Heute kommen wir zu dem Buch, das wir in den nächsten Wochen in unserer neuen Predigtserie genauer betrachten wollen. Ich bin dankbar für Gebet dafür, zumal ich gerade krank im Bett liege, was nicht die ideale Voraussetzung zum Predigtschreiben ist J

Der Prophet Joel kann nicht klar datiert werden. Seine Botschaft ist aber ohnehin zeitlos. Er greift eine „Naturkatastrophe“ auf und nimmt diese als Warnung bzgl des kommenden Tages des Herrn. Er ruft die Leser dazu auf, sich Gott zuzuwenden und in der Not seine Hilfe zu suchen, die Gott herbeiführen wird, wenn Juda nicht Buße tut und sich ihm zuwendet.

Dabei erklärt Joel zumindest in Kapitel 1 nicht, woher die Heuschreckenplage kommt. Er sucht keine Erklärung für die Katastrophe – aber er weiß, wer allein helfen kann. Und er weiß, dass Gott Gericht über die Gottlosen eines Tages viel schlimmer sein wird, als diese Heuschreckenplage.

  • Diese Lehre gilt auch uns. Wenn wir schlimme Dinge erleben werden wir nicht unbedingt wissen „warum?“ … aber wir dürfen wissen, dass Gott uns in allen Dingen helfen kann. Und wir sollten bedenken, dass selbst die schlimmste Katastrophe auf Erden immer noch viel erträglicher ist, als das kommende Gericht Gottes.
  • Und wenn wir aufgrund von Gottes Gnade, durch den Glauben an Jesus Christus vor diesem Gericht verschont werden, dann hilft das, das verhältnismäßige kurze und leichte Leiden hier auf Erden richtig einzuordnen (2. Kor 4,17).

Krankheitsbedingt kommt hier nun ein ganz kurzer Eintrag zum Ende des Buchs Hohelied:

Kap. 7:

Dieses Kapitel spricht für sich. Das Verlangen der Partner für einander ist deutlich und die Beschreibung ist schön.

  • Ich neige dazu anzunehmen, dass der HERR diese Worte inspiriert hat, um uns zu zeigen, wie schön eheliche Einheit ist.
  • Das sollte uns Eheleute herausfordern, unsere Ehepartner so hingebungsvoll zu lieben.

 

Kapitel 8:

Dieses Kapitel ist für mich etwas unklar. Ähnlich wie schon in Kapitel 5, scheint hier nochmals ab Vers 5 die Hochzeit des Paares, inklusive dem Vollzug der Ehe beschrieben zu werden.

  • Wenn die Beziehung zwischen den Liebenden hier als Bild für die Beziehung Christus & Gemeinde und für das große Hochzeitsfest des Lammes steht, sollte dieses Kapitel unsere Sehnsucht nach der Ewigkeit stärken. Wir dürfen sicher sein, dass die völlige Erfüllung und Freude des Himmels weit über das hinaus geht, was die sexuelle Vereinigung auf Erden zu bieten hat. Gleichzeitig ist diese eventuell ein Gott-gegebener Vorgeschmack auf das, was uns Christen erwartet. Doch wie auf die himmlische Realität, so sollten wir eben auch auf das irdische warten, bis zur rechten Zeit.

Das ist ein Aufruf, den wir in diesem Buch eben auch immer wieder hören. (2,7 / 3,5 / 8,4: „Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, daß ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.“)

In Kapitel 6 scheinen die Verlustängst vorbei zu sein – evtl ist die Braut aus dem (Alp)Traum aufgewacht. Jetzt weiß sie, wo ihr Bräutigam ist.

Dann hören wir von beiden Worten großer Verehrung in Hingabe.

Wenngleich es hier sicher wieder recht eindeutig sexuelle Anklänge gibt, ist doch die Hingabe und Verehrung des Bräutigams auch eine wunderschöne Reflektion der Verehrung und Hingabe, die dem Bräutigam schlechthin (Jesus Christus) gebührt.

  • Allen, die glücklich verheiratet sind würde ich empfehlen, die Hingabe an den Ehepartner immer auch als eine Möglichkeit zu sehen, die Liebe zwischen Christus und seiner Gemeinde widerzuspiegeln.
  • Und denen, die gar nicht oder nicht glücklich verheiratet sind möchte ich Mut machen, dass es eine Beziehung gibt, in der es eine noch reinere und tiefere Liebe gibt, als es diese je in einer Ehe geben kann.

Im ersten Vers lesen wir noch Worte Salomos, die wohl eher zu Kap. 4 gehören. Das klingt noch nach der sexuellen Einheit (in der Hochzeitsnacht).

Der Vers endet mit Worten, die wohl aus Gottes Mund stammen und uns zeigen, dass er ehelichen Sex als eine gute Gabe preist.

 

Ab Vers2 scheinen wir es wieder mit einem Traum zu tun zu haben. Hier klingen Ängste vor dem Verlust des Ehemanns durch. Ich tue mich schwer, das richtig zu interpretieren, kann mir aber vorstellen, dass wir hier etwas sehen, das mit dem Sündenfall zu tun hat.

Das Verlangen der Frau ist nach dem Mann (1. Mo 3,16), doch dieser muss das Haus verlassen und mühevoll der Arbeit nachgehen (1. Mo 3,19).

Wie auch immer die Verse 2-8 zu verstehen sind – klar ist, dass die Braut „krank vor Liebe“ ist.

