Der kleine Prophet Amos tat seinen Dienst sehr früh – evtl war er der erste der schreibenden Propheten. Aus dem Südreich Juda stammend spricht er zum Nordreich Israel. Das zumindest wird ganz zu Beginn angekündigt.
Aus der weiteren Geschichte wissen wir, dass sich Israel die Worte des Propheten nicht zu Herzen genommen hat.
Aber natürlich sind diese Worte auch für uns. Gott ruft sein Volk zurück zu treuem Gottesdienst, zur Gerechtigkeit und dazu, sich um die Armen und Schwachen zu kümmern.
Etwas überraschend wendet er sich dann aber erstmal an die Nachbarvölker und klagt diese an.
Diese Worte dürften bei den Israeliten wahrscheinlich noch recht populär gewesen sein.
- Das ist ja auch heute noch so – wenn kritische Worte über die Gesprochen werden, die man selber nicht mag, dann ist das okay.
- Und natürlich sind diese Worte richtig – Gott wird diejenigen richten, die gottlos leben und sich gegen sein Volk stellen.
Im Fortgang wird deutlich, dass das am kein Freifahrtschein für Gottes Volk ist. Eher im Gegenteil – wenn Gott die Gottlosen richtet, sollte uns das eine Ermahnung sein, dass wir als Gottes Kinder in besonderer Weise heilig leben sollten.