Der Philipperbrief ist nach dem Epheserbrief ein weiterer Brief, den Paulus aus dem Gefängnis geschrieben hat. Dieser Brief ist dabei sehr viel persönlicher, als der Epheserbrief.

Paulus gibt Einblicke in sein eigenes Befinden und ist sehr darauf bedacht, die Philipper zu ermutigen und zur Freude am Herrn aufzurufen, die letztendlich von den äußeren Umständen relativ unabhängig sein sollte.

 

Das recht lange Dankgebet zu Beginn ist wiederum ein großartiges Gebet, in dem Paulus Gott lobt und preist, Theologie vermittelt und gerade auch so, den Gläubigen Zuspruch zukommen lässt und als guter Hirte für die Herde eintritt.

 

  • Paulus verkündet hier seine sichere Zuversicht, dass Christus das gute Werk, das er begonnen hat eben auch vollenden wird und er betet, dass ER das tun möge, in dem er in den Gläubigen weiter Veränderung bewirkt, nämlich Wachstum in der Liebe und in der Erkenntnis – was wiederum Hoffnung und Heiligung fördert.
  • Interessant ist dabei, dass sein Vertrauen auf Gottes Wirken in den Philippern nicht dazu führt, dass er nicht mehr für sie betet. Ganz im Gegenteil – er betet gerade weil er davon überzeugt ist, dass Gott das tun wird, worum er bittet.

 

Dann wird Paulus sehr persönlich und zeigt uns, wie eben Hoffnung und Freude nicht von den unmittelbaren Umständen abhängen müssen. Er verleugnet dabei in keinster Weise, dass seine Umstände schwer sind. Aber er sieht, wie Gott gerade eben auch diese Umstände gebraucht und er so auch im Gefängnis seinen Dienst ausüben kann.

 

Einerseits hat Paulus eine Sehnsucht nach der Herrlichkeit beim Herrn … aber andererseits weiß er eben auch darum, dass alles seine Zeit hat und Gott ihn wohl noch auf Erden gebrauchen will.

 

Der Vers „21 Denn Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“ und auch die Erklärung: „1:23-24   ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, was auch viel besser wäre;  24 aber es ist nötiger, im Fleisch zu bleiben, um euretwillen.“ sprechen mich sehr an.

 

  • Ich möchte mir selber immer wieder dieses Denken zu eigen machen und so in großer Vorfreude auf die Zeit beim Herrn leben und gleichzeitig die Zeit hier auf Erden gut nutzen, um dem Herrn zu dienen.
  • Möge der Herr uns davor bewahren, dass wir uns gemütlich hier auf Erden einrichten, die Sehnsucht nach dem Herrn verlieren und in unserem Einsatz träge werden.

 

Ab Vers 27 kommt dazu der passende Aufruf: „27 Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi, damit – ob ich komme und euch sehe oder abwesend von euch höre – ihr in einem Geist steht und einmütig mit uns kämpft für den Glauben des Evangeliums  28 und euch in keinem Stück erschrecken laßt von den Widersachern, was ihnen ein Anzeichen der Verdammnis ist, euch aber der Seligkeit, und das von Gott.“

 

Der Herr gibt uns alles – den Glauben und eben auch das Leiden … und ER wird es in uns und in unserer Umwelt gebrauchen, bis er dann das gute Werk in uns und durch uns vollendet, das ER begonnen und für uns vorgesehen hat.

 

  • Ist das nicht eine großartige Zuversicht?

Die ersten 9 Verse aus Kapitel 6 setzen den Abschnitt zur Unterordnung fort, der in Kapitel 5, 21 mit einer allgemeinen Aufforderung begonnen hatte und dann zuerst auf die Ehe hin angewandt wurde.

In den Versen 1-4 kommt nun die Anwendung im Hinblick auf Väter und Kinder und dann in den Versen 5-9 von Sklaven zu Herren.

 

Ich finde es interessant, dass hier auch die Kinder direkt angesprochen wurden. Da diese Briefe für gewöhnlich in der Gemeinde gelesen wurden, waren die Kinder wohl dabei und es wurde auch erwartet, dass sie zuhören.

