11,1-10: „1 So frage ich nun: Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israelit, vom Geschlecht Abrahams, aus dem Stamm Benjamin. 2 Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat. Oder wisst ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia, wie er vor Gott tritt gegen Israel und spricht (1.Könige 19,10): 3 »Herr, sie haben deine Propheten getötet und haben deine Altäre zerbrochen, und ich bin allein übrig geblieben und sie trachten mir nach dem Leben«? 4 Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? (1.Könige 19,18): »Ich habe mir übrig gelassen siebentausend Mann, die ihre Knie nicht gebeugt haben vor dem Baal.« 5 So geht es auch jetzt zu dieser Zeit, dass einige übrig geblieben sind nach der Wahl der Gnade. 6 Ist’s aber aus Gnade, so ist’s nicht aus Verdienst der Werke; sonst wäre Gnade nicht Gnade. 7 Wie nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Auserwählten aber haben es erlangt. Die andern sind verstockt, 8 wie geschrieben steht (Jesaja 29,10): »Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.« 9 Und David spricht (Psalm 69,23-24): »Lass ihren Tisch zur Falle werden und zu einer Schlinge und ihnen zum Anstoß und zur Vergeltung. 10 Ihre Augen sollen finster werden, dass sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit.«

Zu Beginn von Kapitel 11 stellt Paulus – wie so oft – eine Frage, die er dann selbst beantwortet: „Hat denn Gott sein Volk verstoßen?“ Und wie schon mehrfach zuvor lautet seine Antwort auf diese Frage „Das sei ferne!

Das erklärt er dann weiter und betont dabei zwei Dinge:

  • Gott ist treu und seine Erwählung ist unverrückbar! Deshalb hat er sein Volk auch nicht verstoßen. Aber die Erwählung galt nie jedem einzelnen Juden. Sie galt immer nur einem gläubigen Überrest und der wird auch gerettet werden.
  • Rettung geschieht aus Gnade allein und hat deshalb nichts mit Werken zu tun. Die Bibel lehrt nie Erlösung durch Gnade UND Werke. Es ist „sola gratia“ … Gnade allein. Diese Gnade wird dann Konsequenzen haben und so folgen ihr die Werke, die aber eben nie die Grundlage, sondern immer die Konsequenz der Erwählung und der von Gott allein bewirkten Bekehrung sind.

Die Verse 7-10 führen das weiter aus. In diesem ganzen Abschnitt ist Gottes souveränes Handeln im Blick. Der Fokus ändert sich dann im Fortgang. Aber hier lesen wir nun erstmal von Erwählung und Verstockung, wobei Paulus aus dem AT zeigt, dass das keine neuen Konzepte sind.

Mir ist klar, dass sich viele Christen schwer mit diesen Konzepten tun … aber wir tun gut daran, alles anzuerkennen und zu glauben, was uns Gottes Wort lehrt.

Und wir dürfen wissen – und werden im Fortgang auch noch klar erkennen – dass Gott in allem planvoll handelt, so dass Gutes darauf hervorgeht.