Dieses Kapitel ist wiederum etwas verwirrend. Viele Ausleger gehen davon aus, dass hier die Frau einen Traum beschreibt. Das macht aufgrund der Andeutungen in 3,1 (und dann nochmals in 5,2), durchaus Sinn („Des Nachts auf meinem Lager“ / „Ich schlief, aber mein Herz war wach.“)
Dieser Traum ist voller Verlangen, aber auch voller Sorge und Manches scheint sich zu vermischen und nicht so ganz zur Realität des Rests des Buchs zu passen … wie Träume eben manchmal so sind.
Dieser Traum ist weder das Gutheißen z.B. von vorehelichem Sex, noch sündig … es ist einfach ein Traum, der uns einen tiefen Einblick in das große Verlangen der Frau gibt … so verstehe ich dieses Kapitel zumindest.
- Dieses Verlangen an sich kann eine Hilfe sein zu erkennen, ob man aktiv die Ehe anvisieren sollte. Denn der Apostel Paulus schreibt dazu: „Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.“ … „Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser, zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.“ (1. Kor 7,2 & 9)