Auch dieses Klagelied klingt ziemlich verzweifelt. Hier wird beschrieben, wie der Herr Juda (die Tochter Zion) gestraft hat. Es ist klar, dass das Leid von Gott kommt und verdient ist. Und doch verbindet sich dieses „Seufzen“ mit Hoffnung.

Der Beter bittet den Herrn, der Juda straft um sein gnädiges Eingreifen.

  • Und genau das dürfen auch wir tun, wenn wir Gottes Zorn (als Ungläubige) oder Gottes väterliche Zucht (als Gläubige) erleben. Buße ist dabei die Basis für ein solches Rufen zu Gott.

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In diesem ersten Klagelied hören wir von der Zerstörung Jerusalems (wahrscheinlich zur Zeit der Babylonier) und hören das Rufen „der Stadt“ um Hilfe. Dabei ist die Klage verbunden mit der Einsicht, dass Juda (bzw Jerusalem) nichts zu fordern hat. Es ist ein Hilferuf zu Gott, der uns auch in unserer selbst-verschuldeten Not retten wird, wenn wir uns Ihm zuwenden.

In diesem letzten Kapitel sehen wir, wie Gott für Ordnung sorgt, die Regelung aus Kap 27 weiter definiert und so dafür sorgt, dass das Erbe der Stämme erhalten bleibt. Und wir sehen zum Abschluss dieses Buchs, in dem so viel Ungehorsam zu schlimmen Konsequenzen geführt hat, dass die Töchter Zelofhads gehorsam sind.

  • Damit endet das Buch auf einer positiven Note!

In Kapitel 35 ordnet Gott an, dass den Leviten 48 Städte gegeben werden sollen. Die Leviten bekommen also kein zusammenhängendes Territorium, sondern sollen unter den anderen Stämmen leben.

  • Gott sorgt so dafür, dass die Priester nicht weit weg sind, sondern mitten unter dem Volk leben, für das sie eintreten sollen.

Sechs der Städte, die die Leviten bekommen, sollen als Freistädte dienen, in die sich Menschen flüchten können, die einen Totschlag begangen haben.

  • Hier zeigt sich wiederum, dass der HERR für sein Volk sorgt. Die Freistädte sind Orte der Gnade.
  • Preis den Herrn, dass Gott Freistädte gegeben hat. Meine Freistadt heißt Jesus Christus, da dieser Hohepriester niemals stirbt, werde ich – Kraft seiner Gnade – für immer in Ihm bleiben!

Gleichzeitig macht Gott auch deutlich, dass nur Er das Recht hat, Leben zu nehmen. Wenn Menschen das (ohne klare Anweisung) in die eigene Hand nehmen, wird es harte Konsequenzen haben.

Die in Kapitel 34 beschriebenen Grenzen des Landes sind interessant.

Zum einen beinhalten umfassen sie nicht das Land östlich des Jordans, zum anderen umfassen sie aber mehr Land, als Israel einnehmen wird. Mancher mag dies hier als Hinweis auf ein kommendes, größeres Israel sehen. Ich kann mir das auch vorstellen. Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass hier angedeutet werden soll, dass Gott für Sein Volk noch mehr hat, als was es hier auf Erden bekommt … eine neue Erde!

Das Verzeichnis der Lagerplätze zu Beginn von Kapitel 33 nimmt uns nochmal mit in die Geschichte Israels. Die 40 Jahre seit dem Exodus werden hier knapp zusammengefasst.

Ab Vers 50 kommen dann Anweisungen zur Landnahme. Das Land soll im Losverfahren verteilt werden. Und dann kommt die Warnung, dass es Israel schlecht bekommen wird, wenn sie die Bewohner des Landes nicht komplett vertreiben. Genau das sehen wir dann ja in weiten Teilen des AT. Gott will keine Vermischung seines Volkes mit Ungläubigen.

