4,7-16: „7 Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi. 8 Darum heißt es (Psalm 68,19): »Er ist aufgefahren zur Höhe und hat Gefangene mit sich geführt und hat den Menschen Gaben gegeben.« 9 Dass er aber aufgefahren ist, was heißt das anderes, als dass er auch hinabgefahren ist in die Tiefen der Erde? 10 Der hinabgefahren ist, das ist derselbe, der aufgefahren ist über alle Himmel, damit er alles erfülle. 11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. 15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.

Ab Vers 7 kommt Paulus auf die Gnadengaben zu sprechen. Diese werden jedem Christen von Christus gegeben. Das Zitat aus Psalm 68 wird hier primär dazu verwandt, um zu betonen, dass wir unsere Gaben von dem haben, der aus dem Himmel zu uns kam und wieder in den Himmel zurückgekehrt ist – Christus!

Ab Vers 11 werden dann besondere Gaben Gottes erwähnt, nämlich die Ämter bzw Menschen, die er eingesetzt hat. Diese sind zum Wohl der Gemeinde gegeben. Dabei werden auch die Ämter erwähnt, die zuvor schon zweimal als Grundlagen-Ämter der Gemeinde erwähnt wurden, nämlich die Apostel und Propheten. Dann kommen die Evangelisten, wobei unklar ist, ob dies Evangelisten in unseren Sinne sind oder evtl auch ein Grundlagenamt der ersten Christen. Schließlich lenkt Paulus den Blick auf das Amt der Hirten & Lehrer. Diese haben eine ganz wichtige Funktion. Denn durch gute biblische Lehre sollen sie – neben der schon bestehenden Einheit in Christus – auch darauf hinwirken, dass die Gemeinde hinwächst zur Einheit in der Erkenntnis. Diese ist eben nicht automatisch gegeben. Aber diese kann durch gute Lehre gefördert werden.

Da wo unterschiedliche Sichtweisen bestehen, fehlt es mindestens auf einer Seite offensichtlich noch an echter Erkenntnis. Da ist dann gute Lehre gefragt. Dabei soll die Wahrheit aber immer in Liebe vermittelt werden … das heißt beim Ringen um die Einheit der Erkenntnis sollten wir immer darauf bedacht sein, die grundlegende Einheit in Christus nicht zu gefährden. Diese muss die Basis sein, auf der dann eben auch in Liebe zu Gott und zu einander nach mehr Einheit in der Erkenntnis gerungen werden kann.

Beide Dimensionen der Einheit sollten also unbedingt koexistieren.

  • Wir sollten weder im Namen der schon bestehenden Einheit alle Erkenntnisunterschiede ausblenden, denn das verhindert dann die noch tiefere Einheit der Erkenntnis.
  • Noch sollten wir aufgrund von Erkenntnisunterschieden aus dem Blick verlieren, dass wir schon ganz fundamental vereint sind.