In Kapitel 21 lesen wir etwas sehr Hoffnungsfrohes. Die erfolgreichen Kriege beginnen. Doch schon in Vers 4 lesen wir von einem Rückfall in alte Mecker-Muster. Gottes Gericht sind feurige Schlangen, durch die viele Menschen zu Tode kommen. Das Volk bittet Mose um Hilfe und dieser bekommt vom HERRN gesagt, wie Menschen gerettet werden können. Es bedarf der Aufrichtung einer Schlange und des gläubigen Sehens auf diese Schlange.
- Im Johannesevangelium wird uns gesagt, dass dies eine prophetische Vorankündigung Christi war, den die bronzene Schlange repräsentiert. (Johannes 3,14).
- So wie die Menschen damals, werden auch heute alle gerettet, die im Glauben auf das aufgerichtete Symbol sehen. Damals war es die eherne Schlange, heute ist es nun das Kreuz Jesu.
Balak, der König der Moabiter, erkennt, dass Israel nicht mehr das kleinste und schwächste Volk unter den Völkern ist und in seiner Not hofft er auf einen heidnischen Propheten, Bileam. Dieser soll die Israeliten verfluchen. Der Prophet Bileam ist eine etwas mysteriöse Figur. Er wird im NT ja als negatives Beispiel erwähnt (Judas 11). Und doch sprich Gott zu ihm und er wird zu Gottes Botschafter.
Bileam wusste vom einen wahren Gott und sprach diesen als seinen Herrn an. Und Bileam erwartete ganz offensichtlich, dass der Herr wirklich zu ihm sprechen würde. Gott erklärt ihm, dass er den Auftrag Balaks nicht annehmen dürfte. Doch Bileam schien ein großes Verlangen nach der angebotenen Belohnung zu haben und so akzeptiert er Gottes „Nein“ nicht. Das ist wohl auch der Grund, warum Gottes Zorn entbrennt (V.22). Bileam erkennt genug, um sich dann an Gottes Wort gebunden zu wissen (22,38).
Der Bericht des Esels ist noch spannender. Nun redet auch noch ein Esel, der – im Gegensatz zum Propheten Bileam – den Engel des Herrn erkennt. Ob der Engel hier eine Erscheinung des Herrn Jesus ist, sei mal dahingestellt.
Auf jeden Fall ist sich Bileam nach seiner Ankunft bei Balak darüber im Klaren, wenn er zu fürchten und wem er zu dienen hat.
- Bei allem, was man also an Negativem über Bileam sagen kann (siehe Judas 11), müssen wir doch festhalten, dass sich hier beim ihm Erkenntnis und Gehorsam paaren.
Die Interaktion zwischen Bileam und Balak in Kapitel 23 ist interessant. Obwohl eigentlich klar ist, was Gott Bileam gesagt hat, lässt dieser sich mehrmals auf Opferzeremonien ein. In Vers 8 wird deutlich, dass kein Fluch Kraft über Gott hat.
- Manchmal höre ich von Christen, die fürchten von dunklen Mächten verflucht worden zu sein und auf irgendwelche Rituale bauen, mit denen man sich von diesen Flüchen befreien kann. Ich kenne mich auf dem Gebiet nicht gut aus, sehe aber hier und anderswo in der Bibel immer wieder, dass die Mächte des Bösen zwar real sind, aber eben gegen Gott nichts ausrichten können. Und Gott braucht keine „quasi magischen Sprüche und Zeremonien“. Gott hört und reagiert auf simple Gebete.
Ab Vers 19 sehen wir, was Gott zu sagen hat. Dabei ist Vers 19 selbst schon spannend, da es scheinbar im Widerspruch stand zu dem, was Gott anderswo getan hat (nämlich sein scheinbares Nachgeben in Situationen bei denen Mose zum Schutz Israels interveniert hatte).
Hier wird deutlich, dass Gott eben nie letztendlich vorhatte, diese Strafen auszuführen. Der Wille Gottes ist aber komplex. Neben dem unveränderlichen Ratschluss gibt es eben auch die allgemeine Gesinnung und Gottes offenbarten Willen, der eben nicht immer identisch mit dem Ratschluss ist, bzw diesen oft nur ausschnittsweise wiedergibt.
In Vers 21 kommt der König Israels in den Blick – und das zu einer Zeit, als Israel noch keinen König hatte … oder besser, den einen wahren König noch nicht erkannt hatte.
Kapitel 24 zeigt uns den wunderbaren Segen, den Bileam spricht. Im Fortgang der Bibel wird Bileam aber als ein Feind Israels beschrieben und dann ja auch von den Israeliten getötet.
- Von daher sollten wir bedenken, dass nicht jeder Botschafter Gottes auch zwingend ein bekehrtes Herz hat. Dafür gibt es im NT auch einige Beispiele (Joh 11,49; Phil 1,15-18). Das sollte uns aber auch nicht dazu veranlassen, jedes Wort falscher Prediger als falsch abzutun. Auch hier sollten wir prüfen, ob das was gesagt wird, dem Wort Gottes entspricht.