Ab Kapitel 13 geht es an die Verteilung des eroberten Landes.

Die ersten Verse klingen dabei etwas vorwurfsvoll. Unter der Leitung Josuas sind bestimmte Gebiete noch nicht in Besitz genommen worden. Doch auch wenn das Volk da wohl nicht treu das ausgeführt hat, was Gott ihm befohlen hatte, ist Gott treu. Er wird die Feinde vertreiben, so dass das Land noch eingenommen werden kann.

Ab Vers 8 geht der Blick dann erstmal zurück auf die Verteilung des Landes östlich des Jordans 8also gewisser Weise außerhalb des gelobten Landes). Dabei wird immer wieder betont, wie diese Verteilung schon von Mose vorgenommen wurde. Für mich klingt das ein bisschen so, wie ein biblischer Grundbucheintrag.

  • In seinem Wort dokumentiert Gott die Landverteilung, so dass es ein autoritatives Zeugnis gibt, durch das ggf später auftretende Besitzansprüche klar geregelt werden können.
  • Von daher sehen wir hier, dass Gott ein Gott der Ordnung ist, dessen Regelungen darauf angelegt sind, Frieden unter den Gotteskindern zu stiften bzw zu bewahren.
  • Und so ist das bis heute – Gottes Wort bringt Ordnung und Frieden in das Leben seiner Kinder.

Die Auflistung der besiegten Könige macht vor allem eines deutlich. Israel (erst unter Mose und dann unter Josuas Führung) ist sehr erfolgreich. Hier zeigt sich Gottes Treue, der Seinem Volk das Land entsprechend seiner Verheißung gibt. Gleichzeitig ist es das Resultat des Gehorsams des Volkes.

  • Auch wenn dieses Kapitel sicher erstmal wenig enthält, das wir direkt auf uns anwenden können, so können wir eben doch in unserem Vertrauen auf unseren treuen und mächtigen HERRN gestärkt werden.
  • Das wünsche ich uns.

In Kapitel 11 lesen wir, dass die Könige aus dem Norden des Landes eine Allianz gegen Israel bilden. Rein menschlich betrachtet, ist das sehr bedrohlich. Doch der Herr sagt Israel seine Hilfe zu. ER wird die Feinde besiegen. Das ist aber kein Grund für Israel untätig zu sein. Ganz im Gegenteil. Wir lesen wie sie dann unter der Führung Josuas genau das tun, was der Herr auch schon durch Mose angeordnet hatte.

Abschließend lesen wir, dass Gott die Herzen der Feinde so führt, dass sie nicht den Frieden suchen, sondern den Kampf, durch den sie dann untergehen würden, so dass Israel das Land einnehmen würde.

  • In all dem sehen wir, dass wir uns einerseits auf den Herrn verlassen können, dies aber andererseits nie dazu führen darf, dass wir untätig werden.
  • Wir tun gut daran, Gottes Verheißungen und Anordnungen gut zu kennen und danach zu leben. Dabei ist es natürlich wichtig, dass wir immer prüfen, welche Verheißungen uns gelten bzw wie wir danach leben sollten.
  • Nur so werden wir dann Bücher wie Josua richtig auf uns anwenden, denn wir haben ja z.B. nicht den Auftrag, Feinde zu töten. In unserem heilsgeschichtlichen Kontext geht es darum, Feinde zu leben, aber eben keine gemeinsame Sache mit den Gottlosen zu machen, sondern konsequent für den Herrn zu leben und seinen Geboten zu folgen.

In Kapitel 10 lesen wir von anderen Königen im Süden, die sich nun gegen die Gibeoniter vereinen. Sie hatten wohl kaum erwartet, dass Israel den Täuschern helfen würde. Doch genau das geschieht und so kann Josua gleich 5 Könige und Königreiche auf einen Schlag besiegen. Ganz deutlich ist dabei, dass Gott auf der Seite Israels kämpft. Erst lässt er Steine regnen und dann bleibt die Sonne stehen, damit Josua die Feinde komplett besiegen kann.

  • Gott tritt für Sein Volk ein!

Im Fortgang wird dann in Echo-Form über weitere erfolgreiche Kämpfe der Israeliten berichtet. Das klingt für unsere Ohren sicher sehr hart. Aber letztendlich muss uns klar sein, dass alle Gottlosen bis zum heutigen Tag eines Tages für ihre Gottlosigkeit gerichtet werden. Und das Gericht vor dem Thron Gottes ist um ein vielfaches schlimmer, wie das, was den Städten durch die Truppen Josuas geschah.

