Kapitel 6 zeigt uns Regeln für Phasen, in denen man sich komplett Gott weiht. Der Richter Samson schien das lebenslänglich zu tun, wie ggf auch Johannes der Täufer. Wer sich Gott weihen will, soll sich von allem unreinen fernhalten (letztendlich damit eben vor allem von Sünde). So dürfen wir wissen, dass der eine wahrhaft komplett Gott-geweihte, der Sohn Gottes selbst ist.
- Und wir alle sollten danach streben, uns auch voll und ganz Gott zu weihen.
Bedenkenswert ist, dass auch ungewollte bzw unverschuldete Dinge dazu führen konnten, dass ein Gelübde gebrochen wurde und das wird hier sogar explizit als Sünde bezeichnet. Sünde ist also nicht immer gewollt. Letztendlich ist es auch eine Sünde, Gott etwas zu versprechen, das wir nicht einhalten können. Aber wir sehen hier zugleich eben auch, dass es einen Weg zur Sühnung dieser Schuld durch ein Opfer gibt.
- Ich denke, dass wir hier lernen können, dass Sünde viel umfassender ist, als wir manchmal denken. Aber eben auch, dass die Sühnung, die Jesus durch sein Opfer für alle Gläubigen erwirkt hat, umfassender ist, als wir das vielleicht meinen.
Kapitel 6 endet dann mit dem priesterlichen Segen, der ja auch immer wieder am Ende des Gottesdienstes der Gemeinde zugesprochen wird.
Das 7. Kapitel liest sich sicher etwas zäh. Wir sehen hier, wie die anderen Stämme die Leviten beim Tempeldienst zu unterstützen und zu versorgen haben. Auch wenn dies ein recht langes Kapitel ist, fällt mir da jetzt nicht viel zu ein – außer, dass hier die Stämme auch noch der Fertigstellung der Stiftshütte noch weiter großzügig spenden. Hier ist kein zurücklehnen zu sehen, sondern eine Freude an Gott, die ich wunderbar finde.
Der letzte Vers (v.89) zeigt uns dann eine großartige Szene: Die Vorbereitung hat ein Ende und nun spricht Gott bzw Mose hört Gottes Stimme. Ich denke, dass wir oft das Gefühl haben, Gott sei weit weg, weil wir uns nicht wirklich auf Ihn vorbereiten und so Seine Stimme einfach nicht vernehmen, die natürlich v.a. durch Sein Wort zu uns spricht.
- So kann man zum Beispiel eine Predigt hören und denken, dass sie uns nichts zu sagen hat, obwohl Gottes Wort verkündet wurde. Ich fürchte, dass wir einfach manchmal innerlich nicht bereit sind, auf Gott zu hören … da mag es helfen, sich auf das Hören durch Gebet vorzubereiten.
In Kapitel 8 gibt Gott weitere Anweisungen zum Dienst in der Stiftshütte und für besondere Fälle. Auch hier sehen wir wieder, dass Gott ein heiliger Gott und ein Gott der Ordnung ist.
In den letzten Versen lesen wir, dass die Leviten über 50 zu Helfern der jüngeren Priester werden sollten.
- Ich denke, dass eine solche Praxis in vielen Gemeinden auch sehr hilfreich sein könnte. Den Gedanken am Ende der aktiven Zeit eher Mentor als Leiter zu sein, finde ich gut!
- Heute ist das sicher erst in einem höheren Alter der Fall. Aber was hier eben durchklingt ist, dass Gott auch mit den älteren Geschwistern noch etwas vorhat. Einen Ruhestand vom Dienst für Gott gibt es nicht – denn solange der HERR uns noch hier auf Erden hat, hat er mit uns auch noch etwas vor.
In Kapitel 9 gibt der HERR Anweisungen zum Feiern des Passafestes. Neben der allgemeinen Anordnung sehen wir hier, dass der HERR Möglichkeiten schafft, wie auch diejenigen das Fest feiern können, denen es ohne Sonderregelung nicht möglich ist. Das ist sicher zum einen Ausdruck der Gnade Gottes. Zum anderen zeigt uns das aber auch, wie wichtig dem HERRN das Passafest ist. Deswegen gibt es auch die harte Gerichtsandrohung für diejenigen, die das Mahl ohne Grund versäumt.
- Ich frage mich, ob wir das Abendmahl nicht ähnlich sehen sollten und dieses Mahl nicht leichtfertig verpassen sollten.
Ab Vers 15 kommen dann Anordnungen für die Wüstenwanderung. Gott gibt seinem Volk durch die Wolken- und Feuersäule klare Anweisungen, wann sie weiterziehen und wann sie warten sollen. Auf mich wirkt das ein wenig so, wie wenn Gott den Seinen beibringt, alles in direkter Abhängigkeit und im völligen Gehorsam ihm gegenüber zu tun.
- Auch wenn Gott uns sicher meist nicht so direkt leitet, so tun auch wir gut daran, komplett auf IHN zu vertrauen und IHM Gehorsam zu sein.