  • Das sollte uns zu denken geben, wenn wir unsere Kids am Sonntag in KiGos stecken oder uns damit zufriedengeben, wenn sie im GoDi leise und brav sind.
  • Das Wort Gottes ist auch für Kinder und man darf ihnen da ruhig etwas zumuten.

Wir sehen hier auch, dass es jeweils klare Rollen gibt. Kinder sollen sich genauso unterordnen, wie die „Sklaven“ damals und beides sollte uns etwas darüber vermitteln, wie wir uns unserem himmlischen Vater und HERRN unterordnen sollten. Andererseits sind Väter und „Herren“ aufgefordert, ihre Position nicht zu missbrauchen, sondern sie so auszuüben, wie es eben auch Gott gegenüber uns tut.

 

Manchmal wird das biblische Rollenverständnis von Mann & Frau in Familie und Gemeinde damit versucht zu relativieren, dass darauf verwiesen wird, dass hier ja auch Sklaverei erwähnt wird und diese ja letztendlich Gott nicht gefallen kann. Wenn das also einfach Ausdruck der damaligen Dinge war, dann sollte auch das Verhältnis von Mann und Frau als zeitbedingt angesehen werden.

Richtig ist, dass es hier in Bezug auf Sklaven und Herrn tatsächlich keine Bewertung der Sklaverei gibt. Es geht also tatsächlich nur darum, sich in seiner jeweiligen Rolle so zu verhalten, dass man seinen Glauben an den HERRN aller HERRN bezeugt. Sklaverei wird aber eben nie als eine gute Einrichtung beschrieben.

Bzgl der Ehe und dem Rollenverständnis ist das anders. Die Rollen in der Ehe sollen etwas reflektieren von der Beziehung der Gemeinde zu Christus und die unterschiedlichen Rollen in Familie und Gemeinde werden außerdem beschrieben als etwas, dass dem inner-trinitarischen Verhältnis entspricht (1. Kor 11) und in Schöpfung und Sündenfall begründet ist (1. Tim 2).

In unserem Text sehen wir heute neben der Beziehung Herr-Sklave dann auch noch eine dritte Beziehung, nämlich Väter und Kinder. Wiederum wird hier nur gelehrt, wie man sich in der jeweiligen Rolle verhalten soll. Es wird hier nicht bewertet. Aber kaum jemand würde in Analogie zur Sklaverei sagen, dass heute auch Kinder aus dem Gebot der Unterordnung entlassen werden sollten.

 

 

Der Brief endet dann in Kap 6, ab Vers 10 mit einer Erinnerung daran, dass das christliche Leben nicht immer leicht ist. Wir stehen in einem Kampf und Gott hat uns für diesen Kampf eine Rüstung gegeben. Diese gilt es anzuziehen.

 

Und so endet dieser Brief des inhaftierten und doch sehr mutigen Kämpfers Paulus.

 

Die erste Hälfte von Kapitel 5 setzt das fort, was am Ende von Kap. 4 begonnen hat.

Paulus lehrt die Epheser (und uns), wie Christen leben sollten.

Als Kinder Gottes, sollten wir seinem Beispiel folgen und in seiner Liebe und in seinem Licht leben. Wer sich hingegen der Sünde hingibt zeigt dadurch, dass er kein Kind Gottes ist.

 

  • Meist ist es kurzfristig nicht klar erkennbar, ob jemand nur vorübergehend auf Abwegen ist oder eben (noch) gar nicht auf dem richtigen Weg.
  • Wir sollten aber gerade in solchen Situationen nicht tatenlos abwarten.
    • Wenn wir Andere sehen, die den guten Weg verlassen haben, dann sollten wir sie in aller Liebe und Klarheit aufrufen: „wach auf, der du schläfst!“ (5,14).
    • Und wenn wir selber den guten Weg etwas aus dem Blick verloren haben, dann gibt es nur eins: sofort Umkehren!

