2,1-3: „1 Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden, 2 in denen ihr früher gelebt habt nach der Art dieser Welt, unter dem Mächtigen, der in der Luft herrscht, nämlich dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams. 3 Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.“
Kapitel 2 beginnt in den ersten 10 Versen mit einer großartigen Zusammenfassung dessen, was alle Christen erlebt haben – auch wenn manchem Christen einzelne Aspekte evtl nicht unmittelbar klar gewesen sein mögen. Wir wollen diese großartigen Verse in drei Abschnitten betrachten. Heute schauen wir dabei auf, das, was wir alle einst waren.
Wir alle waren einst (geistlich) tot durch unsere Übertretungen und Sünden. Diese bestimmten unser Leben, so dass Paulus hier schreibt, dass die Epheser einst in ihnen lebten. Natürlich sündigen auch Christen noch. Aber die Sünde (sollte) nicht mehr ihr Leben bestimmen. Deswegen unterscheiden sich Christen dadurch, dass sie anders leben als geistlich tote Menschen.
- Das kann ein guter Test für uns sein, um zu sehen, ob wir wirklich geistlich lebendig sind. Leben wir anders als die Welt? Sind wir geprägt von einem Verlangen, die Sünde zu überwinden? Oder machen wir einfach damit weiter, so wie Menschen, für die Sünde bestenfalls nur dann ein Problem ist, wenn ihnen die Konsequenzen der Sünde nicht gefallen?
- Anders gefragt – sind wir schon geistlich lebendig und damit in der Lage, Gott zu erkennen und danach zu streben, Ihm zu gefallen?
Eine zweite Frage, die diese Verse aufwerfen ist die danach, wer letztendlich über uns herrscht. Während die Sünde in unbekehrten Menschen dominiert, herrscht über ihnen der Teufel, der hier mit „dem Geist, der zu dieser Zeit am Werk ist in den Kindern des Ungehorsams“ gemeint ist.
Christen leben nicht mehr unter der Herrschaft des „Fürsten der Welt“, sondern unter der Herrschaft des HERRN. Wir leben zwar in gewisser Weise noch im Einflussbereich des Teufels, aber wir gehören schon zum Reich Gottes und sind deshalb Fremdlinge in dieser Welt.
Diejenigen, die noch nicht zum Reich Gottes gehören werden hier sowohl als Kinder des Ungehorsams, wie dann auch als Kinder des Zorns bezeichnet. Von daher ist es eben nicht zutreffend alle Menschen als Kinder Gottes zu bezeichnen. Nicht-Christen sind natürlich auch Geschöpfe Gottes aber durch die Sünde so von ihm entfremdet, dass sie nicht als seine Kinder bezeichnet werden können. Dazu braucht es erst einer Adoption, mit der Gott diejenigen als seine Kinder annimmt, die ihn im Glauben als ihren Vater und damit als ihren Herrn anerkennen.
Vers 3 betont dann nochmal, dass auch alle Christen einst geistlich tot waren: „Unter ihnen haben auch wir alle einst unser Leben geführt in den Begierden unsres Fleisches und taten den Willen des Fleisches und der Sinne und waren Kinder des Zorns von Natur wie auch die andern.“
- Wir alle wurden einst von unseren sündigen Begierden bestimmt. Als Christen sollten wir darum bemüht sein, gegen sie anzukämpfen.
- Und wir Christen haben keinen Grund, uns über andere zu erheben. Wir waren, was sie sind. Und dass wir nun nicht mehr tot sind, ist allein der großen Gnade Gottes geschuldet – darum geht es dann ab Vers 4.
Für heute möchte ich uns einfach ermutigen, uns wieder bewusst zu machen, dass unser Leben offenbaren sollte, dass wir eben nicht mehr geistlich tot sind. Deswegen lohnt es sich, über diese drei Verse nachzudenken und zu sehen, wo wir tatsächlich nicht mehr so leben, wie Menschen, die noch nicht bekehrt sind. Und wenn wir Bereiche sehen, in denen wir kaum anders leben als die Welt, dann sollten wir Gott bitten, uns neue Kraft zu schenken, das zu ändern.