1 Könige 8

Salomos Gebet zur Einweihung des Tempels in Kapitel 8 ist ein wunderbares Gebet. Und doch gibt es ein Problem. Er ruft Gott auf, zu seinem Wort zu stehen (V.25f), das Problem ist aber nicht, dass Gott sein Wort nicht hält, sondern dass Davids Nachkommen nicht so leben, wie von Gott befohlen.

Die Verse 46ff sind bemerkenswert. Salomo erkennt hier an (wie ja im Prinzip im ganzen Gebet), dass wir alle Sünder sind und appelliert deshalb an Gottes Gnade für bußfertige Sünder.

Vers 56 ist auch interessant. Salomo identifiziert die Friedenszeit als die Zeit der verheißenen Ruhe. Sicher war das eine sehr vorläufige Erfüllung dieser Zusage und doch wissen wir z.B. aus Hebr. 3-4, dass wir noch auf die versprochene Ruhe warten … und unsere Lebenserfahrung sagt uns das auch. Wir dürfen immer mal wieder einen Vorgeschmack bekommen (deshalb auch der Ruhe-Sonntag) und doch haben wir noch keine dauerhafte Ruhe. Deshalb habe ich auch immer wieder Sehnsucht nach dem Himmel … auch wenn ich grundsätzlich Lebens-bejahend bin 🙂

Und auch Vers 58 ist interessant. Hier erkennt Salomo an, dass Gott unsere Herzen bewegen muss, damit wir IHM wohlgefällig leben können. Von daher ist es immer wieder ein gutes Gebet, Gott um ein reines, mutiges und demütiges, gehorsames, dankbares und frohes Herz zu bitten.

  • Möge der Herr uns immer wieder solche Herzen geben

 

Hebräer 3

In Kapitel 3 sehen wir dann, dass Christus auch größer als Mose ist. Dabei ist die Ansprache an die Gläubigen in Vers 1 bemerkenswert: „ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung,“

  • Ist das nicht großartig?

Und dann lesen wir eine interessante Bezeichnung Jesu: „den Apostel und Hohenpriester.“

  • Ich glaube, dass jedes biblische Amt in Jesus seine vollkommene Erfüllung findet. Er ist König, Priester und Prophet … und Apostel.

Im Fortgang kommt dann der Vergleich zu Mose. Mose wird dabei sehr hervorgehoben und doch wird eben deutlich, dass Jesus viel größer und bedeutender ist.

In Kapitel 3, Vers 6 (und dann ganz ähnlich auch noch mal in Vers 14) lesen wir eine (bzw zwei) Aussage, die verdeutlicht, dass die Zukunft offenbart, was in der Gegenwart zutrifft. So heißt es: „Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten.“ und dann in Vers 14: „wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten.“ Ob wir im Hier und Jetzt Christen sind (zu Christus gehören) erweist sich letztendlich daran, ob wir an ihm festhalten. Man könnte eben auch andersherum sagen; wer nicht an Christus festhält, war nie wirklich ein Christ. Deswegen sollten wir unser Christ-sein nicht über etwas aus der Vergangenheit definieren, sondern tagtäglich dadurch offenbaren, dass wir im Glauben leben.

Trotzdem ist es natürlich legitim, auf Ereignisse wie eine Glaubenstaufe zurück zu sehen und sich darauf zu besinnen, dass wir uns zu Christus bekannt haben und uns zugesprochen wurde, dass Gott uns liebt und festhält.

Andererseits sollte die Geschichte des Volks Israel uns eine Warnung sein. Israel hat trotz seiner Treueschwüre nach dem Erhalt des Gesetzes eben letztendlich durch sein Murren und seine Untreue gezeigt, dass sie nicht wirklich gerettet waren. Deshalb durfte Israel damals nicht in die Ruhe einziehen.

