5,21-26: „21 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: „Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.“ 22 Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig. 23 Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, daß dein Bruder etwas wider dich habe, 24 so laß allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe. 25 Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf daß dich der Widersacher nicht dermaleinst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und wirst in den Kerker geworfen. 26 Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest.“
Ab 5,21 lesen wir Erklärungen dazu, was der tatsächliche Anspruch Gottes beziehungsweise seines Gesetzes ist. Diese Ausführungen sind für uns eine große Herausforderung, und doch dürfen wir wissen, dass es gut für uns ist, so zu leben. Vor allem aber dürfen wir wissen, dass Jesus all das erfüllt hat, so dass er die perfekte Gerechtigkeit hatte, die Ihn für das Himmelreich qualifiziert. Und an dieser Gerechtigkeit dürfen wir Teil haben, wenn wir uns IHM im Glauben anvertrauen.
In den Versen 21-26 geht es dabei um das Gebot „Du sollst nicht töten.“ Die drei Beispiele dafür, wie ein Mord in unseren Herzen („zürnt“) und in unseren Worten anfängt („Racha“; „Du Narr“) und die Beschreibung der drei Konsequenzen („des Gerichts schuldig“; „des Rats schuldig“; „des höllischen Feuers schuldig“) sind sicher nicht drei ganz unterschiedliche Vergehen und Strafen. Das hat wohl eher den Effekt, der Warnung besonderen Nachdruck zu verleihen.
Vor dem Hintergrund kommt dann eine praktische Aufforderung dazu, was wir tun sollen, wenn wir unsere Schuld erkennen, nämlich, dass wir umgehend nach Versöhnung streben sollen – sogar dann, wenn jemand auf dem Weg zum „Gottesdienst“ war.
Hier sehen wir auch die beiden Dimensionen. Der Auftrag gilt sicher in gewisser Weise auch noch. Wir sollen uns vor Zorn hüten und wenn wir davon überführt werden, sofort nach Versöhnung streben.
Andererseits zeigt uns dieses Beispiel, dass wir alle des Gesetzesbruchs schuldig sind und deswegen nicht in das Himmelreich kommen könnten, wenn Jesus das nicht für uns durch seine perfekte Gerechtigkeit und sein Tragen unserer Schuld ermöglicht hätte.