6,1-5: „1 Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. 2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. 3 Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. 4 Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk; und dann wird er seinen Ruhm bei sich selbst haben und nicht gegenüber einem andern. 5 Denn ein jeder wird seine eigene Last tragen.“
Nach der Beschreibung des Kampfes zwischen dem Fleisch und dem Geist und dem Aufruf dazu, den Kampf aufzunehmen und dem Geist Raum zu geben, so dass er in uns Frucht bringen kann, lesen wir nun zu Beginn von Kapitel 6 ganz realistisch davon, dass es vorkommen kann, dass ein Christ in Sünde fällt.
Und deswegen haben wir eben nicht nur den Auftrag, auf uns selbst Acht zu geben, sondern sollen auch aufeinander Acht geben und einander helfen. Wir sollen einander zurechthelfen „mit sanftmütigem Geist.“ Das werden wir nur und das können wir nur, wenn wir selber dem Fleisch wenig Raum geben. Denn sonst kann es passieren, dass nicht wir dem Menschen helfen, der dem Fleisch zu viel Raum gegeben hat, sondern von diesem Menschen selber mehr in die Sünde gezogen werden.
Deswegen sollten wir eben immer sowohl auf uns selbst sehen, wie auch auf andere und so einander dabei helfen, Versuchungen aus dem Weg zu gehen und da, wo das nicht gelingt, ihnen zu widerstehen. In allem sollen wir als Christen eine Weggemeinschaft sein, die einander dabei hilft, Lasten zu tragen.
Paulus schreibt dazu: „so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Damit ist hier sicher vor allem das Doppelgebot der Liebe gemeint. Denn wir anderen helfen, zeigt das unsere Liebe zu ihnen. Und wenn wir ihnen dabei helfen, Gott-gefälliger zu leben, dann zeigt das auch unsere Liebe zu Gott.
In all dem sollten wir darauf Acht haben, dass wir nicht überheblich und stolz meinen, so stark zu sein, dass wir immer anderen helfen können und selber nie Hilfe brauchen. Das wäre Selbstbetrug und sehr gefährlich. Wir alle haben unsere Lasten zu tragen, wie Paulus in Vers 5 erklärt. Und deswegen haben wir es alle auch mal nötig, dass andere uns dabei helfen, genauso wie wir eben auch anderen dabei helfen sollen.
- Ich bin dankbar, dass wir in der Gemeinde eine solche Weggemeinschaft haben.
- Und ich wünsche mir, dass wir einander noch viel mehr Anteil an unseren Kämpfen geben und einander noch mehr dabei helfen, Jesus Christus nachzufolgen.