Vers 2 von Kapitel 4 erinnert an die letzten Worte der Bibel in Offb. 22. Und in der Tat hat Jesus das Gesetz nicht abgeschafft oder erweitert, ER hilft uns aber, es richtig zu verstehen und einzuordnen! Dabei gibt es zwei Gefahren:

  • Gesetzlosigkeit (als das Ignorieren von dem, was Gott geboten hat)
  • und Gesetzlichkeit (wenn wir über das hinausgehen, was Gottes Wort sagt)

Die Aussage von Vers 6 ist bedenkenswert. Bibeltreues Leben wird zwar manchmal anecken, aber grundsätzlich auf Anerkennung stoßen und ein echtes Zeugnis sein!

Im Fortgang wird dann von Gott in Form einer Warnung schon angedeutet, was mit Israel im Falle des Unglaubens passieren wird. Ich finde es faszinierend, dass Gott hier einerseits das Volk in die Verantwortung nimmt und andererseits eben auch gleich sagt, was passieren wird.

  • Gott ist halt vollkommen souverän und lenkt alle Dinge … und trotzdem sind wir Menschen voll verantwortlich für das, was wir tun!

Und dann kommt in Kapitel 5 die nochmalige Erwähnung der10 Gebote. Mose wird als Mittler zwischen Gott und dem Volk bestätigt und ist damit der legitime Vorläufer des einen wahren und ewigen Mittlers –  Jesus!

Die abschließenden Verse 32-33 zeigen zwei Dinge:

  • Komplett halten werden wir das Gesetz nicht und deshalb brauchen wir Jesus.
  • Und doch brauchen wir das Gesetz, denn es zeigt uns den Weg zu einem Leben, das Gott gefällt und deshalb von ihm gesegnet wird!

Kapitel 6 lehrt uns, dass das Gesetz eine große praktische Bedeutung für unser Leben hat. Wer danach lebt, wird gesegnet werden. Deshalb ist es so wichtig, das Gesetz nicht zu vergessen. In Vers 4 beginnt ein Abschnitt, der für die Juden damals wichtig war und es in gewisser Weise auch für uns heute noch ist. Denn auch wir sollten immer daran denken, dass wir eine Verantwortung für die nächste Generation haben. Dabei sollte nicht nur das Gesetz gelehrt werden, sondern eben vor allem der Charakter Gottes und daraus folgend, das Evangelium.

Deshalb ist eben auch die Geschichte Gottes mit seinem Volk so wichtig, denn hier offenbart sich der Charakter Gottes. Diese Erkenntnis ist die Basis für die Gottesliebe, zu der wir alle aufgerufen sind und die sich letztendlich dann auch im Gehorsam ggb den Gesetzen erweist.

In Kapitel 7 geht es dann nicht so sehr darum, sich zu erinnern, sondern das Richtige zu tun. Doch auch das hat damit zu tun, das man bedenkt, was Gott getan hat. Vers 7 macht sehr deutlich, dass der Herr ein bedingungslos erwählender Gott ist. Die Lehre vom freien Willen und unser Entscheidung für Gott wird hier doch sehr in Frage gestellt. Und auch das NT knüpft daran an – wobei Epheser 1 und Römer 9 zwei Kapitel sind, in denen das besonders deutlich wird.

  • Gerade weil der Herr Israel nicht deshalb erwählt hat, weil Israel etwas Besonderes wäre, sollten auch wir Christen Gott in aller Demut und Dankbarkeit dafür preisen, dass wir an ihn glauben dürfen, denn auch unsere Rettung beruht auf seiner gnädigen Erwählung und kommt allein aus Gnade!

Und wiederum wird uns (ab Vers 9) der Charakter Gottes vor Augen geführt. Auf dieser Basis folgt der Ruf zum Gehorsam und dieser wird verknüpft mit den großartigen Segensverheißungen, mit denen dieses Kapitel endet.

  • Diese Verheißungen gelten in dieser Form natürlich erstmal Israel damals.
  • Aber auch wir dürfen wissen, dass Gehorsam auch heute noch zu Segen führt. Denn Gott ist der Gleiche und wird immer Gehorsam segnen … was natürlich nicht heißt, dass Gehorsam nicht auch mal zu Schwierigkeiten hier auf Erden führen kann. Das lehrt Gottes Wort ja auch.
  • Aber in letzter Instanz wird jeder Gehorsam immer zum Segen führen!