  • Ich befürchte, dass es ganz ähnlich auch mit vielen „Christen“ ist, die nie wirklich bei Jesus die Vergebung ihrer Schuld erbeten und ihn ganz bewusst als ihren HERRN angenommen und sich seiner Gemeinde angeschlossen haben.
  • Von daher finde ich es durchaus auch gut, wenn jemand das immer mal wieder ganz bewusst tut. In den gestrigen Taufzeugnissen konnten wir ein gutes Beispiel dafür hören. Dann ist es letztendlich auch egal, wann jemand Christ wurde … ob mit 7 oder mit 24 oder mit über 80.

Wer bis zum Ende im Vertrauen auf Christus und mit dieser Zuversicht lebt, der wird das große Ziel erreichen – … die ewige Ruhe bei Gott. Und die ist nicht langweilig, sondern über alle Maßen herrlich.

  • Möge der HERR uns alle das eines Tages erleben lassen!

1 Könige 7

In Kapitel 7 sehen wir, dass Salomo zwar in der richtigen Reihengfolge und doch unverhältnismäßig agiert. Erst nachdem das Haus für den wahren König (der Tempel Gottes) gebaut ist, baut sich auch König Salomo ein Haus. Doch sein Haus wird noch deutlich größer, als das Haus Gottes. Und er investiert mehr Zeit in den Bau.

Immerhin scheint Salomo klar zu erkennen, dass Gott viel mehr Macht hat und der wahre König ist. Und er bringt seine Schätze in den Tempel (V.51).

  • Das ist eine gute Erinnerung auch für uns.
  • Wo sammeln wir unsere Schätze? In unseren Häusern oder bei Gott … im Himmel?

 

Hebräer 2

In Kapitel 2 wird weiterhin Jesus hervorgehoben. Nachdem gleich zu Beginn des Hebräerbriefs betont worden war, dass Jesus höher als die Propheten und Engel ist, wird hier nun deutlich, dass die Worte Jesu (und die von den Aposteln weitergegebenen Worte) die Quelle unseres Heils sind. Er ist der Botschafter Gottes schlechthin und deshalb gibt es nur eins: Wir sollten auf das Wort achten, dass ER uns verkündet hat (Heb 2,1-4), denn er allein bringt uns das Heil.

  • Nicht auf Jesu Worte zu hören führt dazu, dass wir das Heil verfehlen!
  • Dabei ist es absurd, Jesu Worte von denen der Schrift trennen zu wollen (wie es liberale Theologen … leider inzwischen auch im Bund FeG tun wollen). Denn das wovon hier die Rede ist, ist ziemlich deutlich das, was uns im NT überliefert ist.

Gott ist der Schöpfer und HERR der ganzen Welt – gerade auch weil ER sich für eine Zeit in Jesus Christus erniedrigt hat und in diese Welt kam und uns Menschen gleich wurde. Das tat er, um die Schuld unserer Sünden zu sühnen und uns dann zur Herrlichkeit zu führen.

Jesus wird uns hier also einerseits in seiner ganzen Größe und Erhabenheit gezeigt. Andererseits lehrt uns der Schreiber des Hebräerbriefs auch, dass Jesus uns ganz nahe gekommen ist und sich eng mit uns verbunden weiß. Er ist unser „großer Bruder“ und weil er das menschliche Leben hier auf Erden selber durchlebt und durchlitten hat, ist er auch dazu befähigt, uns in unseren Versuchungen beizustehen.

  • Ich finde es immens tröstlich zu wissen, dass Jesus uns wirklich versteht – gerade auch in unseren Versuchungen.
  • Vor allem ermutigt es mich zu bedenken, dass er nicht der HERR mit einem erhobenen Zeigefinger ist, sondern auch ein Bruder, der meine Schwäche und Not kennt und mir gerade deshalb auch hilft.

1 Könige 6

Der in Kapitel 6 beschriebene Bau des Tempels muss für Israel eine großartige Sache gewesen sein. Endlich gab es ein tolles Haus zur Ehre Gottes und die Zusage, dass Gott da mitten unter seinem Volk wohnen würde. Ich denke, dass wir das so ein wenig nachvollziehen können, wenn wir uns vorstellen, wie es wäre, wenn wir uns ein neues ganz tolles Gemeindehaus bauen würden – oder wenn uns Gem-Gründungen tolle eigene Räume beziehen könnte.

