Nun folgt die dritte und letzte Rede des Elifas. Es ist eine Anklage gegen Hiob mit konkreten Unterstellungen. Elifas wirft Hiob vor, die Armen und Schwachen ausgebeutet zu haben. Wie er auf diese Idee kommt, sagt er nicht. Aus dem Kontext des Buchs ist aber klar, dass er im Unrecht ist. Eventuell spekuliert er einfach, dass Hiob so etwas getan haben muss, wenn es ihm jetzt so schlecht geht.

  • Es ist immer falsch, aufgrund von Spekulationen zum Ankläger zu werden.

Die Schlussfolgerung von Elifas mag dabei nachvollziehbar sein, sie ist aber falsch. Denn der Reichtum des Hiob ist kein Beleg dafür, dass er andere ausgebeutet hat. Es gibt schließlich auch ehrlichen Reichtum.

  • Eigentlich zeigt sich hier schon, dass die sehr simple Logik der Freunde nicht passt. Wenn Leid Konsequenz der Sünde ist, wie konnte es dann sein, dass Hiob lange reich und gesund war … ganz offensichtlich kommt Gerechtigkeit nicht immer unmittelbar … und Leid und Wohlergehen lassen nicht zwingend direkt Rückschlüsse zu.

Wenngleich die Anklagen des Elifas sehr heftig sind, so münden sie aber immerhin in einem Aufruf zur Busse.

  • Das zumindest ist vorbildlich. Denn Kritik sollte immer das Ziel haben, dem Anderen zurecht zu helfen!

In Kapitel 23 und 24 hält Hiob dagegen, wobei er wiederum erstmal gar nicht wirklich auf die Worte seiner „Freunde“ eingeht. Er ignoriert weitestgehend die Worte von Elifas und redet stattdessen über seine Beziehung zu Gott. Er hat das Verlangen, endlich vor Gott treten zu dürfen um dort zu erleben, dass die Wahrheit über ihn ans Licht kommt. Er scheint immer mehr darauf zu vertrauen, dass Gott ihn eines Tages rechtfertigen wird.

  • Das Vertrauen des Hiob auf die Rechtfertigung durch Gott hat, sollten wir niemals so deuten., dass die Bibel uns ermutigt, allein auf uns selbst bzw unsere guten Werke vertrauen.
  • Unsere Rechtfertigung kommt immer aus der Gnade Gottes allein durch den Glauben und beruht allein auf den guten Werken Jesu.