die unrein sind und deshalb nicht gegessen werden dürfen. Totes Tiere, aber auch Widerkäuer und Tiere, die im Dreck rumlaufen /-kriechen fallen in diese Kategorie.

In Kapitel 12 kommen dann Anordnungen zur Geburt und zu Blutungen.  Maria und Josef haben diese Vorschriften sehr ernst genommen, Lukas berichtet ja sowohl von der Beschneidung am 8. Tag, wie auch vom Opfer und der Darbringung des Kindes nach der Zeit der Reinigung. Ob das dann gleich am 33. Tag geschah ist etwas fraglich, da Maria ja wohl erst am 33. Tag raus durfte und gesetzt den Fall, dass sie noch in Bethlehem war, hätte sie ja gleich am ersten Tag, an dem sie wieder raus durfte, bis nach Jerusalem gehen müssen. Aber letztendlich ist das wohl auch egal. Letztendlich heißt es hier ja auch nur, dass das nach den Tagen der Reinigung geschehen soll, aber nicht unbedingt an dem Tag, an dem sie wieder rein ist.

Die Regelungen in Kapitel 13 bzgl der Aussätzigen sind sicher sehr wertvoll, weil sie die Israeliten vor Seuch schützen. Und doch klingt es für mich immer so, als ob die Aussätzigen weit über ihre Krankheit hinaus leiden mussten. Andererseits sind die angeordneten regelmäßigen Nachuntersuchungen natürlich gut und evtl gingen diese ja auch mit einer Behandlung einher? Von daher finde ich es schön zu sehen, wie Jesus für sie sorgt und frage mich, ob die Israeliten diese Aussagen, überinterpretiert haben und die Aussätzigen schlechter behandelt haben, als Gott es wollte. Ich bin auf jeden Fall dafür dankbar, dass ich ein durch Jesu Blut rein Gemachter bin. Die spannende Frage für uns ist, in wie weit wir auf einander Acht geben, damit sich der Aussatz der Sünde nicht tiefer in uns hinein frisst.

  • Vieles aus Kapitel 13 klingt seltsam aktuell. Die Priester waren damals das Gesundheitsamt und Corona ist irgendwie der neue Aussatz.

In Kapitel 14 sehen wir dann aber auch die Barmherzigkeit Gottes, denn Er erklärt nicht nur für unrein, sondern gibt auch genaue Instruktionen dazu, wie die Reinheit wiedererlangt werden kann … und Er sorgt für die Armen, für die es eine Sonderregelung gibt.

  • Grundsätzlich sehen wir, dass rituelle Unreinheit etwas ist, das nicht Buße braucht, sondern einfach Reinigung und Zeit.
  • Jesus hat dann deutlich gemacht, dass diese Regelungen neben dem Hygieneaspekt vor allem eines verdeutlichen sollten – nämlich, dass wir Menschen von uns aus nicht rein sind. Die wirkliche Quelle aller Unreinheit ist dabei das menschliche Herz (Markus 7)