1,21-23: „Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, 22 hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle; 23 wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel. Sein Diener bin ich, Paulus, geworden.

Ab Vers 21 wendet Paulus den allgemeinen Christushymnus (bzw die zweite Hälfte davon (V.18-20)) auf die Christen in Kolossä an. Dabei betont Paulus, dass unsere Erlösung das gnädige Werk des Herrn Jesus ist. Das war für die Kolosser besonders wichtig, da sie scheinbar in der Gefahr standen, sich von Christus zu entfernen und sich durch Irrlehrer verwirren zu lassen, die irgendwelche weltliche Philosophien lehrten.

  • Auch heute noch gibt es bei Christen manchmal das Verlangen, ganz neue Dinge zu erfahren.
  • Paulus macht deutlich, dass das der falsche Weg ist. In Christus haben wir alles. Deswegen tun wir gut daran, unsere Energie darauf zu verwenden, IHN besser kennen zu lernen.

Die Verse 21-22a klingen dabei ähnlich wi Epheser 2,1ff. Paulus erinnert die Christen zuerst daran, was sie einst waren – in Epheser 2,1 „Tod in ihren Übertretungen und Sünden“ – hier nun „die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken“. Und dann beschreibt er, was ihnen widerfahren ist – in Eph 2,4: „Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht“ – hier nun „hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes.

Während in Ephesus die Bekehrung also so beschrieben wird, dass durch Christus Menschen vom Tod zum Leben gekommen sind, ist hier die Rede davon, dass Feinde mit Gott versöhnt wurden.

  • Das sind zwei herrliche Aussagen über das wunderbare Gnadenwerk unseres Herrn!

Letztendlich ist Gottes Ziel mit unserer Erlösung: „damit er euch (uns) heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle“.

  • Das ist das große Ziel unserer Rettung!

Wenngleich wir zu unserer Rettung nichts beitragen, heißt das nicht, dass wir als Christen passiv bleiben können. Paulus ruft die Kolosser dazu auf, nun auch aktiv im Glauben zu bleiben und sich nicht von Jesus Christus abzuwenden: „wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums.

Diese Warnung war in Kolossä von besonderer Dringlichkeit, aber letztendlich brauchen wir alle immer wieder die Ermutigung, am Evangelium festzuhalten. Es gibt nur diese eine Rettungsbotschaft, die überall auf der Welt verkündet wird und für die sich Paulus in besonderer Weise eingesetzt hat.

Es ist so leicht, sich vom Evangelium wegzubewegen, denn unsere Welt funktioniert nach dem Leistungsprinzip. Da bekommt man, was man sich verdient und erarbeitet hat. Doch zu Gott können wir nun durch das kommen, was Jesus getan hat. Das ist Gnade! Und das ist das Evangelium!