Ab Kapitel 4 sehen wir Jesus nun richtig in Aktion. Dabei wird gleich deutlich, dass Jesus der Retter der ganzen Welt ist. Erst predigt er sich selbst vor der Sünderin aus Samaria. Sie war keine echte Jüdin und lebte in bewusster fortgesetzter Sünde. Aber das ist für Jesus kein Hinderungsgrund!

Und diese Frau wird dann zu einer Jesuszeugin, so dass letztendlich viele Menschen in Samaria gläubig werden.

Als nächstes lesen wir davon, wie Jesus den Sohn eines königlichen Beamten heilt – hier handelt es sich wahrscheinlich um einen Mann aus der jüdischen Elite. Der Kontrast zur Sünderin aus Samaria könnte also kaum größer sein. Aber die Herkunft spielt bei Jesus keine Rolle. Es geht allein um den Glauben.

  • Ich wünsche uns allen, dass wir diesen Glauben haben und dies jeden Tag unseres Lebens prägt!

Zu Beginn von Kapitel 3 lesen wir den ganz bekannten Bericht von Jesus und Nikodemus. Dieser Pharisäer hat schon ein recht gutes Verständnis davon, wer Jesus ist. Aber Jesus geht es nicht darum, dass man seine Allmacht erkennt, sondern dass wir verstehen, wie wir mit Gott versöhnt sein können. Nötig ist eine (geistliche) (Wieder-)Geburt. Und diese ist von Gott gewirkt, denn der Geist weht, wo ER will. Wir können immer nur feststellen, dass jemand diese Geburt erlebt hat – denn das wird dann sichtbar.

Das erste Indiz ist dabei eindeutig der Glaube. Der Glaube an den Retter und Herrn Jesus Christus ist Alles entscheidend – denn durch den Glauben werden wir gerettet.

Gleichzeitig lehrt Jesus, dass kein Mensch von Natur aus zu Jesus kommen will: „Joh 3:19  19 Das ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.“

  • Deshalb muss der Geist uns erfüllen. Dann werden wir anfangen, die Wahrheit zu lieben und im Glauben gute Werke zu tun.

Das Kapitel endet mit einem weiteren Zeugnis durch Johannes den Täufer, der in aller Demut erklärt, dass sein Dienst schon wieder zu Ende geht und er nun in den Hintergrund treten muss und Jesus ins Spotlight kommt: „Joh 3:30  30 Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen.“

  • Der Grund ist klar: Johannes war ein treuer Diener Gottes – aber Jesus ist der SOHN!

In den ersten 11 Versen des 2. Kapitels bezeugt sich Jesus durch sein erstes Wunder als der Sohn Gottes (d.h. er zeigt seine göttliche Autorität). Interessant ist dabei, dass Jesu Mutter schon davon ausging, dass Jesus Wunder tun kann.

  • Es ist schon interessant zu sehen, wie manche Menschen früh erkannten, wer Jesus ist und was er zu tun vermag.
  • Letztendlich muss uns aber klar sein, dass diese Erkenntnis genauso zu Stande kam, wie der Umstand, dass wir Jesus als Retter und Herrn erkennen durften … Gott hat es offenbart.

In Johannes 2, ab Vers 13 offenbart Jesus seine Autorität im Tempel durch eine erste Tempelreinigung, die sehr wahrscheinlich deutlich früher stattfand als die Tempelreinigung in der Karwoche kurz vor seiner Kreuzigung.

  • Es lohnt sich, diese Aussagen genauer anzusehen, denn sie lehren uns sehr viel darüber, wer Jesus ist.
  • Er erklärt dabei hier schon – noch etwas verschlüsselt durch die Selbst-Bezeichnung als Tempel, dass er sterben und auferstehen wird.

Ab Johannes 1,35 sehen wir Jesus in Aktion. Er ruft die ersten Jünger in seine Nachfolge. Sie folgen Ihm sofort.

-> Das darf uns ein Vorbild sein!

Und die Jünger fangen sofort an, einander Jesus als den Christus zu bezeugen, der im AT verheißen ist. Andreas erklärt seinem Bruder Simon Petrus, dass Jesus der Messias ist (1,41) und Philippus erklärt seinem Bruder Nathanael: „Joh 1:45  Wir haben den gefunden, von dem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn, aus Nazareth.“   Und schließlich bezeugt dann Nathanael „Joh 1:49   Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!“ Erst dann bezeugt Jesus sich selbst: „Joh 1:51  Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes hinauf- und herabfahren über dem Menschensohn.“

  • In allem wird gleich von Anfang an deutlich, dass Johannes uns helfen will Jesus als den Christus, den Sohn Gottes zu erkennen, so dass wir an ihn glauben und so gerettet werden.
  • Nebenbei lehrt uns der Text die gleiche Lektion, die wir auch am Ende des Lukasevangeliums gelernt haben, nämlich dass das ganze AT von Jesus zeugt (vergleiche Lukas 24,25-27 & Lukas 24,44-46 mit Joh 1,45)

Das lehrt uns wirklich eine hermeneutische Methode. Die ganze Schrift ist Christo-zentrisch zu lesen und zu verstehen. Als ich anfing das zu verstehen, habe ich angefangen, dass AT mit ganz neuen Augen zu lesen und es wurde für mich noch viel lebendiger.

  • Ich hoffe, dass Du das auch so erleben darfst.

Die ersten 14 Verse bilden den sogenannten Johannesprolog. Nachdem die ersten 3 Verse des Johannesevangeliums auf die Schöpfung zurückschauen und dabei zeigen, dass Gott alles durch seinen ewigen Sohn, der auch das „Wort“ genannt wird, geschaffen hat, kommt ab Vers 4 die Inkarnation (die Menschwerdung) Gottes ins Blickfeld. Dabei verweist der Evangelist zuerst auf Johannes den Täufer, der Jesus als das Licht der Welt bezeugte. Ab Vers 9 geht es dann um Jesus selbst.