Der Hebräerbrief greift diese Gedanken ja auf und zeigt, dass wir leicht versucht sein können, uns auch ein sichtbares Haus für Gott zu wünschen … einen pompösen Tempel, o.ä..

Dabei besteht die Gefahr, dass wir übersehen, dass wir eine viel bessere Zusage haben. Wenn wir zu Gott gehören, sind wir selber der Tempel des allmächtigen Gottes. Wir müssen nicht zu einem Tempel gehen, um in die Gegenwart Gottes zu kommen. Wir können das an allen Orten zu jeder Zeit.  Und doch sollten auch wir darauf achten, dass unser Tempel schön ist und Gott ehrt. Von daher sind die Ermahnungen des Paulus aus 1. Kor 3,16f und 6,12ff immer wieder eine hilfreiche Erinnerung.

Außerdem dürfen wir wissen, dass die Gemeinde als Tempel beschrieben wird. In der Versammlung der Gläubigen ist Christus besonders gegenwärtig. Aber auch hier geht es natürlich nicht um den Versammlungsort, sondern um die Gemeinschaft der Menschen, die sich in Jesu Namen treffen.

  • Wir haben also einen viel größeren und besseren Tempel als den, den Solomon hier baut!

 

Hebräer 1

Der Hebräerbrief zeigt uns Christus in all seiner Einzigartigkeit und damit in seiner Überlegenheit über alle Dinge.

Gleich zu Beginn lesen wir davon, dass er größer als die Propheten ist. Seine Offenbarung ist das letzte Wort und er ist nicht nur ein Bote Gottes, sondern Gott selbst – „er ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens.“ Sein Wort ist voller Macht, er hat unsere Erlösung bewirkt und er regiert.

  • Diese Eingangsworte sind voller tiefer Christologie! Und so kann dann der Schreiber auch klar und deutlich festhalten, dass Jesus größer als die Engel ist.

Manche Ausleger verstehen hier „Engel“ nicht im Sinne der himmlischen Wesen, sondern im Sinne von Boten und beziehen das auf die Propheten. Im Zusammenhang mit den ersten 3 Versen kann ich das gut nachvollziehen. Andererseits wird im Fortgang dann das Wort Engel eindeutig im Hinblick auf himmlische Wesen (1,7 / 1,14) gebraucht und es erscheint mit eher unwahrscheinlich, dass der Hebräerbrief das gleiche Wort innerhalb weniger Verse auf zwei ganz unterschiedliche Weisen gebraucht.

Fakt ist aber auf jeden Fall, dass Jesus größer als die Propheten und größer als die Engel ist J Diese Grundthese belegt der Schreiber durch verschiedene AT Zitate.

  • Mein Gebet für uns ist, dass wir durch das Lesen des Hebräerbriefs wieder neu ins Staunen darüber kommen, wer Jesus ist und was er für uns getan hat.

1 Könige 5

Die Beschreibung von Salomos Reichtum, Weisheit und Kreativität in Kapitel 5 offenbart, wie sehr Gott ihn gesegnet hatte. Dabei erscheint mir die Zuordnung der ersten 14 Verse von Kap. 5 zu Kap 4 (wie in manchen Bibelausgaben) eigentlich passender, als die Einteilung in der Luther 1984, denn ab 5,15 (5,1) beginnt wirklich ein neuer Bericht … nämlich der Bericht von den Vorbereitungen zum Tempelbau.
Wie schon zu Beginn des Abschnitts bei der Verschwägerung mit dem Pharao, erweist Salomo hier auch diplomatisches Geschick und setzt damit die gute Tradition seines Vaters fort. Da wo David aber immer noch Kriege führte, lebt Salomo nun im Frieden.

  • Daraus lässt sich aber sicher nicht ableiten, dass Davids Kriege falsch waren. Vielmehr stellt Gott Menschen in unterschiedliche Situationen und wir müssen immer fragen, was wann das Richtige ist.
  • Unser König – Jesus Christus – schlägt auch erst eine große Schlacht, bevor er uns den ewigen Frieden bringt.

