In Kapitel 18 folgt die zweite Rede des Bildad. In seinen Worten gibt es keine Freundlichkeit und Barmherzigkeit mehr. Er ist einfach nur noch frustriert mit Hiob und macht das nun auch ganz deutlich.
Man gewinnt den Eindruck, dass die Spannung zwischen Hiob und seinen Freunden immer weiter zunimmt. Auch die Rede Hiobs in Kapitel 19 beginnt mit einer Anklage gegen seine „Freunde“. Doch dann kommt eine große Wende. Hiob sieht nicht mehr auf sich selbst, sondern richtet seinen Blick voll Glauben auf Gott.
Nachdem Hiob zuvor schon nach einem Fürsprecher vor dem Gericht Gottes gesucht hatte, aber eben nicht sicher war, ob sich ein solcher finden lassen würde, ist er nun optimistischer. Er vertraut darauf, dass sein Erlöser lebt und ihn retten wird.
- Was Hiob hier hofft, dass dürfen wir wissen. Der Erlöser lebt. Er wurde Mensch, er starb für uns, um uns zu erlösen und er ist von den Toten auferstanden. Unser Erlöser lebt und eines Tages wird unsere Erlösung vollkommen sein. Dann wird all unser leiden ein Ende haben.
Zophars Rede in Kapitel 20 offenbart, dass auch er mit Hiob sehr frustriert ist und mit Hiobs Worten nichts anfangen kann. Was er dann sagt, meint er sicher als Warnung an Hiob. Das ist natürlich nicht zutreffend … aber seine Worte lehren trotzdem eine Wahrheit.
- Gott wird die Bösen eines Tages richten und das Böse wird nicht siegen.
Hiob hält Zophar in Kapitel 21 entgegen, dass die Gottlosen (zumindest vorübergehend) durchaus oftmals nicht leiden müssen. Und auch das trifft zu … aber eben nicht für alle Zeit.
Was Hiob dann in 21,16 für sich in Anspruch nimmt, ist das, was später in Psalm 1 als ein Merkmal eines Gerechten beschrieben wird. Vollkommen trifft das natürlich nur auf Jesus zu – den einzigen Gerechten aus eigenem Recht. Doch durch seinen Glauben (und Hiob glaubt ja vorausschauend an den Erlöser), ist dann auch Hiob gerecht und zumindest teilweise lebt er auch so.
In den Versen 22ff scheinen eine beißende Kritik an seinen Freunden zu sein, die sich scheinbar für so klug und weise halten, dass sie selbst Gott noch belehren zu können meinen …
- Wir tun in all unserem Reden gut daran in Demut anzuerkennen, dass alle Weisheit und Erkenntnis, die wir haben, von Gott kommt und das unsere Erkenntnis hier auf Erden immer nur Stückwerk ist.
- Das bedeutet natürlich nicht, dass wir nichts richtig wissen können. Aber wir wissen nicht alles. Und das trifft insbesondere auf Situationen zu, wo Menschen leiden. Wir können sicher gewisse Dinge dazu sagen – aber in letzter Instanz gibt es da eben auch immer Dinge, die Gott uns nicht offenbart hat und da sollten wir sehr vorsichtig sein, vorschnelle Schlüsse zu ziehen.