  • Diese Verse sind majestätisch und sollten uns in die Anbetung führen. Gleichzeitig sollten sie uns schockieren, wenn wir lesen, dass „die Seinen ihn nicht annahmen“.

Aber Jesus gibt die Macht, zu Gottes Kindern zu werden. Dieses Privileg wird allen zuteil, die ihn annehmen (als ihren Retter und Herrn). Doch dieser Glaube ist etwas, was wir von uns aus nicht haben und tun … Gott muss das tun und uns zu dieser Kindschaft eine neue Geburt schenken.

Vers 14 lenkt dann unseren Blick auf Jesus als den „Gott mit uns“. Johannes schreibt, dass Jesus unter uns zeltete und gebraucht dabei das Wort, dass ganz eng mit dem Begriff des Gotteszeltes verwandt ist. In der deutschen Übersetzung geht dieser Aspekt leider verloren, da dieser Begriff im AT mit Stiftshütte und hier nun mit wohnen übersetzt wird. Was wir erkennen sollten ist, dass so wie die Stiftshütte und später der Tempel der Ort der Gegenwart Gottes mit seinem Volk war, dies nun in der Person Jesu geschah.

  • Und auch heute noch lebt Jesus mitten unter uns. Durch seinen Geist ist er bei uns alle Tage … und er ist auch für die Ungläubigen kein ferner Gott.
  • Deshalb sollten wir sie dazu aufrufen, ihn anzunehmen und dann sollten wir zu Gott beten, dass er ihnen die geistliche Neugeburt schenkt.

Nach dem Johannesprolog lesen wir ab Vers 15 davon wie Jesus von Johannes dem Täufer zu Beginn seines Dienstes bezeugt wurde. Er verkündet Jesus als das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Bei Lukas steht die Erkenntnis, dass Jesus das ein-für-alle-Mal Passalamm ist erst ganz am Ende. Bei Johannes wird diese Aussage gleich an den Anfang gestellt. Die Taufe Jesu wird hier nur aus einer Erzählung des Täufers angekündigt. Dabei betont Johannes, wie er den Geist Gottes (wie eine Taube) auf Jesus kommen sah. Diese Aussage ist spannend. Denn das wirft die Frage auf, in welchem Verhältnis Gottes Sohn und Gottes Geist stehen. Klar ist, dass Jesus nicht erst durch den Geist zum Sohn Gottes wurde (wie von Irrlehrern in der Kirchengeschichte behauptet wurde). Jesus war uns schon in den ersten Versen als das ewige Wort und Licht vorgestellt worden, durch den alles geschaffen wurde. Außerdem berichtet Lukas in seinem 2. Kapitel ja davon, dass der 12-jährige Jesus Gott schon seinen Vater nennt und seine tiefen Erkenntnisse offenbart.

Aber etwas scheint hier zu passieren. Von jetzt an wirkt Jesus öffentlich und wirkt mächtige Wunder. Von daher halte ich es für recht wahrscheinlich, dass das was Johannes hier sieht mehr ist, als einfach die Bestätigung, dass Jesus Gottes Sohn ist (im Sinne der Stimme aus dem Himmel bei der Taufe).

Durch die Betonung, dass der Geist auf ihm bleibt, wird deutlich, dass Jesus der in Jesaja 11,2 und 61,1 verheißene Knecht Gottes ist. Genau das bestätigt Jesus dann ja auch in Lukas 4,18, als er diese Worte auf sich bezieht.

Wir dürfen wissen, dass die Kraft Gottes (der Geist), mit dem Jesus hier nun in besonderer Weise zugerüstet wird, nun auch in uns wirkt, die wir mit dem Glauben den Geist empfangen haben, den Jesus uns vom Vater an Pfingsten gesandt hat. Das heißt nicht, dass wir Wunder tun, wie Jesus sie tat, aber das heißt, dass der Geist uns sicher an Ziel unseres Glaubens bringt, als der, der uns zur Buße führt; als Tröster; als derjenige, der uns in alle Wahrheit führt; und als der, mit dem wir versiegelt sind.

Im letzten Kapitel seines Evangeliums zeigt uns Lukas den Auferstandenen. Die Frauen sind dabei genauso verwirrt, wie die Emmausjünger.

Die Emmausjünger müssen ja sehr eng mit Jesus vertraut gewesen sein. Immerhin waren sie wohl irgendwie dabei, als die Frauen vom Grab kommend den Jüngern davon berichteten, dass das Grab leer war und die Engel ihnen gesagt hatte, dass Jesus auferstanden sei. Aber auch sie erkennen Jesus nicht – wobei das aber wohl weniger damit zu tun hat, dass der auferstandene Jesus sehr anders aussah, sondern damit, dass ihnen „die Augen gehalten wurden“.

Jesus lehrt nun, dass Alles in seinem Leben, Sterben und Auferstehen so geschehen musste, weil es in der Schrift so verheißen war. Erst wenn wir verstehen, wie die ganze Schrift von Jesus zeugt, werden wir die Schrift wirklich verstehen. Ich finde es faszinierend, dass wir hier über die Jünger … die ja immerhin drei Jahre Vollzeit-Bibelschule bei Jesus selbst hinter sich haben … lesen:

Lk 24:44-47  44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.  45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden,  46 und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, daß Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage;  47 und daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.“

  • Wenn wir von Lukas das gelernt haben, dann sind wie zugerüstet das zu tun, wozu Jesus dann seine Jünger aufruft – nämlich IHN zu bezeugen!