 

Philemon

In seinem kürzesten Brief schreibt Paulus an Philemon, der offenbar ein guter Freund ist.

Außerdem erwähnt er Aphia und die lokale Gemeinde als Adressaten, wobei man im Fortgang des Briefs den Eindruck gewinnt, dass Aphia und die Gemeinde eher als Zeugen mit angesprochen werden.

Paulus beginnt mit sehr warmen Worten und bringt dabei seine Liebe zu Philemon zum Ausdruck. Dabei preist er Philemon als einen „Herzenserquicker“ (v.7).

Nach dieser Vorrede kommt Paulus zur Sache. Er erklärt, dass er jedes Recht hätte, Philemon etwas zu gebieten und doch will er ihn einfach bitten … und so fragt man sich, was denn nun kommt. Paulus tritt nur für einen wohl vormals entlaufenen Sklaven von Philemon ein, den Onesimus, der bei Paulus zum Glauben gekommen ist und den er nun zu seinem ehemaligen Herrn zurückschickt. Er bittet dabei um eine freundliche Aufnahme durch den „Herzenserquicker“, dem er mit Onesimus sein „eigenes Herz“ schickt (v.12).

Dann wird es rhetorisch noch bemerkenswerter, denn Paulus betont, dass Onesimus für ihn das getan hat, was Philemon hätte tun sollen … er aber diese gute Hilfe nicht gezwungen, sondern freiwillig wünscht. Und so wie Onesimus bei Paulus eine Hilfe war, anstelle des Philemon, so soll dieser nun Onesimus aufnehmen, anstelle des Paulus.

In den Versen 20 und 21 findet dann dieser meisterhaft formulierte Brief seinen Höhepunkt:

Nochmals kommt das Thema des „Herzens“. Nun bittet Paulus den Herzenserquicker, sein Herz zu erquicken … nachdem er zuvor Onesimus schon als „sein Herz“ bezeichnet hatte. Und in Vers 21 drückt er sein Vertrauen darauf aus, dass Philemon im Gehorsam sein wird … nachdem er ja vorher gesagt hatte, dass er nicht unmittelbar befiehlt, sondern bittet … dieser Bitte ist also im Gehorsam zu folgen J

  • Der Brief ist spannend zu lesen und ein rhetorisches Meisterwerk …
  • … ABER, was hat er mit uns zu tun?

Ich denke, wir sehen hier, wie Christen leben sollten. Vergebung und Bruderliebe stehen hinter all dem, was Paulus schreibt.

Und wir tun gut daran, uns ebenso darum zu bemühen, auch denen in Liebe zu begegnen, die uns mal Schaden zugefügt haben und immer darauf bedacht zu sein, die Herzen der Gläubigen zu erquicken!

1 Könige 4

In Kapitel 4 wird deutlich, dass Salomo den Nachkommen der treuen Diener seines Vaters vertraut und grundsätzlich bereit ist, Aufgaben zu delegieren. Auch dies zeugt von seiner Weisheit.

  • Ein Leiter, der nicht delegiert und Mitarbeitern nicht vertraut, wird letztendlich nicht gut leiten können. Denn er limitiert sich und diejenigen, die er leitet, unnötig.

 

Titus 3

Kapitel 3 setzt bei der guten Nachricht des Evangeliums an, mit der Kapitel 2 geendet hatte. Diese sollte dem Leben Fokus geben und eben zu einem veränderten Leben führen. Und genau deshalb sollte die gute evangeliumstreue Lehre zu guten Werken führen – während Irrlehren nur Unheil anrichten. Paulus endet dann damit, dass er ganz konkret zu einigen guten Werken aufruft, die Titus tun sollte – auch um so als Vorbild zu dienen.

  • Für uns stellt sich dann also die Frage, ob wir als Gläubige begierig danach sind, immer mehr in der Erkenntnis Gottes zu wachsen und so dann auch immer mehr das zu tun, was ihm gefällt und was gut für die Menschen ist … und ob wir das eben mit dem klaren Ziel vor Augen tun, dass unser Leben hier auf Erden nicht der Erfüllung aller Dinge sein muss, weil wir darauf vertrauen, dass uns das Beste noch bevorsteht!
  • Diese Erkenntnis und Zuversicht wünsche ich uns allen.

