Die Überschrift in der Luther 1984 über Kap 8 finde ich Klasse „Ermahnung zur Dankbarkeit gegen den Herrn“. Zur Dankbarkeit kann und sollte man eben auch mal ermahnt werden. Denn Dankbarkeit hat eben auch etwas damit zu tun, sich zu disziplinieren und sich daran zu erinnern, was Gott getan hat.

  • Diese Ermahnung ist auch für uns immer wieder wichtig.
  • Ich denke und lebe viel zu oft wie ein Atheist (so tue ich viel zu oft Dinge ohne Gebet)!
  • Möge Gott mir da immer wieder vergeben und mir Menschen an die Seite stellen, die mich an Ihn erinnern! Ich brauche Gemeinde und preise Gott dafür, dass ich Teil einer wunderbaren Gemeinde sein darf!

Auch im Fortgang lesen wir Aufrufe dazu, Gott zu lieben und ihm zu gehorchen.

In Kapitel 9 sieht Mose zurück auf die große Untreue des Volkes und Gottes große Barmherzigkeit. In Vers 5 und 6 betont er dabei, dass Israel nur deshalb das Land einnehmen kann, weil Gott dem Volk in besonderer Weise barmherzig war & ist: „5 Denn du kommst nicht herein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der HERR, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Treibens willen, damit er das Wort halte, das er geschworen hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob. 6 So wisse nun, dass der HERR, dein Gott, dir nicht um deiner Gerechtigkeit willen dies gute Land zum Besitz gibt, da du doch ein halsstarriges Volk bist.

In Kapitel 10 fährt Mose mit dem Rückblick fort und berichtet davon, wie der Herr ihm zum zweiten Mal die 10 Gebote (die 10 Worte) gab. Dieses Kapitel ist wichtig, denn hier sehen wir, was Gott schon im AT gefordert hat. Er fordert nicht einfach nur „Gehorsam“ – denn dieser allein kann nicht retten, denn keiner wird vollkommen gehorsam sein. Gott wollte auch schon damals die Herzen der Menschen. Was Gott wirklich will ist unsere Liebe bzw unseren Glauben / unserVertrauen (wir können Gott ja nur lieben, wenn wir an ihn glauben … und ein Glaube, der nicht mit Liebe einhergeht, ist kein rettender Glaube wie uns Jakobus 2,14ff zeigt.

  • Von daher möchte ich uns ermutigen, über die Verse 12-13 nachzudenken: „12Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, 13 dass du die Gebote des HERRN hältst und seine Rechte, die ich dir heute gebiete, auf dass dir’s wohlgehe?

Und genauso wie schon in Kapitel 9 betont Gott auch hier nochmal, dass Israel komplett von Gottes Barmherzigkeit und Gnade und somit von seiner souveränen Erwählung abhängig ist: „14 Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes. 15 Und doch hat er nur deine Väter angenommen, dass er sie liebte, und hat ihre Nachkommen, nämlich euch, erwählt aus allen Völkern, so wie es heute ist.

  • Die Lehre von der souveränen Erwählung ist offensichtlich biblisch … und sie ist wichtig für uns, denn sie sollte uns demütig und dankbar machen, denn unsere Rettung ist eben allein das Werk der Gnade Gottes und nicht eine kluge Willensentscheidung, die wir vollbracht haben.
  • Dass die souveräne Erwählung nie ein Blanko-Scheck zu gottlosem Verhalten ist, wird hier dann aber auch gleich deutlich. Denn Gott betont, vor allem in Kapitel 11, dass Ungehorsam ernste Konsequenzen hat, während der Segen Gottes zu denen kommt, die ihn lieben und tun was er sagt.

In all dem weisen uns diese Kapitel aber auch darauf hin, dass wir Christus brauchen. Zum einen, weil wir aufgrund unserer Sünden sonst immer noch Fluch erben würden (den hat Christus für uns Christen am Kreuz auf sich genommen) und weil unsere Herzen so korrupt sind, dass wir dem Auftrag danach, Gott zu lieben und unsere Herzen zu beschneiden (Kap. 10,16 … auch das ist also nicht erst eine Erfindung des NT) nicht nachkommen werden. Denn das menschliche Herz ist böse von Jugend an (1 Mose 6&8).

  • Gerade deshalb brauchen wir den neuen Bund, samt der Erneuerung unserer Herzen (Jer 31,31ff; Hes 36,26f)

Kapitel 11 endet (in den Versen 18-25) mit dem Auftrag, dass Gottes Wort bewahrt und weitergegeben werden muss. Wir haben das ja schon in Kap. 6 gehört. Ich bete, dass alle Eltern (und zukünftigen Eltern) unter uns, diese Ermahnung sehr ernst nehmen und dass wir mit unseren Kindern Gottes Wort lesen und besprechen. Das ist die Aufgabe der Eltern.

Aber darüber hinaus ist es eben auch die Aufgabe aller Christen und Gemeinden. Das Wort Gottes muss klar und deutlich gepredigt werden. An diesem Punkt haben wir in Dtld eine große geistliche Armut. Ich bete für Erweckung und neue Prediger, die treu und mutig das weitersagen, was Gott sagt.

Dazu erscheint es mir sehr sinnvoll, dass nicht jede Woche irgendwelche andere Abschnitte gepredigt werden, die dann womöglich noch ein Sprungbrett für recht menschliche Gedanken und Stories sind, sondern kontinuierlich Gottes Wort, so dass wir Gottes Gedanken nachvollziehen und verstehen können.