 

Als Christen sollten wir danach streben, den Willen des Herrn zu erkennen und ihn dann freudig zu tun. Dazu müssen wir auf IHN hören. Im Lesen der Bibel geben wir dem Geist Raum, uns unsere Sünden zu zeigen, uns den Weg zu weisen, uns zu trösten und zu ermutigen. Und das alles führt dazu, dass wir Gott wieder und immer mehr aus vollem Herzen loben und preisen.

 

Ab Vers 21 kommt dann ein Bereich, in dem ganz konkret wird, ob wir auf Gott vertrauen  – nämlich bei der Frage der Unterordnung.

Letztendlich sind wir alle in verschiedenen Konstellationen zur Unterordnung aufgerufen.

Wir alle sollten uns Gott unterordnen, denn ER ist der Herr.

Teil dieser Unterordnung unter den Herrn ist es dann aber auch, sich in die von IHM gegebenen Ordnungen einzufügen und uns somit eben auch anderen Menschen unterzuordnen.

Das gilt im Verhältnis der Ehefrauen zu ihren Männern, der Kinder zu ihren Eltern und der Sklaven (Mitarbeiter) zu ihren Herren (Vorgesetzten).

Dabei sollte auch jeweils derjenige, der in der konkreten Situation das Haupt ist, seine Rolle verantwortungsvoll ausüben und sich dabei an der Hauptschaft des Herrn orientieren.

 

Kap. 5,22-33 zeigt uns dabei, wie die christliche Ehe das Evangelium veranschaulichen sollte.

 

  • Die Herausforderung dieser Verse ist immens – sowohl für Ehemänner, wie auch für Ehefrauen.
  • Dabei ist die Ehe von Gott als Evangeliumszeugnis gegeben.

Dieses Kapitel ist ein Aufruf zur Einheit unter Christen.
Dabei sind nach einander zwei verschiedene Formen der Einheit im Blick.

In den ersten Versen lesen wir von der Einheit, die durch Christus bereits besteht. Das knüpft an 2,11ff an.
 Als Kinder Gottes sind wir Geschwister im Glauben und uns verbindet mit einander viel mehr, als mit irgendwelchen Nichtchristen. Es ist unsere Verantwortung, dies auch so zu leben und der Welt so Zeugnis zu geben von der Liebe, die wir durch Gottes Geist haben und die uns verbindet.

Ab Vers 7 nimmt Paulus dann kurz die individuellen Gaben in den Blick und betont, dass diese zum Wohle der Gemeinde eingesetzt werden sollen. Dabei endet er mit einem Blick auf das Amt der Hirten & Lehrer.
Diese haben eine ganz wichtige Funktion. Denn durch gute biblische Lehre sollen sie – neben der schon bestehenden Einheit in Christus – auch darauf hinwirken, dass die Gemeinde hinwächst zur Einheit in der Erkenntnis.
Diese ist eben nicht automatisch gegeben. Aber diese kann durch gute Lehre gefördert werden.

Da wo unterschiedliche Sichtweisen bestehen, fehlt es mindestens auf einer Seite offensichtlich noch an echter Erkenntnis. Da ist dann gute Lehre gefragt. Dabei soll die Wahrheit aber immer in Liebe vermittelt werden … das heißt beim Ringen um die Einheit der Erkenntnis sollten wir immer darauf bedacht sein, die grundlegende Einheit in Christus nicht zu gefährden. Diese muss die Basis sein, auf der dann eben auch in Liebe zu Gott und zu einander nach mehr Einheit in der Erkenntnis gerungen werden kann.

Beide Dimensionen der Einheit sollten also unbedingt koexistieren.
 Wir sollten weder im Namen der schon bestehenden Einheit alle Erkenntnisunterschiede ausblenden, denn das verhindert dann die noch tiefere Einheit der Erkenntnis.
 Noch sollten wir aufgrund von Erkenntnisunterschieden aus dem Blick verlieren, dass wir schon ganz fundamental vereint sind.

Ab Vers 17 ermahnt Paulus die Christen dann dazu, sich bewusst um ein Christus-gemäßes Leben zu bemühen … wir leben ja immer noch in der Spannung zwischen sündigem Fleisch und dem neuen Menschen, zu dem wir durch Gottes Geist neu-geboren worden sind. Diesen neuen Menschen sollen wir immer wieder bewusst „anziehen“. Wenn wir das tun, dann werden auch im Miteinander so leben, dass Sünde und Streit keinen Raum bekommen, sondern wir eben in Gnade, Vergebung und Liebe mit einander leben.

