2,4-7: „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden –; 6 und er hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus, 7 damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus.

Vers 4 ist ein typischer Wendepunkt, wie wir ihn bei Paulus häufiger finden. So wie in Römer 3,21 kommt auch hier nun das große „ABER“, durch das der Übergang von der schlechten zur guten Nachricht markiert ist.

Aber Gott … folgt also auf die Beschreibung dessen, was alle Menschen einst waren: tot in ihren Übertretungen und Sünden und Kinder des Zorns.

Dabei lesen wir über Gott „der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat.“ Das heißt, obwohl wir unter Gottes gerechtem Zorn standen, hat Gott uns geliebt. Darin sehen wir Gottes einzigartige Barmherzigkeit! Gottes Liebe und Hass schließen sich also nicht aus. Gott hat einen gerechten Zorn über alles Böse und damit auch über die Menschen, die gegen IHN rebellieren. Doch das hindert Gott nicht daran, diese Menschen gleichzeitig zu lieben. Das tut er ganz grundsätzlich mit seiner allgemeinen Liebe für alle seine Geschöpfe. Hier ist aber ein anderer Aspekt der göttlichen Liebe im Blick. Hier geht es um seine konkrete Retterliebe.

Und dann lesen wir, was Gottes Retterliebe für uns Christen getan hat. Er hat uns, die wir einst „tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht.“ Das heißt, wir haben nur deshalb geistliches und ewiges Leben, weil Gott eingegriffen hat. Und das tat Gott in seiner Barmherzigkeit und Liebe und das tat er, weil er ein gnädiger Gott ist. Da wo wir Strafe verdient hätten, sah Gott uns in Gnade an. Das ist völlig unverdient und ein Geschenk, zu dem wir nichts beigetragen haben. Das konnten wir ja auch gar nicht – wir waren ja tot.

  • Rettung ist also allein Gottes Werk.

Und in seiner Gnade hat Gott noch viel mehr für uns getan. Er hat uns nicht nur wahres Leben gegeben. Er hat uns „mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus.“ Das klingt erstmal etwas schwer verständlich. Das ist sicher eine typische Aussage von etwas, dass in gewisser Weise jetzt schon zutrifft und andererseits erst noch passieren wird.

Wir gehören schon zu Gottes Reich und nicht mehr zu dieser Welt. Aber natürlich leben wir noch hier und sehen sehnsüchtig in Richtung Himmel, von wo Jesus dann eines Tages kommen wird, wie es in Philipper 3,20 beschreibt.

  • Ich hoffe, dass wir alle mit dieser Sehnsucht und Erwartung leben und es uns nicht in dieser Welt zu bequem machen.

Wenn dann der HERR wiederkommt, wird seine Gnade an uns für uns und alle anderen vollkommen offenbar werden. Dann wird geschehen, worauf Vers 7 sieht: „damit er in den kommenden Zeiten erzeige den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade durch seine Güte gegen uns in Christus Jesus.

  • Deswegen sollten wir schon im Hier und Jetzt leben zum Lobpreis seiner herrlichen Gnade, wie wir es ja auch schon in Kapitel 1 gehört haben.