In seinem kürzesten Brief schreibt Paulus an Philemon, der offenbar ein guter Freund ist.

Außerdem erwähnt er Aphia und die lokale Gemeinde als Adressaten, wobei man im Fortgang des Briefs den Eindruck gewinnt, dass Aphia und die Gemeinde eher als Zeugen mit angesprochen werden.

 

Paulus beginnt mit sehr warmen Worten und bringt dabei seine Liebe zu Philemon zum Ausdruck.

Dabei preist er Philemon als einen „Herzenserquicker“ (v.7).

 

Nach dieser Vorrede kommt Paulus zur Sache. Er erklärt, dass er jedes Recht hätte, Philemon etwas zu gebieten und doch will er ihn einfach bitten … und so fragt man sich, was denn nun kommt.

 

Paulus tritt nur für einen wohl vormals entlaufenen Sklaven von Philemon ein, den Onesimus, der bei Paulus zum Glauben gekommen ist und den er nun zu seinem ehemaligen Herrn zurückschickt.

Er bittet dabei um eine freundliche Aufnahme durch den „Herzenserquicker“, dem er mit Onesimus sein „eigenes Herz“ schickt (v.12).

Dann wird es rhetorisch noch bemerkenswerter, denn Paulus betont, dass Onesimus für ihn das getan hat, was Philemon hätte tun sollen … er aber diese gute Hilfe nicht gezwungen, sondern freiwillig wünscht. Und so wie Onesimus bei Paulus eine Hilfe war, anstelle des Philemon, so soll dieser nun Onesimus aufnehmen, anstelle des Paulus.

 

In den Versen 20 und 21 findet dann dieser meisterhaft formulierte Brief seinen Höhepunkt:

Nochmals kommt das Thema des „Herzens“. Nun bittet Paulus den Herzenserquicker, sein Herz zu erquicken … nachdem er zuvor Onesimus schon als „sein Herz“ bezeichnet hatte.

 

Und in Vers 21 drückt er sein Vertrauen darauf aus, dass Philemon im Gehorsam sein wird … nachdem er ja vorher gesagt hatte, dass er nicht unmittelbar befiehlt, sondern bittet … dieser Bitte ist also im Gehorsam zu folgen J

 

  • Der Brief ist spannend zu lesen und ein rhetorisches Meisterwerk …
  • … ABER, was hat er mit uns zu tun?

 

Ich denke, wir sehen hier, wie Christen leben sollten. Vergebung und Bruderliebe stehen hinter all dem, was Paulus schreibt.

Und wir tun gut daran, uns ebenso darum zu bemühen, auch denen in Liebe zu begegnen, die uns mal Schaden zugefügt haben und immer darauf bedacht zu sein, die Herzen der Gläubigen zu erquicken!