 Möge der HERR uns in diesem Sinne immer weiter wachsen lassen.

So können wir dann auch immer mehr zu den Menschen werden, die Gott im Prinzip schon aus uns gemacht hat.

In Kapitel 3 beschreibt Paulus seinen Dienst. Da der Herr ihm das große Geheimnis des Evangeliums eröffnet hat, ist er nun Bote dieser guten Nachricht mit dem Ziel, dass Menschen (v.a. Heiden) zum Glauben kommen. Das war schon immer der große Plan Gottes, der aber eben nun erst jetzt vollends offenbart wurde.

 

Das Ziel dieses Dienstes ist es, dass die zum Glauben gekommenen Juden und Heiden sich gemeinsam in Gemeinden sammeln, die dann durch ihr Miteinander Zeugnis geben von der vereinenden und verändernden Kraft des Evangeliums. Dieses Zeugnis der Gemeinde gilt dabei nicht nur den Menschen, sondern auch den himmlischen Mächten (3,10)

 

Ab 3,14 sehen wir dann ein großartiges Gebet des Paulus für die Gemeinde.

Er weiß, wie sehr Christen auf die verändernde Kraft von Gottes Geist angewiesen sind, damit sie immer mehr so leben und lieben, wie Gott es für uns vorgesehen hat.

 

Gerade das zunehmende Erkennen der Liebe Christi wird uns dabei immer weiter verändern. Und so betet Paulus eben genau dafür.

Das letztendliche Ziel in allem ist, dass Gott die Ehre bekommt!

Die ersten 10 Verse aus Epheser 2 sind eine großartige Zusammenfassung von dem, was alle Christen erlebt haben – auch wenn manchem Christen einzelne Aspekte evtl nicht unmittelbar klar gewesen sein mögen.

Wir alle waren einst (geistlich) tot durch unsere Übertretungen und Sünden und lebten und der Herrschaft Satans und standen somit unter Gottes Zorn.

Natürlich haben manche Christen schon sehr früh in ihrem Leben eine Bekehrung erlebt, dass sie sich an diese Zeit nicht unbedingt erinnern können. Und doch ist das eben der Naturzustand aller Menschen seit dem Sündenfall.

 

Und egal wie wir unsere Bekehrung erlebt haben … letztendlich ist im Leben aller Christen das geschehen, was ab Vers 4 beschrieben wird. Dabei ist eindeutig Gott derjenige, der die Bekehrung von Menschen bewirkt.

Er tut das aufgrund seiner Barmherzigkeit und Liebe und durch Christus – ganz konkret durch seine Auferstehung. Er handelt dabei in Gnade, aus der allein wir gerettet sind, durch den Glauben, der eine Gabe Gottes ist.

 

Wie schon in Kapitel 1, so klingt auch wieder klar durch, dass unsere Erlösung allein das Werk der freien Gnade und damit der Erwählung durch Gott ist. Wäre das nicht so, dann würde das ja bedeuten, dass Christen etwas zu ihrer Erlösung beigetragen hätten (und wenn es nur die richtige Entscheidung wäre, die sie im Gegensatz zu Anderen getroffen haben). Dann hätten sie ja etwas, dessen sie sich rühmen könnten.

Genau das schließt unser Text hier aber eindeutig aus.

  • Das Ziel dieses Gnadenwerkes Gottes ist dann, dass wir nun auch in dem Leben wandeln, das er uns gegeben hat.

 

Ab Vers 11 betont Paulus dann, dass es auf Grundlage des Evangeliums keine Trennung unter Christen geben sollte. Durch Christus sind Juden und Heiden eins gemacht. Dabei liegt der Fokus auf den Heiden, die – wenn sie aufgrund der Gnade Gottes Christen geworden sind – nun eben Mitbürger im Reich Gottes, Heilige und Gottes Hausgenossen sind.

