1,1-5: „Paulus, ein Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten, 2 und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien: 3 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus, 4 der sich selbst für unsre Sünden dahingegeben hat, dass er uns errette von dieser gegenwärtigen, bösen Welt nach dem Willen Gottes, unseres Vaters; 5 dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. “

Zu Beginn des Galaterbriefs erklärt Paulus wo seine Berufung herkommt. Er weiß sich von Jesus Christus und Gott dem Vater berufen. Dabei gebraucht er eine erstmal etwas kompliziert klingende Aussage, wenn er schreibt: „nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen.“ Damit meint er wohl, dass er weder von einem Menschen gesandt wurde (ein Apostel ist ein Gesandter), noch, dass er als Botschafter eines Menschen unterwegs ist. Gott ist also sowohl derjenige, dessen Botschaft er bringt und er ist auch derjenige, der ihn gesandt hat. Das mögen Prediger / Evangelisten / Missionare heute auch für sich in Anspruch nehmen und doch sind sie in der Regel von Menschen berufen und ausgesandt, um dann die göttliche Botschaft zu verkünden. Paulus betont hier also seine besondere Autorität. Das tut er so nicht immer am Anfang seiner Briefe. Oft beschreibt er sich eher demütig als ein Knecht Christi. Aber in diesem Brief schreibt er bewusst mit viel Nachdruck, denn in den Gemeinden in Galatien gibt es wesentliche Irrlehren zu korrigieren.

  • Wenngleich heute kein Prediger die gleiche apostolische Autorität hat, ist es doch auch heute für Prediger wichtig zu erkennen, wann eine eher demütige Ansprache angesagt ist, und wann es einen eher autoritativen Ton braucht.

 

Paulus sagt dann ab Vers 3 in Verbindung mit seinem Standardgruß „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus“ Worte, in denen das Evangelium der freien, unverdienten Gnade angedeutet werden: „dem Herrn Jesus Christus, 4 der sich selbst für unsre Sünden dahingegeben hat, dass er uns errette von dieser gegenwärtigen, bösen Welt nach dem Willen Gottes, unseres Vaters; 5 dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen

Damit setzt er den Ton und das Thema dieses Briefs, denn im Fortgang wird er gegen jede Form von Werkegerechtigkeit angehen.

Vers 4 zeigt, dass unsere Rettung nach dem Willen Gottes geschah. Nun gibt es Theologen, die meinen, dass damit der allgemeine Wille Gottes gemeint ist, nachdem Gott nicht will, dass wir sündigen und nicht will, dass irgendein Mensch verloren geht. Aber der Kontext macht doch recht deutlich, dass es hier um mehr als nur einen allgemeinen Willen geht, den Gott nicht durchsetzt, sondern nur äußert.

Hier geht es um Gottes gebieterischen Willen, den er durchsetzt. Das ist schon dadurch klar, dass hier eben auch Gott der handelnde Akteur ist, über den es heißt, „dass er uns errette“!

Von daher gebührt Gott alle Ehre für unsere Errettung und unsere Werke – ob Beschneidung, Taufe, andere Rituale oder selbst ein Gebet – sind nicht das, was etwas zu unserer Rettung beitragen. Sie können bestenfalls die logische Konsequenz von Gottes Rettungshandeln sein!

  • Ich hoffe, dass uns die Erkenntnis, dass unsere Rettung allein Gottes Werk ist, dankbar macht und ins dazu motiviert, für IHN zu leben.