Kapitel 28 beginnt mit Segenszusagen, die an den Gehorsam des Volkes gekoppelt sind. Dann folgt ein langer Abschnittmit sehr vielen, teilwiese wirklich schlimmen Flüchen, die für den Fall verkündet werden, dass Israel sich von Gott und seinen guten Geboten abwendet.

  • Bei allen diesen Flüchen (die ja weit mehr Raum einnehmen als die Segensankündigungen) kann ich nur dankbar sein, dass unser Herr diese Flüche auf sich genommen hat, so dass wir Christen Teilhaber des Segens Gottes sein können.

Kapitel 29 beginnt damit, dass Mose zur Einsetzung des Bundes, Israel an all das erinnert, was sie hatten sehen und erleben dürfen. Das Problem war also nicht, dass sie keine Kenntnis von Gott hatten … das Problem wird in Vers 3 beschrieben: „Und der HERR hat euch bis auf diesen heutigen Tag noch nicht ein Herz gegeben, das verständig wäre, Augen, die da sähen, und Ohren, die da hörten.

Paulus zitiert diese Worte in Römer 11,8 und erklärt damit, warum viele Juden nicht an Jesus glauben. Deshalb brauchen wir einen besseren Bund, als den Bund im Lande Moab. Wir brauchen einen Bund, in dem Gott uns neue Herzen verheißt und der komplett bedingungslos ist.

  • Der Bund von Moab ist wunderbar. Gott erklärt, was gut und richtig ist und dass Segen darauf liegt, wenn wir IHM gehorchen. Aber der natürliche Mensch wird aufgrund seines bösen Herzens diesen Bund nicht halten.
  • Deshalb musste Jesus ihn für uns erfüllen, so dass wir durch ihn und in IHM Erben des Segens sein können.

Das Scheitern wird hier sehr deutlich, da ja im Prinzip in diesen Kapiteln deutlich wird, dass Israel ins Exil kommen wird (nach einer kurzen Zeit im Gelobten Land (angedeutet in 29,19ff und dann deutlicher in Kapitel 30.

Vers 29,28 gibt einen weiteren sehr hilfreichen Einblick in tiefe theologische Wahrheiten! Hier wird unterschieden zwischen Gottes offenbarten Willen und Seinem geheimen Ratschluss. Wir sollen nicht über Seinen Ratschluss rätseln, sondern uns an das halten, was uns offenbart wurde. Dieser Auftrag gilt auch heute noch und ist wichtig und hoch aktuell. Dabei sollten wir aber nie unterstellen, dass Gottes offenbarter Wille das letzte Wort ist. So höre ich z.B. immer mal wieder die Verse aus 1 Tim 2,3-4 so zitiert, als wäre das das letzte Wort und ein Beleg dafür, dass Gott keinen weitergehenden (uns verborgenen) Willen im Hinblick auf die Rettung von Menschen hätte. Natürlich ist es eine großartige Wahrheit: „Dies ist gut und wohlgefällig vor Gott, unserm Heiland,  4 welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ … das ist der offenbarte Wille Gottes, so wie eben auch, dass Israel die Gebote halten soll. Das Problem ist, dass Israel das nicht tut und dass Menschen von sich aus eben nicht zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Der Grund ist das Herz … unsere Sündennatur. So erklärt Paulus im 1 Kor 2,14: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden.“

Und so kann das Dilemma, dass wir Menschen immer wieder gegen Gottes offenbarten Willen rebellieren eben nicht einfach mit einem „Gebot“ gelöst werden. Es braucht einer kompletten Sinnesänderung … eines neuen Herzens und das muss Gott in uns bewirken. Und das entspricht bei allen, die glauben, dann eben dem Ratschluss-Willen Gottes, den ER wirkt.

Unsere heutigen Kapitel zeigen uns aber eben letztendlich den allgemeinen Willen Gottes und sie machen deutlich, dass wir Menschen von Natur aus Rebellen sind. Die Funktion des Gesetzes ist hier also die des Zuchtmeisters auf Christus hin (Gal 3,24). Wir sehen hier die Notwendigkeit des gnädigen Eingreifens Gottes, von dem hier ja auch schon in Kapitel 30,6 die Rede ist: „Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz beschneiden und das Herz deiner Nachkommen, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, auf daß du am Leben bleibst.“

Die Konsequenz daraus ist dann das, was uns in Vers 8 beschrieben wird: „Du aber wirst umkehren und der Stimme des HERRN gehorchen, daß du tust alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete.“

  • Wenn wir das erleben durften, haben wir bei Gott Gnade gefunden, die uns zu demütiger Dankbarkeit veranlassen sollte!
  • Ich lobe den Herrn dafür und bekenne, dass ich aufgrund meiner immer noch vorhandenen Sündennatur immer wieder mein „neues“ Herz beschmutze. O Herr, reinige mein Herz, auf dass ich Dich mehr liebe und immer treuer für Dich lebe!