Der Zorn Gottes über die Gottlosen ist real. Doch gleichzeitig gilt seine allgemeine Menschenliebe und deshalb ruft der HERR uns dazu auf, die Gottlosen zu Gott zu rufen. Wer dann im Glauben zum HERRN kommt, muss nichts mehr fürchten, sondern darf für alle Zeit Gottes Gnade genießen.

  • Wir tun gut daran zu bedenken, dass wir ja auch einst gottlose Heiden waren. Auch wir hätten das harte Gericht verdient gehabt. Aber in seiner großen Gnade dürfen wir mit Gott versöhnt leben … und das für alle Ewigkeit!

In Kapitel 9 sehen wir, dass Josua und das ganze Volk von den Gibeonitern getäuscht wird. Sie fürchten Israel und täuschen deshalb vor, selber ein Volk aus einem fernen Land zu sein, so dass auf sie nicht der Bann zutreffen würde, der den Völkern galt, die im gelobten Land wohnten.

Die List der Gibeoniter ist eine hilfreiche Ermahnung. Nicht jeder, der zur Gemeinde gehören will, kommt, weil er/sie Gott anbeten will. Die Nächstenliebe und Sorge füreinander, die eine christliche Gemeinde auszeichnen sollte, kann auch für Ungläubige attraktiv sein. Deshalb sollten wir immer nach besten Möglichkeiten darauf hören, was uns Leute in Aufnahmegesprächen sagen. Sonst dominieren irgendwann die „Gibeoniter“ die Gemeinde und wir werden ein netter Verein, aber sind dann eben nicht mehr Leib Christi. Deshalb ist Mitgliedschaft und ein sorgfältiges Aufnahme- und ggf auch Ausschlussprozedere durchaus richtig und wichtig! Und wir sollten nie vergessen, Gott zu befragen. Gebet schützt vor falschen Entscheidungen (v.14).

Gleichzeitig dürfen wir aber auch gelassen darauf vertrauen, dass, selbst wenn Menschen uns täuschen, Gott sich nicht täuschen lässt und immer noch Alles im Griff hat. Das wird dann auch im Fortgang des Berichts in Kapitel 10 deutlich. Aber dazu kommen wir morgen.

Nach dem ersten Fehlversuch und der Bestrafung des Schuldigen (Achan), gibt Gott Ai in die Hand der Israeliten. Und jetzt gibt ER Israel auch die Erlaubnis, Beute zu machen.

  • Wenn Achan doch nur Geduld gehabt hätte, dann hätte er den Segen erfahren, anstatt wegen seiner Gier und seines Ungehorsams zu sterben.
  • Das ist eine hilfreiche Ermahnung für uns, geduldig auf die richtige Zeit zu warten und Dinge nicht (entgegen dem Willen Gottes) in die eigene Hand zu nehmen.

Nach dem Sieg zeigt dann Josua, dass er nicht nur militärisch-strategisches Geschick hat, sondern auch ein guter geistlicher Leiter ist. Anbetung und Unterweisung der Gemeinde folgen nach der siegreichen Schlacht. Dabei liest er das ganze Gesetz (evtl alle 5 Mose-Bücher) und alle, inkl Kinder, hören zu.

  • Das darf uns herausfordern uns zu hinterfragen, wie viel Zeit wir dem Wort Gottes widmen und was wir diesbezüglich unseren Kindern zutrauen.

In diesem Kapitel sehen wir was passieren kann, wenn man Gott untreu wird.  Er ist schockierend (aber leider nicht überraschend – wenn ich mein eigenes Herz betrachte), wie schnell Israel (bzw konkret Achan) Gott untreu wird. Im ersten Moment konnte man noch denken, dass die Niederlage in Ai damit zu tun hatte, dass die Israeliten sich jetzt auf ihre eigene Kraft verließen und deshalb nur ein kleines Heer in die Schlacht schickte. Aber Gott macht deutlich, dass das Problem woanders liegt und ein Mann gegen Gottes klare Anweisungen verstoßen hatte.