  • Wir tun gut daran, dass auch heute zu bedenken. Ich sehe immer wieder mit Sorge, dass Christen meinen, Beziehungen und ggf dann sogar Ehen mit Nicht-Christen eingehen zu können und dabei auf Gottes Segen vertrauen.
  • Hier klingt deutlich durch, dass man da nicht mit Gottes Segen rechnen sollte.

In Kapitel 32 beginnt die Landverteilung. Das Land war sicher gut fürs Vieh … aber es war ja eigentlich nicht das gelobte Land. Von daher ist diese Wahl wohl mal wieder typisch menschlich. Diese Regionen werden später die ersten sein, die von den Feinden (Assyrer) besiegt werden.

  • Ich möchte mich zumindest immer wieder neu darauf besinnen, dass Gott uns ein Land verheißen hat, dass nicht das erste ist, was uns vor Augen ist … und gerade deshalb will ich immer mehr lernen, auf die Dinge vor Augen zu verzichten, wenn es nicht Dinge sind, die Gott mir nicht unbedingt für das hier und jetzt gegeben hat.

Ab Kapitel 31 geht es dann weiter mit der Beschreibung der Schritte Israels in Richtung Landnahme. Jetzt kommt die Abrechnung mit den Midianitern. Diese hatten mit Hilfe von Bileam versucht, die Israeliten zu verfluchen. Hier wird nun auch deutlich, dass Bileam kein „guter Prophet“ war, denn auch er wird gerichtet.

Vor allem dann das Ausrotten der Midianiter, inklusive deren Frauen und Kinder (mit Ausnahme junger Mädchen) klingt sicher erstmal befremdlich. Aber Gott will Reinheit und Er richtet. Die Midianiter hatten versucht, Israel von Gott abzubringen. Sie waren also Instrumente Satans in einem geistlichen Kampf. Dabei waren gerade auch die „fremden“ Frauen auf diejenigen, die die Israeliten verführt hatten. Natürlich sind die Israeliten dafür auch verantwortlich … und der HERR hatte sie ja auch immer wieder für ihren Götzendienst gestraft. Aber uns muss eben auch klar sein, dass es sich hier nicht um „unschuldige“ Frauen & Kinder handelt, sondern um Menschen, die gegen Gottes Volk und letztendlich gegen Gott sind.

Deshalb ist es nur rechtens, dass der HERR hier sein Gericht vollstreckt. Denn ER muss ja niemandem gnädig sein.

  • Uns sollte klar sein, dass wir nichts Besseres verdient gehabt hätten und wir großen Grund zur Dankbarkeit haben, wenn wir Gottes Gnade erfahren haben und durch den Glauben mit ihm versöhnt sein dürfen.

Und uns muss klar sein, dass Gott auch heute noch jeden Menschen, der im Unglauben verharrt und damit eben gegen Gott rebelliert, richten wird. Ein „natürlicher“ Tod mag uns da weniger brutal vorkommen … aber letztendlich ist der Tot (egal wie er dann zustande kommt), bei weitem nicht das Schlimmste, was die Ungläubigen zu fürchten haben.

In Kapitel 30 sehen wir, dass die Verbindlichkeit der Gelübde der Frauen davon abhing, ob Väter bzw Ehemänner dagegen intervenieren. Das zeigt uns, welche Verantwortung Väter für ihre Kinder und Ehemänner für Ihre Frauen tragen. Hier wird auch deutlich, dass Männer als Haupt der Frau agieren sollen, auch wenn das natürlich überhaupt nicht zum Zeitgeist passt.

Interessant ist auch, dass Passivität für Väter und Ehemänner keine echte Option ist … wer nicht eingreift und passiv bleibt, hat letztendlich zugestimmt. Das sollte manche Männer mobilisieren, ihre Verantwortung bewusst wahrzunehmen.

Kapitel 29 setzt die Beschreibung der regelmäßigen Opfer und Festtage aus Kapitel 28 fort.

Hier wird auch deutlich, dass Israel wohl sehr viele Tiere bei der Wüstenwanderung dabei hatte, so dass sie täglich und regelmässig opfern zu konnten