Kapitel 19 ist sehr zentral für das Buch Leviticus und überhaupt für das Verständnis von Gott und unserer Berufung – dabei vor allem Vers 2. „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.“

Im Fortgang sehen wir sehr spezifische Anweisungen dazu, wie das gelebt werden sollte. Oftmals wünschten wir uns sicher solche klaren Anweisungen Gottes für alle Lebensbereiche. Und doch bin ich Gott dankbar, dass ER uns Freiheit gibt und uns aufruft, nicht nur Gesetze auswendig zu lernen und zu befolgen, sondern nach Weisheit zu streben.

Nur ein paar Highlights:

  • Vers 9f: Gottes Vorsorge für die Armen ist wunderbar … und Ruth wird später davon profitieren.
  • Vers 14: Gott kümmert sich in Seiner Barmherzigkeit ganz konkret um die Tauben und Blinden!
  • Vers 18b: Nur um das deutlich zu sagen … das war nicht erst ein Gebot des NT!
  • Die Verse 20-22 ergänzen die Lehren aus 18. Kapitel …
  • Vers 33f: Auch zwei wichtige Verse! Die Frage ist immer, ob wir uns den Fremden anpassen, oder ob sie mit uns leben wollen. Mir fallen hier spontan zwei Anwendungen ein: 1) die Nicht-Christen die gerne zu uns in die Gemeinde kommen oder auch uns privat gerne besuchen. Da sollten wir immer Gastfreundschaftlich sein, wenn sie eben kommen, um nach unseren (Gottes) Regeln zu leben! 2) Nichtchristliche Ehepartner, nach 1. Kor 7.
  • Insgesamt finde ich das aufmerksame Lesen dieses Kapitels sehr herausfordernd. Es zeigt mir, wie sehr ich auf die Gnade Gottes angewiesen bin!

In Kapitel 20 sehen wir sehr deutlich, was Gottes Heiligkeit für sündige Menschen bedeutet. Es gibt Sünden, die Gott nicht toleriert. Wer sich gegen ihn stellt, muss mit dem Schlimmsten rechnen.

  • Manchmal höre ich, dass Menschen denken, dass der „Gott des AT“ viel brutaler war und wir heute einen „harmloseren Gott“ hätten. Doch das ist vollkommen falsch. Die Todesstrafe, von der wir in diesem Kapitel immer wieder lesen, ist ja nur ein Schatten, des Gerichts, das auch heute noch die Menschen erwartet, die sich gegen Gott stellen.
  • Ich befürchte, dass wir oft viel zu „diesseitig“ denken und uns zu wenig verdeutlichen, wie sündig Sünde ist. Der Tod ist der Sünde Sold … auch noch in unserer Zeit. Und wir tun gut daran, uns und andere immer wieder daran zu erinnern.

Wenn wir dann aufgrund von Gottes freier Gnade, allein durch den glauben an den Retter und Herrn Jesus Christus, das ewige Leben geschenkt bekommen haben und deshalb den ewigen Tod nicht erleiden werden, dann sollte uns das froh und dankbar machen und zur Anbetung unseres gnädigen Gottes führen.

Wie auch schon in einigen Kapiteln zuvor, so spielt auch hier sexuelle Sünde eine große Rolle. Das ist halt ein Bereich, in dem Menschen immer wieder meinen, Gottes Gebote außer Acht lassen zu können. Die Kapitel sind sicher auch gerade für unsere Zeit heute von großer Relevanz, denn sie zeigen uns, was Gottes Wille im Bezug auf Sex / Geschlechtsverkehr ist.

Es ist bedenkenswert, dass homosexuelle Sünde hier sehr analog zum Ehebruch und anderen sexuellen Sünden genannt wird. Wir sollten die Homosexualität nicht so ganz anders sehen, wie Ehebruch und andere sexuelle Sünde. Weder besser noch schlechter … aber eben eindeutig als Sünde!

Ab Vers 22 wird deutlich, warum Gott die Völker straft! Sie leben komplett gottlos. Deshalb ist die Vermischung mit ihnen eine große Gefahr für Israel. Das gilt auch heute noch für Gottes Volk. Wir sollten immer wieder bedenken, dass Gott auch heute nicht will, dass wir Christen uns mit der Welt vereinen. Wir sollen in ihr leben und dort als Salz und Licht agieren … aber eben doch eindeutig nicht zu ihr gehören.

Die Kapitel 21 und 22 zeigen uns die Heiligkeit Gottes nochmals in sehr eindrücklicher Form. Sowohl die Priester, wie auch die Opfer sollen die Perfektion Gottes widerspiegeln. Denn nur ein makelloser Priester kann durch ein makelloses Opfer Sühne für Sünder bewirken.

  • Ich preise Gott dafür, dass er uns in Jesus Christus den perfekten Hohepriester gesandt hat und Jesus selbst zum perfekten Opfer für uns wurde!