5,1-12: „​1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! 2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. 3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. 4 Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. 5 Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. 6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. 7 Ihr lieft so gut. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? 8 Solches Überreden kommt nicht von dem, der euch berufen hat. 9 Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. 10 Ich habe das Vertrauen zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. 11 Ich aber, liebe Brüder, wenn ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich dann Verfolgung? Dann wäre das Ärgernis des Kreuzes aufgehoben. 12 Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!

Kapitel 5 beginnt mit den großartigen Worten: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Das ist eben vor allem die Freiheit von der Knechtschaft durch das Gesetz. Wer sich wieder dem Gesetz unterstellt, missachtet diese Freiheit und sagt damit letztendlich zu Gott, dass er nicht die freie Gnade Gottes in Anspruch nehmen will, sondern durch eigene Werke vor Gott bestehen will. Das ist aber zum Scheitern verurteilt.

So erklärt Paulus: „Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen.“ Dabei steht die Beschneidung hier eben für den Versuch, durch bestimmte Werke vor Gott bestehen zu müssen. Dabei ist die Beschneidung eben kein Gutes Werk, das aus dem Glauben kommt, sondern beruht hier auf der irrigen Annahme, dass wir beschnitten sein müssen, um zu Gottes Volk zu gehören. Wer damit anfängt, muss dann aber eben das ganze Gesetz halten. Denn ein solcher Mensch vertraut eben nicht auf Christus allein für seine Rettung und wer nicht auf Christus allein vertraut, der hat Christus verloren.

Wer auf Christus allein vertraut, der meint nicht noch etwas tun zu müssen, um so bei Gott Annahme zu finden. Ein solcher Mensch lebt im Glauben. Dabei ist der Glaube immer ein tätiger Glaube – das macht Paulus in Vers 6 deutlich: „… der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Paulus erinnert die Galater dann an den so guten Start in ihren Glauben und er fragt, wer sie denn vom guten Weg abgebracht habe. Wer falscher Lehre Raum gibt, muss damit rechnen, dass sie sich ausbreitet, so wie Sauerteig es tut.

  • Das ist eine Warnung, die wir sehr ernst nehmen sollte.
  • Immer wieder wird die Gnade Gottes klein gemacht und wir neigen dazu, uns mehr auf uns und unsere Werke zu verlassen.
  • Doch ein solches Denken führt uns Weg vom rettenden Glauben,

Paulus sagt dann aber auch, dass er voller Zuversicht ist im Hinblick auf die Galater. Denn er hat ihren Glauben erlebt und er hält diesen Glauben für echt. Und weil dieser Glaube ein Geschenk Gottes ist und Christus niemanden verliert, den der Vater ihm gegeben hat und der deshalb an ihn glaubt, kann Paulus diese Zuversicht haben … und deshalb dürfen auch wir die Zuversicht haben!