Im zweiten Teil von Hiobs Antwort auf Bildads Rede lesen wir, dass Hiob Gott als seinen Schöpfer und Erhalter kennt, aber eben weiter damit ringt, warum Gott all sein Leid zulässt. Antwort. Man hört aus Hiobs Worten, sein verzweifeltes Ringen. Mal wünscht er sich nie geboren zu sein, mal, dass er sterben dürfte und dann bittet er darum, dass der Herr ihn wieder erquicken möge. Die Reden Hiobs geben uns einen tiefen Einblick in menschliche Verzweiflung und Depression.

Als dritter Freund kommt dann in Kapitel 11 Zophar zu Wort. Auch er widerspricht Hiob in sehr klaren Worten. Auch er hat eine (zu) einfach Antwort parat: Hiob soll Buße tun und beten.

  • Wir sollten uns in der Seelsorge stets davor hüten, zu einfache und vorschnelle Antworten parat zu haben.
  • So wie die Freunde im Bezug auf Hiob, so werden auch wir in solchen Fällen den Betroffen nicht gerecht.

Ab Kapitel 12 beginnt dann die nächste Gegenrede Hiobs. Dabei hört man seine wachsende Frustration mit der “Weisheit“ seiner Freude deutlich durch. Dem hält Hiob dann die Weisheit und Allmacht Gottes entgegen. Doch das ist ihm selbst kein Trost, da er eben anerkennen muss, dass er Gottes Handeln nicht versteht. Deswegen rät Hiob seinen Freunden dazu, einfach zu schweigen. Aber das ist letztendlich dann weder für ihn, noch für seine Freunde eine Option.

Auch wenn Hiob sich wünscht, dass seine Freunde schweigen mögem, erkennt er durchaus an, dass sie nicht in allen Dingen danebenliegen. Aber oftmals ist gerade eine Halbwahrheit, die sich als komplette Wahrheit darstellt, zu einer völligen Lüge!