1 Könige 3

Wenngleich Salomo noch auf den „Höhen opferte“ erkannte Gott, gerade auch in seiner Bitte nach Weisheit zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können, das Herz des Salomo. Gott ehrt diese demütige Herzenshaltung und gibt Salomo auch die Dinge, um die er nicht gebeten hat.

  • Das sollte uns ein Vorbild sein, demütig danach zu streben, Gott zu gefallen und Ihm gut zu dienen. Und wir haben anders als Salomo sogar die Zusage, dass Gott uns im Gehorsam reich segnen wird – nicht nur mit einem langen Leben, sondern mit ewigem Leben!

Die Verse 16-28 zeigen dann gleich die Weisheit Salomos. Dieser Bericht ist sicher einer der bekanntesten aus dem Leben und von der Weisheit Salomos.

  • Möge der Herr uns auch immer wieder Weisheit und das Verlangen geben, IHM und den Menschen gut zu dienen.

 

Titus 2

In der ersten Hälfte des 2. Kapitels gibt Paulus Titus klare Anweisungen, was er verschiedenen Gruppen in der Gemeinde lehren soll. Bedenkenswert ist dabei, dass Titus alte und junge Männer und alte Frauen lehren soll. Nur die Lehre der jungen Frauen, sollte er den alten Frauen überlassen und diese entsprechend instruieren.

Dieses Prinzip ist sicherlich weise. Ich könnte mir vorstellen, dass hier zwei Überlegungen eine Rolle gespielt haben:

  • Titus war selber wohl noch nicht sehr alt. Eine zu enge Beziehung zu jungen Frauen wäre von daher evtl unschicklich gewesen, bzw hätte zu Versuchungen führen können.
  • Die jungen Frauen tun sich evtl sehr viel leichter, die Lehre von älteren Frauen, anstatt von Männern, anzunehmen.

In allen Dingen geht es darum, dass die Christen ein gutes Zeugnis sind und das Wort Gottes für alle klar erkennbar, wertgeschätzt und beachtet wird.

  • Bedenkenswert ist auch, dass – wenngleich Frauen nicht das Ältestenamt ausüben sollen, sie eben doch auch einen klaren Auftrag haben, ihre ggf vorhandene Lehrbegabung auszuüben. Hier erlebe ich oft nur die Extreme (entweder ein Vernachlässigen der biblischen Aussagen zu den Geschlechterrollen ODER einen Ansatz, bei dem Frauen gar nicht mehr lehren dürfen). Paulus zeigt uns hier den biblischen Mittelweg.

Schließlich bekommt auch Titus konkrete Anweisungen, wie er leben soll. Er soll vorbildlich leben und treu lehren. Und er soll Sklaven lehren – auch das ist ein Weg, um den HERRN aller Herrn zu ehren.

Ab Vers 11 kommt dann die Begründung für alle Aufrufe – die heilsame Lehre nimmt uns in Zucht! Das Evangelium und die zukünftige Hoffnung, die darin enthalten ist, sollte uns zu einem frommen Leben motiviere.

  • Ich wünsche uns, dass wir alle immer wieder klar in den Blick bekommen, was Jesus für uns getan hat (13 und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilandes Jesus Christus, 14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.), und dass uns das dazu motiviert, ihm treu und froh nachzufolgen.

1 Könige 2

Der Bericht vom letzten Willen Davids in Kapitel 2 zeigt uns, dass David im Sterben anders agiert, als im Leben. Da wo er im Leben Gnade und Milde gezeigt hat, ruft er nun Salomo zu Härte und Strafe auf. Nachvollziehbar ist das zwar, aber er gibt Salomo damit eine schwere Bürde mit.

  • Ich denke die Schwierigkeit gerade für alte bzw ehemalige Herrscher ist immer wieder eine Balance zu finden. Manche werden im Alter milde und liberaler als es gut wäre, andere verlieren alle Gnade und werden hart. Wir Jüngeren tun gut daran, die Alten zu ehren, aber ihren Rat daraufhin zu prüfen, ob er eventuell nicht mehr die rechte Balance hat.