Gottes Haus ist immer noch das gleiche wie schon im AT. Neben dem gläubigen Überrest Israels, kommen nun eben auch die gläubig gewordenen Heiden hinzu.

 

Das unverrückbare Fundament von Gottes Haus (der Gemeinde) sind die Lehren des AT (Propheten) und des NT (Apostel). Zusammen zeugen sie von Christus.

 

Weil Gott in Christus zu uns Menschen kam und durch seinen Geist in den Gläubigen wohnt. brauchen wir heute keinen Tempel mehr. Juden und Heiden gehören zusammen zum Haus Gottes – dem heiligen Tempel, von dem in 2,21 die Rede ist und der das darstellt, worauf der physische Tempel im AT hingewiesen hat.

 

  • Dieses Kapitel zeigt uns also von Anfang bis Ende unseren souveränen und gnädigen Gott, der entsprechend seines guten Plans handelt.

Dieser Gott verdient unsere Anbetung und unser ganzes Leben.

Der Epheserbrief  beginnt – nach einem kurzen Gruß – mit einem wunderbaren Lobpreis Gottes. Dabei beschreibt Paulus das souveräne Wirken Gottes und seinen Plan, in den er seine Erwählten einbezogen hat.

 

Was Paulus hier lehrt, wird manchmal Calvinismus genannt … aber das ist natürlich absurd … er müsste man sagen, dass Calvin und Luther und viele andere einfach das gelehrt haben, was Gottes Wort lehrt …. Erwählung und Prädestination sind keine theologischen Kampfbegriffe, sondern biblische Worte, die unsere Herzen höherschlagen lassen sollten.

Wenn ich meine eigene Schwachheit sehe und meine Sündhaftigkeit, dann kann ich den Herrn nur loben und preisen, dass ER mich vor Grundlegung der Welt (und damit völlig unabhängig davon wer ich bin oder was ich tue) erwählt hat und mich dazu vorherbestimmt hat, sein Kind zu sein.

 

Konkret betont Paulus über Gottes Werk für uns Christen:

  • Er hat uns gesegnet mit allem geistlichen Segen
  • ER hat uns in Christus vor Grundleung der Welt erwählt, damit wir ein untadeliges Leben führen.
  • Er hat uns dazu vorherbestimmt, sein Kinder zu sein
  • In IHM haben wir die Erlösung
  • ER hat uns wissen lassen, das Geheimnis seines Willens nach seinem Ratschluss
  • In IHM sind wir als Erben eingesetzt
  • In IHM sind wir versiegelt mit dem Heiligen Geist.

 

Das entlässt mich nicht aus meiner Verantwortung zu einem Gott-gefälligen Leben – ganz im Gegenteil, es setzt mich dazu frei. Gott befähigt seine Kinder durch seinen Geist zum Lob seiner herrlichen Gnade zu leben. Das ist das Echo in den Versen 6,12, 14 … lasst uns so leben, damit wir etwas seien zum Lob Seiner Herrlichkeit!

 

Nach all diesen großartigen Wahrheiten betet Paulus für die Epheser – und dieses Gebet ist ein Gebet, dass wir auch für uns beten dürfen.

Paulus betet, dass Gott den Ephesern noch mehr Erkenntnis schenkt, damit diese immer mehr verstehen, wie groß Gottes Kraft ist, die in ihnen wirkt.

 

  • Genau das wünsche ich uns allen!

Der Römerbrief endet mit einer langen Auflistung von Grüßen. Paulus hatte offenbar in der ihm eigentlich fremden Gemeinde in Rom viele Bekannte und viele derer, die nun bei ihm waren, waren vormals in Rom oder zumindest in der Gemeinde bekannt.

Hier klingt ganz viel Geschwisterliebe und Dankbarkeit für die Geschwister durch.

Manchmal wird aus einzelnen Grüßen abgeleitet, dass Paulus den Dienst von Frauen als Ältesten befürwortet bzw, dass hier einfach deutlich wird, dass es das damals gab und dies kein Problem war.

