Apg 1,9-14: „Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg. 10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern. 11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen. 12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt. 13 Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten: Petrus, Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon der Zelot und Judas, der Sohn des Jakobus. 14 Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

In Vers 3 wurde bereits berichtet, dass Jesus sich nach seiner Auferstehung für 40 Tage zeigte. Hier lesen wir dann davon, wie Jesus am Ende dieser Zeit in den Himmel auffährt. Lukas gibt hier noch etwas mehr Details als in seinem ersten Himmelfahrtsbericht in Lukas 24,50ff.

Wir können uns sicher vorstellen, wie die Jünger voller Staunen und mit allen möglichen Emotionen hinter Jesus her sahen. In diese Situation hinein stehen dann plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern. Diese Beschreibung gleicht anderen Beschreibungen von Engelserscheinungen, bei denen diese im ersten Moment nicht als Engel erkannt werden (wie zum Beispiel beim Bericht von dem bzw den Engeln am leeren Grab am Ostermontag). Die Engel sagen den Jüngern dann etwas, auf das wir bis heute warten, nämlich, dass Jesus so wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist. Sie sagen den Jüngern aber auch, wo Jesus bis dahin ist – er wurde im Himmel aufgenommen. Im dritten Bericht von der Himmelfahrt, der prophetischen Beschreibung in Daniel 7 (ab Vers 13) wird beschrieben, wie Jesus im Himmel ankommt und ihm dort von Gott Vater gegeben wird, „Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.“

Wir wissen also, dass unser HERR vom Himmel her regiert, bis er eines Tages wiederkommen und dann sein Reich auch sichtbar hier auf Erden aufrichten wird. Bis dahin sind die Jünger und mit ihnen auch wir dazu aufgefordert, nicht einfach sehnsuchtsvoll gen Himmel zu schauen, sondern hier auf Erden als seine Zeugen zu agieren, so wie Jesus es seinen Jüngern gerade in Vers 8 gesagt hatte.

  • Das ist unser Auftrag. Wir sollen nicht in den Himmel gucken oder darüber spekulieren, wann genau Jesus wiederkommt, sondern die Zeit auskaufen, um noch möglichst viele Menschen zum Glauben zu rufen!

Für die Jünger war die Zeit aber noch nicht ganz gekommen, denn noch sollten sie auf die Ausgießung des Heiligen Geistes warten. Wenn wir in Vers 12 lesen, dass „Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, der heißt Ölberg und liegt nahe bei Jerusalem, einen Sabbatweg entfernt.“ klärt das den Ort der Himmelfahrt (den Ölberg). Der Hinweis auf den Sabbatweg (also die am Sabbat maximal erlaubte Entfernung, die man gehen darf) könnte vermuten lassen, dass sich die Himmelfahrt an einem Samstag (Sabbat) abgespielt hat. Allerdings bringen uns die 40 Tage seit Ostern zu einem Donnerstag, weshalb wir Christi Himmelfahrt jeweils an einem Donnerstag feiern.

Auf jeden Fall zogen sich die Jünger zurück in einer Obergemach und beteten einmütig miteinander, zusammen mit einigen Frauen. Die 11 verbliebenden Jünger werden uns hier nochmals namentlich vorgestellt, so wie Lukas das zuletzt in Lk 6,14-16 getan hatte, nur das jetzt eben Judas Iskariot fehlt. Von den Frauen haben wir immer wieder gehört. Das waren wahrscheinlich Ehefrauen der verheirateten Jünger und noch einige mehr, inklusive auch der Mutter Jesu.

Die letzte Bemerkung (und seinen Brüdern) ist spektakulär. Denn bisher waren diese ja keine Jünger, sondern hatten Jesus für verrückt geworden gehalten (Joh 7,5). Doch offenbar war der auferstandene Jesus auch ihnen erschienen. Zumindest sind sie jetzt bei den Jüngern und den Frauen und beten mit ihnen stets einmütig.

Das muss eine sehr innige Gemeinschaft gewesen sein. Es ist schwer abschätzbar, was in dieser Zeit in ihnen vorging. Waren sie betrübt darüber, dass die Zeit mit Jesus hier auf Erden nun zumindest erstmal vorbei war? Waren sie voller Erwartung und Vorfreude darauf was geschehen würde, wenn der Heilige Geist auf sie kommen würde? Oder waren sie einfach verwirrt, weil sie all das noch nicht so richtig einordnen konnten? Sie tun auf jeden Fall das, was auch wir immer wieder tun sollten: sie beten.

  • Möge der Herr uns auch immer wieder und immer mehr zu einer Gemeinschaft machen, die einmütig im Gebet ist und die bereit dazu ist zu tun, was uns der Herr sagt.