Andererseits sehen wir aber auch, wie David Salomo zur Treue Gott gegenüber ruft. Und das ist ein guter und wichtiger Ruf, auf den Salomo besser noch mehr gehört hätte!

 

Titus 1

Nach den beiden Briefen des Apostels Paulus an Timotheus kommen wir nun zum dritten der sogenannten Pastoralbriefe, dem Brief an Titus. Paulus schreibt Titus, um ihm Anweisungen für seinen Dienst in den Gemeinden auf Kreta zu geben.

Nach einer theologisch sehr reichhaltigen Begrüßung, erinnert Paulus den Titus, warum er ihn auf Kreta zurückgelassen hatte. Er soll in den Gemeinden Älteste einsetzen. Dabei sollte jede Gemeinde mehrere Älteste haben. Dafür gibt es viele gute Gründe, die hier nicht explizit erwähnt werden, aber vielleicht im Blog trotzdem mal erwähnt werden können:

  • In der Pluralität steckt Ergänzung. Älteste können einander mit ihren Stärken ergänzen, was sicher zum Nutzen der Gemeinde ist.
  • Die Ältesten können auch einander als Quelle der Weisheit und als Korrektiv dienen.
  • Und mit mehreren Ältesten kann man besser für die Gemeinde sorgen.
  • Ich bin dankbar für unsere Ältestenschaft und möchte keinen der Brüder missen. Im Gegenteil, ich würde mir noch mehr Älteste wünschen, die mit uns Acht auf die Herde Gottes haben.

In den Versen 5-9 erklärt Paulus, dass Titus nach tadellosen Ältesten suchen sollte, die vorbildlich leben und treu lehren. Ein wichtiges Kriterium ist dabei auch, dass die Ältesten bereit dazu sein müssen, falsche Lehren zu korrigieren und falscher Lehrer zurechtzuweisen. Das war auf Kreta dringend notwendig. Die Verse 9-16 verdeutlichen, dass es dort Irrlehrer und die Fehlgeleitete gab, die Widerspruch und Korrektur brauchen.

  • Nach allem was die Bibel lehrt, sollten wir auch heute nicht aufhören, wachsam zu sein. Natürlich sollte die Liebe in Wahrheit gesagt werden und auch Älteste sollten in aller Demut eingestehen, dass auch ihre Erkenntnis Stückwerk ist. Andererseits kann es manchmal dringend notwendig sein, korrigierend einzugreifen. Das macht keinen Spaß, ist aber wichtig, damit die Herde Gottes geschützt wird.
  • Hirten sollten also nicht nur darauf bedacht sein, Schafe zu streicheln, sondern müssen auch bereit sein, mit Wölfen zu kämpfen.

1 Könige 1

Das Buch 1. Könige setzt die Geschichte von Gottes Volk (und hier konkret von König David) da fort, wo das 2. Buch Samuel aufgehört hatte. Ich hoffe, dass inzwischen jeder klar erkennt, wie die Geschichtsbücher vom 1. Mose an bis zum 2. Könige eine fortschreitende Geschichte ist. Nur das Buch Rut ist in gewisser Weise ein eingeschobener Bericht, der aber historisch auch dahin passt, wo wir ihn finden (nämlich in die Richter-Periode).

Von daher beginnen diese Bücher meist auch recht unvermittelt … einfach als Fortsetzung der Dinge, mit denen das letzte Buch aufgehört hat.

Nachdem am Ende vom 2. Buch Samuel die letzten Worte Davids berichtet wurden, sehen wir nun zu Beginn des 1. Buchs Könige, dass das Leben Davids zu Ende geht. Er wird uns hier altersschwach beschrieben.

  • Es ist gut sich darüber im Klaren zu sein, dass auch große Helden mal alt und schwach werden.

Adonija will diese Schwäche nutzen und findet Unterstützung bei einigen ehemaligen Weggefährten Davids, doch David hat immer noch treue Gefolgsleute und so wird Salomo zum König gesalbt.