Doch Gott ist ein Gott der Gnade und richtet nicht das ganze Volk. Anstatt den Bund aufzulösen, straft Gott nur den Einen, der gesündigt hat. Und Israel tut nun, was zu tun ist. Der Mann, der den Tod von ca. 36 Kriegern zu verantworten hat und der sich so eindeutig gegen Gottes Gebot gestellt hat, muss jedoch sterben.

  • Das mag trotzdem für unsere Ohren grausam klingen. Aber Gott ist ein gerechter Richter und letztendlich ist dieses Gericht nur ein blasser Schatten von dem Gericht, dass alle erwartet, die Gottes Wort missachten und sich gegen ihn stellen, es sei denn, dass sie aufgrund von Gottes großer Gnade an Jesus Christus als ihren Retter und Herrn glauben. Denn dann hat Jesus das Gericht, dass wir genauso wie Achan verdient hätten, auf sich genommen.
  • Oh wie dankbar bin ich, dass ich nicht für meine Sünden sterben muss, weil Jesus meine Schuld auf sich genommen hat.

Gleich zu Beginn des Berichts von der Eroberung Jerichos macht Gott deutlich, dass ER den Krieg führt und den Sieg schenkt! Und Josua darf das erleben, was ihn sicherlich weiter dabei hilft „mutig und unverzagt“ zu sein … aber es hat sicher eben auch Mut erfordert, den Plan Gottes so auszuführen.

Ich frage mich, was das Volk dachte, als Josua ihnen sagte, dass sie täglich um die Stadt ziehen sollten. Ich denke, dass ich mir schon die Frage gestellt hätte, was das alles soll. Letztendlich ist das ein Glaubenstest. Und das Volk besteht den Test. Sie tun, was ihnen gesagt wird und dürfen so erleben, dass Gott ihnen die Stadt gibt.

Nur die Hure Rahab und Ihr Haus werden gerettet. So kann sie dann zur Ur-ur-Oma von König David und damit auch zur Vorfahrin des Herrn Jesus werden.

  • Nun wird von uns niemand verlangen, um Städte zu ziehen – aber trotzdem wird auch unser Glaube immer mal wieder herausgefordert. Von daher hoffe ich, dass uns dieser Bericht dazu ermutigt, treu im Glaubensgehorsam zu leben, auch wenn wir mal nicht ganz verstehen, warum Gott bestimmte Dinge von uns fordert.

Zu Beginn von Kapitel 5 erfahren wir, dass die Israeliten, die in der Wüste geboren worden, nicht beschnitten waren. Das ist überraschend, denn immerhin hat Mose ja einst ein sehr drastisches Erlebnis gehabt und erfahren, wie wichtig gerade in diesem Bereich der Gehorsam zu Gott ist.  (2. Mose 4). Trotzdem war wohl unter seiner Leitung während der Zeit der Wüstenwanderung die Beschneidung der Erstgeborenen ausgefallen.

Josua holt das nach und das somit für einige Tage kampfunfähige Volk profitiert davon, dass die Feinde durch den Bericht von der Jordandurchquerung in Angst und Schrecken versetzt war. Gott schützt seine Kinder also manchmal auch über relativ „normale“ Wege, wie Berichte und Angst.

Dann folgt ein Passafest, bei dem der Exodus nochmal bedacht wurde und die Zeit der Wüstenwanderung kommt auch dadurch zu einem Abschluss, dass das Manna aufhört. Ab jetzt versorgt der HERR sein Volk wieder durch die „normale“ Versorgung durch Ernte im Land Kanaan.

Ab Vers 13 lesen wir dann, dass Josua eine ganz ähnliche Gott-Erfahrung hat, wie sein Vorgänger! Der Fürst über das Heer des HERRN muss wohl eine Person des dreieinigen Gottes sein (Jesus?), sonst würde Josua ihn wohl kaum anbeten.

  • In allem sehen wir Gottes treue Versorgung seines Volkes.
  • Der HERR ist ein treuer Versorger – das dürfen auch wir wissen und erleben!

Wie schon bei anderen Anlässen sorgt Gott auch nach der Durchquerung des Jordans für ein sichtbares Zeichen zum Gedenken. Der Auftrag an die Israeliten ist klar – aber im Buch Richter (also nur einige Jahrzehnte später) lesen wir davon, dass die nächste Generation Gott und Seine mächtigen Taten nicht mehr kannte. Ob die Eltern hier versagt haben?

  • Was tun wir heute, um der nächsten Generation etwas von der Größe Gottes zu vermitteln?