In den Kapiteln 6 und 7 wird uns von der ersten Gegenrede Hiobs berichtet. Dabei ignoriert er in seinen ersten Worten weitestgehend die Rede des Elifas. Vielmehr spricht er über sein Anliegen, dass Gott ihn doch sterben lassen möge (6,8f) Erst ab Kapitel 6, Vers 14 wendet er sich dann an Elifas. Dabei scheint er zuerst über ihn und die anderen Freunde zu reden, bevor er sie dann direkt anspricht. Dabei ruft er sie dann direkt zur Umkehr, da sie sich durch ihre Fehldeutungen an ihm versündigt haben.
Kapitel 7 klingt dann nach der Resignation, die aufkommen kann, wenn man erlebt, dass alles Arbeiten und Tun hier auf Erden zu nichts führt. Diese Worte erinnern ein bisschen an die Worte vom Anfang des Predigers Salomo. Hiob hat aber bei aller Vergänglichkeit klar im Blick, dass Gott immer da ist. Doch gerade das wird ihm zur Last, da er darum weiß, dass sein Leiden etwas mit Gott zu tun hat.
- Möge der HERR uns in unserem Leiden eine ewige Perspektive schenken und das Wissen darum, dass die Gegenwart Gottes nie negativ ist, sondern die Quelle allen Trostes selbst im Leid.
Nach Elifas ist es in Kapitel 8 mit Bildad dann ein zweite Freund, der Hiob anspricht. Er weist Hiob sofort in seine Schranken. Er erkennt richtig, dass Gott gerecht ist. Falls Hiob wirklich unschuldig ist, wird Gott schon noch eingreifen, denn das Böse wird nicht siegen.
- Im Prinzip stimmt all das und doch hat Bildad das Thema verfehlt. Hiob braucht keine klugen Reden – er braucht Trost!
In Kapitel 9 beginnt Hiob seine Antwort. Er erkennt an, dass er genauso wenig wie sonst jemand vollkommen gerecht ist vor dem heiligen Gott. Wie kann aber überhaupt jemand vor Gott dem Richter treten? Trotz all dieser Fragen empfindet Hiob seine Leiden als zu schwer. Allein aus der Perspektive irdischer Gerechtigkeit macht sein Leiden einfach keinen Sinn.
- Das ist sicher nicht nur bei Hiobs Leiden so.
- Grundsätzlich ist es einfach zu kurz gegriffen, alles, was wir im Leben erleben, als unmittelbare Konsequenz unserer Handlungen zu verstehen. Gott hat größere Pläne und das Leben ist komplexer.