 

Dann kommt ein schöner Lobpreis der Herrlichkeit ihres Bräutigams. Ich wünsche uns, dass wir in ähnlicher Weise von unserem Bräutigam (Jesus) schwärmen!

Nachdem am Ende von Kapitel 3 (Vers 11) vom Tag der Hochzeit die Rede, lesen wir in diesem Kapitel, dass Salomo seine Freundin nun seine Braut nennt.

Während die ersten 7 Verse noch so klingen, als ob Salomo die Schönheit seiner Braut öffentlich rühmt, klingen dann die Verse 8-16 sehr intim. In sehr poetischer Sprache wird wohl gesagt, dass die Braut bei der Hochzeit noch jungfräulich war (sie ist ein verschlossener Garten, siehe Vers 12). Doch nun wird der Garten dem Ehemann zugänglich (Vers 16).

 

  • Damit zeigt uns dieses Kapitel, in welchen Kontext Geschlechtsverkehr gehört. Wer das liest muss sich doch danach sehnen, sich selbst zum ersten Mal am Hochzeitstag dem Ehepartner schenken zu können.
  • Da wo das nicht mehr möglich ist, gibt es Gottes Gnade … aber das ist immer nur der zweit-beste Weg, wenn es eben zuvor zur Sünde kam.
  • Gehorsam und damit voreheliche Reinheit ist der Weg wahren Segens und Glücks.
  • Und Gott lehrt das eben nicht nur mit „erhobenem Zeigefinger“, sondern in herrlicher poetischer und ganz positiver Form.

Dieses Kapitel ist wiederum etwas verwirrend. Viele Ausleger gehen davon aus, dass hier die Frau einen Traum beschreibt. Das macht aufgrund der Andeutungen in 3,1 (und dann nochmals in 5,2), durchaus Sinn („Des Nachts auf meinem Lager“ / „Ich schlief, aber mein Herz war wach.“)

Dieser Traum ist voller Verlangen, aber auch voller Sorge und Manches scheint sich zu vermischen und nicht so ganz zur Realität des Rests des Buchs zu passen … wie Träume eben manchmal so sind.

Dieser Traum ist weder das Gutheißen z.B. von vorehelichem Sex, noch sündig … es ist einfach ein Traum, der uns einen tiefen Einblick in das große Verlangen der Frau gibt … so verstehe ich dieses Kapitel zumindest.

  • Dieses Verlangen an sich kann eine Hilfe sein zu erkennen, ob man aktiv die Ehe anvisieren sollte. Denn der Apostel Paulus schreibt dazu: „Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.“ … „Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser, zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.“ (1. Kor 7,2 & 9)

An manchen Stellen könnte man denken, dass das Paar hier schon recht intim wird.

Anderseits heißt es im Refrain des Briefs (zum ersten Mal in Kapitel 2, Vers 7) „Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.“

Daraus lässt sich schließen, dass die Zeit für den „Vollzug der Liebe“ eben noch nicht gekommen ist.

  • Was sich hier auf jeden Fall feststellen lässt ist, dass Sexualität sehr positiv dargestellt wird. Das ist ja auch logisch, denn es ist Gottes Erfindung. Wir dürfen wissen, dass Gott in seiner Liebe zu uns, uns Menschen Sexualität als etwas sehr Schönes für die Ehe geschenkt hat.
  • Gleichzeitig lässt sich hier auch erkennen, dass die Triebe kontrolliert werden müssen, denn alles (auch die Sexualität) hat seinen Platz und seine Zeit.

Das Buch Hoheslied zeigt uns das und lehrt uns damit, wie wir die gute Gabe Gottes so kontrollieren sollten, damit wir sie nicht zur Sünde missbrauchen.

Gleich zu Beginn lesen wir von der großen Liebe der jungen Frau und ihres Freundes. Sexuelles Verlangen klingt hier sehr klar durch. Dabei ist die Sprache sehr poetisch, was die Interpretation oftmals etwas schwierig sein lässt.

 

Manche Ausleger sehen hier eine direkte Verkündigung der Beziehung von Jesus zur Gemeinde. Aufgrund der sehr stark erotisch geprägten Sprache erscheint mir das aber etwas fraglich.

  • Ich denke es geht hier primär darum, uns zu zeigen, wie Sexualität und Ehe gelebt werden sollte. Es ist etwas Schönes und von Gott-gegebenes … aber es bedarf des richtigen Kontextes.
  • Aber natürlich dürfen wir dann auch wissen, dass eine gut geführte Ehe immer auch etwas ist, das letztendlich das Evangelium abbildet (Eph 5,22ff).

Zum Abschluss rekapituliert Josua die Geschichte Israels, beginnend mit den Gottesverheißungen an Abraham bis hin zur Landnahme unter Josua selbst. Daraus leitet Josua dann den Auftrag zur Gottesfurcht und –Liebe ab.

Die Beziehung zu Gott ist also das alles Entscheidende. Josua positioniert sich dabei selbst ganz klar: „Ich aber und mein Haus wollen dem HERRN dienen.“   Das Volk verspricht daraufhin ebenfalls Gott treu zu sein und IHM zu dienen.

Das ist das große Credo am Ende dieses Buchs „Alles zur Ehre Gottes“ … soli deo gloria.

  • So sollten wir leben. Doch die Realität wird den frohen Optimismus bald einholen. Denn sündige Menschen leben nicht konsequent so, wie sie es sollen. Deshalb brauchen wir einen Retter!