  • Hinter all dem steht dabei natürlich Gott selbst … „Denn, es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.“ (Römer 13,1b)

2 Timotheus 4

In diesem Kapitel lesen wir die letzten uns überlieferten Worte des Apostels Paulus. Es ist also so etwas wie sein Testament an Timotheus und an uns.

Nachdem Paulus am Ende von Kapitel 3 betont hat, dass die Bibel das von Gott ausgehauchte Wort ist, das Leben geben und verändern kann, ermahnt er nun Timotheus, dieses Wort treu zu verkünden und dabei vor allem die Kernbotschaft der Bibel, das Evangelium!

Wie wir schon zu Beginn des Briefes gesehen haben, war Timotheus wohl durch äußere Umstände eingeschüchtert. Hier macht Paulus nun deutlich, dass wir nicht Menschen und das, was sie uns antun können fürchten sollen, sondern Gott, der wiederkommen wird um zu richten.

Ganz realistisch sagt Paulus dabei, dass die Verkündigung des Wortes oftmals unpopulär sein wird. Die Ohren der Menschen jucken nach anderen Dingen und sie wünschen sich oftmals Prediger, die ihnen sagen, was sie hören wollen. Aber das ist nicht Gottes Wille.

  • Bitte betet für mich und andere Prediger – aber auch für Euch selbst, dass wir immer treu Gottes Wort weitersagen. Dabei dürfen wir uns darauf besinnen, was dieses Wort zu tun vermag (sieh Kap 3,14-17).

Ab Vers 6 kommt Paulus dann nochmals auf sich selbst zu sprechen. Er weiß darum, dass er bald sterben wird. Das ist okay für ihn. Er hat hier auf Erden getan, was Gott von ihm wollte und so kann er gehen und die „Krone der Gerechtigkeit“ in Empfang nehmen, die allen versprochen ist, die Gott treu bleiben.

  • Das sollte Timotheus (und uns!) dazu motivieren, ebenfalls treu weiter Gott zu folgen und Sein Wort weiter zu sagen.

Ab Vers 9 folgen abschließende Grüße. Dabei tauchen mit Lukas und Markus zwei der Evangeliumsschreiber auf.

Paulus erklärt nochmal, wie der Herr im treu zur Seite stand, selbst als die Menschen ihn im Stich gelassen hatten und so vertraut er auf die baldige letztendliche Erlösung durch Gott.

  • Möge der HERR uns diese Zuversicht schenken und uns bis zu diesem Tag immer wieder stärken, so dass wir IHM treu nachfolgen!

2 Timotheus 3

Nach dem Aufruf vom Ende des 2. Kapitels, „törichte und unnütze Fragen“ zurückzuweisen erklärt Paulus seinem Zögling Timotheus in Kapitel 3, dass es ihn nicht überraschen sollte, wenn er „Schlimmes“ erlebt. Das muss kommen und die Sünde wird viel Raum haben – das eben auch bei Leuten, die sich als Gläubige ausgeben. Durch ihr Leben offenbaren sie jedoch, dass sie eben nicht wirklich zu Gott gehören.

Das falsche Leben fördert dann wiederum falsche Lehren, die von diesen Irrlehrern neu erfunden werden (wobei die meisten Irrlehren nicht wirklich neu sind). All das ist letztendlich zum Scheitern verurteilt – dessen dürfen wir uns gewiss sein.

  • Diese Erkenntnis kann eine Ermutigung in schweren Zeiten sein und sie ist eine Warnung für jeden, der in Gefahr steht, sich vom guten Leben und der guten Lehre zu entfernen.

Ab Vers 10 wagt Paulus es, sich selbst ganz explizit zum Vorbild für Timotheus zu erklären. Doch die letztendliche Basis für Alles ist das Wort Gottes. Dies lehrt uns das Evangelium und rüstet uns zu jedem guten Werk zu.

  • Genau deshalb ist gute Lehre und die klare Verkündigung des Evangeliums so wichtig!

Und weil die Worte aus Vers 14-17 so grundlegend sind, möchte ich sie hier nochmal zitieren: „Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und daß du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.“