Genauer betrachtet kann man hier aber wohl bestenfalls erkennen, dass die Gemeinde in Kenchreä mit Phöbe eine Diakonin hatte. Ob Junias in Vers 7 männlich oder weiblich ist, spielt hingegen keine große Rolle, da sie/er hier einfach nur als jemand erwähnt wird, der/die den Aposteln bekannt ist … das macht ihn/sie aber sicher nicht zu einer Apostelin.

Von daher sind diese Argumente ziemlich offensichtlich an den Haaren herbeigezogen. Aus einer Grußliste ein theologisches Argument entwickeln zu wollen, mit dem klare Aussagen wie 1. Tim 2,12 negiert werden sollen, erscheint dann doch sehr abenteuerlich.

 

Ab Vers 17 kommt dann nochmal eine Ermahnung – fast so, als sei Paulus plötzlich noch etwas Wichtiges eingefallen, das er als P.S. nachliefert. Hier wird vor Ketzern gewarnt, von denen man sich abwenden soll. Paulus lehrt hier, dass Christen sich gar nicht erst auf die zerstörerischen Argumente der Irrlehrer und Spalter einlassen sollten, denn damit ist bei Ungläubigen ohnehin nichts zu gewinnen.

 

Ungläubige brauchen letztendlich keine neuen Argumente zu den Streitfragen, die sie aufwerfen, sie brauchen das Evangelium.

Apologetik hat seinen Wert, wenn sie auf neutrale Ohren trifft. Aber letztendlich brauchen Menschen das Evangelium und daran werden sich die Geister am klarsten scheiden.

 

In Vers 20 folgt eine heilsgeschichtlich wichtige Aussage: „Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze.“

 

  • Das erinnert an die Verheißung aus 1. Mose 3,15 … Jesus ist der verheißene Schlangenzertreter.

 

In den letzten Versen sehen wir dann viele Gedanken und Formulierungen, die schon ganz am Anfang des Briefs standen:

16:25-27   25 Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war,  26 nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden:  27 dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.“

 

  • Paulus hat nun das gepredigt, was es braucht, damit der Gehorsam des Glaubens aufgerichtet wird.
  • Möge uns die Lehre dieses großartigen Briefs immer wieder neu dazu ermutigen, allein auf Gott zu vertrauen und dann im Glauben ihm im dankbaren Gehorsam zu dienen!

Die ersten 13 Verse setzen die Argumentation aus Kapitel 14 fort. Es geht hier weiterhin darum, wie Christen gerade auch bei unterschiedlichen Überzeugungen miteinander leben sollen.

„Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. 2 Jeder von uns lebe so, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung. 3 Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht: »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« 4 Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. 5 Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, 6 damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. 7 Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

 

  • Die Herausforderung dieser Verse sollten wir immer mal wieder im Blick haben.
  • Das ist gut für uns individuell und gemeinsam als Gemeinde und es stärkt unser Zeugnis nach außen.

 

Ab Vers 8 wird dann sehr deutlich, dass Paulus hier wohl vor allem das Miteinander von Juden und Heiden im Blick hat.

Das veranlasst Paulus dann schließlich auch dazu, eine Verteidigung seines Dienstes zu geben. Er schließt das Kapitel dann mit der Nennung seiner Reisepläne ab.

In Kapitel 14 geht es darum, wie man mit Erkenntnisunterschieden in zweitrangigen Fragen umgehen sollte.

 

Manche Gläubige haben eine enge Gewissensbindung an Gesetze, die gar nicht zwingend biblisch sind (bzw durch Christus stellvertretend erfüllt und abgeschlossenen wurden – hier v.a. Aspekte des zeremoniellen Gesetzes). Hier ist von denen, die meinen es besser zu wissen, welche Freiheiten wir als Christen haben, Rücksicht gefordert.

 

  • Letztendlich dürfen (und sollen) wir einander zwar dabei helfen, die Bibel immer besser zu verstehen, aber es kann nie darum gehen, Geschwister durch unser Verhalten in Gewissenskonflikte zu bringen.
  • Da ist Rücksicht gefragt. Denn der Friede in der Gemeinde und der Friede im Herzen einzelner Gläubigen ist ein hohes Gut!