5,13-15: „13 Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. 14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem (3.Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« 15 Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.

In Vers 13 greift Paulus nochmal seinen Gedanken von 5,1 auf (Zur Freiheit hat uns Christus befreit!) Doch hier wendet er diese großartige Wahrheit nicht mehr gegen Gesetzlichkeit an, sondern gegen Gesetzlosigkeit.

Die Freiheit von der Auflage, das Gesetz halten zu müssen, um so vor Gott bestehen zu können bedeutet eben nicht, dass wir das Gesetz ignorieren können. Das Gesetz ist immer noch gut und offenbart uns immer noch Gottes Willen für uns. Deswegen sollten wir dem, was dem Gesetz entgegensteht – nämlich unserem Fleisch – keinen Raum geben.

Vielmehr sollten wir das tun, was laut Jesus die Zusammenfassung des Gesetzes bzw das höchste Gesetz ist, nämlich lieben. Hier sieht Paulus dabei auf die zwischenmenschliche Dimension (und nicht auf die Liebe zu Gott, die er hier wohl voraussetzt). Wahrer Glaube zeigt sich in der Liebe. Denn die Liebe Gottes ist den Gläubigen von Gott gegeben, damit sie darin leben können. Wiederum – es geht hier nicht um Gesetzlichkeit – wir werden nicht gerecht, weil wir lieben. Das schaffen wir sowieso nicht, denn unsere Liebe ist nicht vollkommen. Aber die durch den Glauben gerecht gesprochenen sollen lieben.

Ein Problem bei den Galatern war wohl, dass gerade diejenigen, die Gesetzlichkeit lehrten, nicht wirklich Liebe zeigten. Paulus fasst das in der fast etwas witzig klingenden Warnung zusammen: „Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.

  • Uns darf das herausfordern uns selbst zu prüfen, ob wir in der Liebe gegenüber unseren Nächsten leben. Damit sind natürlich nicht nur die gemeint, die wir nett finden und bei denen es uns leicht fällt, sie zu lieben. Hier geht es gerade auch um die, mit denen wir ohne Gott nichts zu tun hätten und die uns fremd oder unsympathisch sind.
  • Gerade gegenüber solchen Menschen können wir durch Liebe offenbaren, dass wir Jesu Jünger sind!