4,8-20: „8 Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind. 9 Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt? 10 Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. 11 Ich fürchte für euch, dass ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe. 12 Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe Brüder, ich bitte euch. Ihr habt mir kein Leid getan. 13 Ihr wisst doch, dass ich euch in Schwachheit des Leibes das Evangelium gepredigt habe beim ersten Mal. 14 Und obwohl meine leibliche Schwäche euch ein Anstoß war, habt ihr mich nicht verachtet oder vor mir ausgespuckt, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, ja wie Christus Jesus. 15 Wo sind nun eure Seligpreisungen geblieben? Denn ich bezeuge euch, ihr hättet, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben. 16 Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte? 17 Es ist nicht recht, wie sie um euch werben; sie wollen euch nur von mir abspenstig machen, damit ihr um sie werben sollt. 18 Umworben zu werden ist gut, wenn’s im Guten geschieht, und zwar immer und nicht nur in meiner Gegenwart, wenn ich bei euch bin. 19 Meine lieben Kinder, die ich abermals unter Wehen gebäre, bis Christus in euch Gestalt gewinne! – 20 Ich wollte aber, dass ich jetzt bei euch wäre und mit andrer Stimme zu euch reden könnte; denn ich bin irre an euch.

Diese Verse sind abermals sehr scharf formuliert. Paulus erinnert die Galater daran, was sie einst waren – nämlich Götzenanbeter. Und dann erinnert er sie daran, wie sie zum Glauben gekommen sind. Dabei gebraucht Paulus eine interessante Formulierung, wenn er schreibt: „Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid“. Ganz offensichtlich wurde sie zuerst von Gott erkannt, bevor sie ihn erkannten. Ihre Rettung war also ursprünglich Gottes Werk, das dann dazu führte, dass sie dann auch Gott erkannten. Von daher ist es für Paulus im Prinzip unerklärlich, wie die Galater jetzt das Evangelium hinter sich lassen. Dabei scheinen sie nun die jüdischen Gesetze zu wählen. Paulus ruft sie zum Evangelium zurück und scheut sich nicht, sich dabei als Vorbild zu nennen: „Werdet doch wie ich.

  • Ich finde das immer wieder sehr herausfordernd. Tatsächlich sollen wir unseren Glauben ja alle so leben, dass wir Anderen als Vorbild dienen können!

Paulus erinnert die Galater dann auch noch daran, wie sie sich um Paulus gekümmert haben, als er einst zu ihnen kam. Wahrscheinlich hatte er eine Augenkrankheit und die Galater hätten ihre Augen ausgerissen und sie ihm gegeben, wenn das möglich wäre. So sehr liebten sie ihn.

Doch jetzt wurden sie von falschen Lehrern umworben, denen sie sich zuzuwenden drohten. Paulus betont hier, dass oft Menschen immer mal wieder andere Menschen umwerben, um ihre eigene Agenda zu fördern. Menschen zu umwerben ist an sich nicht falsch – aber wir sollten darauf achten, wie und mit welchem Ziel sie das tun.

Die Galater sollten wahrnehmen, dass diejenigen, die um sie warben, es nicht wirklich gut mit ihnen meinten, weil sie sie vom Evangelium wegbringen wollten.

Die Verse 19-20 zeigen, wie sehr Paulus hier leidet, in Sorge und letztendlich wohl auch frustriert ist. Er ist eben ein Hirte, der es wirklich gut mit den Schafen meint und sich Sorgen um sie macht.

  • Ich kann das sehr gut nachvollziehen – und wahrscheinlich können das auch manch andere unter uns. Es ist wirklich traurig und frustrierend, wenn Menschen, in die man sich geistlich investiert hat, durch falsche Lehrer und falsche Lehren auf eine falsche Fährte gelockt werden.
  • Möge der HERR uns ganz nah beim Evangelium halten!