Das große Thema in Sprüche 23 ist die Warnung vor der Gefahr der Begierde und der Aufruf, Züchtigung zu üben.

Die großen Themen sind die Gefahr der Prasserei, der Gier nach Besitz, die so groß wird, dass man Witwen und Waisen betrügt, Neid, sexuelle Versuchung (Hurerei) und Trunkenheit.

Mittendrinn lesen wir den Aufruf zur Züchtigung an die Väter und dann der Aufruf an die Kinder, die Züchtigung anzunehmen.

  • Hier sehen wir, wie zeitlos die Bibel ist. Denn das, was hier als Gefahr beschrieben wird, ist auch heute noch höchst relevant. Mir ist beim Lesen neu klar geworden, dass Mangel an Selbstkontrolle in einem scheinbar unwichtigen Bereich (z.B. zu viele Weihnachtskekse … eine meiner Schwächen) letztendlich mit dem gleichen Aspekt zu tun hat, wie das Nachgeben bei allen anderen Versuchungen
    • Nämlich dem denken, dass der kurzfristige Lustgewinn bedeutender ist als die langfristigen Konsequenzen.
    • Und beides lässt sich letztendlich auf mangelnde Disziplin zurückführen. Hier sollten wir uns selbst züchtigen oder auch die Züchtigung durch andere dankbar als Hilfe annehmen.

Das heißt natürlich nicht, dass es grundsätzlich falsch ist, auch mal etwas zu genießen. Aber wir sollten sowohl die biblischen grenzen kennen, wie auch lernen, Maß zu halten.

  • Das ist Weisheit!

Die ersten 16 Verse bilden den Abschluss der Sammlung der Sprüchesammlung des Salomo.

Vers 4 ist dabei mal wieder ein Spruch, der ein bisschen wir das große Echo des Buchs klingt:

Der Lohn der Demut und der Furcht des HERRN ist Reichtum, Ehre und Leben.“

Ab Vers 17 kommt dann ein Aufruf, mit dem der nächste Teil des Sprüchebuchs beginnt. Hier werden wir nun dazu aufgerufen, die eben erwähnten Sprüche nicht nur zu hören, sondern sie uns auch zu Herzen zu nehmen.

Dazu müssen wir natürlich sorgfältig lesen und das Gelesene bedenken.

Von daher kann das für uns eine hilfreiche Aufforderung sein, die Sprüchen langsam und einzeln zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich das bisher eher nicht getan habe .. das will ich demnächst mal ändern.

Auch dieses Kapitel ist schwer mit einigen Worten zusammenzufassen, da es viele verschiedene Weisheiten lehrt.

Der erste Vers dieses Kapitels gehört zu den sehr bekannten Sprüchen: „Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche; er lenkt es, wohin er will.“

Das klingt ähnlich wie die Erkenntnis des Paulus aus Philipper 2,13: „Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“

  • Unser Gott kann Herzen und Willen verändern. Er ist der Allmächtige. Ihm dürfen wir uns selbst und ihm dürfen wir auch Andere anvertrauen.
  • Er wird’s recht machen!

Sprüche 20 ist wiederum eine recht bunte Sammlung von Sprüchen.

Dabei fällt auf, dass die Verse 10 & 23 fast identisch sind. Gott hasst Betrug und will Gerechtigkeit. So zu leben ist weise.

  • Wenn wir selber Unrecht erleben, sollen wir die Dinge aber nicht selbst in die Hand nehmen: „22 Sprich nicht: »Ich will Böses vergelten!« Harre des HERRN, der wird dir helfen.“ -> auch das ist Weisheit!

In diesem Kapitel sind Reichtum und Armut große Themen. Hier ist es – wie sonst auch – wichtig zu bedenken, dass die Sprüche 10-22 allgemeine Weisheiten liefern und keine Gesetze. Doch sie nehmen Bezug auf Gesetze, wie zum Beispiel Vers 16: „Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber auf seinen Weg nicht achtet, wird sterben.“

Zum Thema Armut lesen wir dann, dass sie an sich nicht besser ist als Reichtum. Und Reichtum ist nicht verwerflich. Die Frage ist aber, woran das Herz hängt und ob uns das Streben nach Reichtum beherrscht. Vor allem ist Reichtum kein Selbstzweck, sondern etwas, dass wir in Gottes Sinne einsetzen sollten.

Genau das ist die Aussage von Vers 17: „Wer sich des Armen erbarmt, der leiht dem HERRN, und der wird ihm vergelten, was er Gutes getan hat.

  • Das lehrt Jesus ja auch in der Bergpredigt (Mt. 5,7) und dann später im Hinblick auf das kommende Gericht (Mt 25,31ff)
  • Möge der Herr uns frei machen vom Dienst am Götzen Mammon und uns großzügig mit dem sein, was wir haben und uns frei machen von Neid und Begierde bezüglich der Dinge, die wir nicht haben!

Dieses Kapitel hat aber auch noch andere Aussagen parat. So wird mehrfach darauf hingewiesen, wie wichtig und hilfreich Ermahnungen sein können.

Vers 20: „Höre auf Rat und nimm Zucht an, daß du hernach weise seist.“

  • Ich bin dankbar dafür, dass der HERR uns in ganz vielen Kontexten in Gemeinschaft leben lässt, so dass wir einander Rat geben und auch mal korrigieren können. Ich profitiere davon in der Ehe, durch meine Eltern, durch Mitarbeiter in der Gemeinde und vor allem auch durch meine Mit-Ältesten.

Dafür bin ich sehr dankbar!

Hier sind mir zwei sehr ähnliche Sprüche besonders aufgefallen:

18:2  Ein Tor hat nicht Gefallen an Einsicht, sondern will kundtun, was in seinem Herzen steckt.

18:15  Ein verständiges Herz erwirbt Einsicht, und das Ohr der Weisen sucht Erkenntnis.

  • So wie es einst auch der griechische Philosoph Socrates sagte „ich weiß, dass ich nichts weiß“ … wahre Weisheit erkennt seine Grenzen und strebt deshalb nach mehr Erkenntnis.

Torheit hingegen geht oftmals einher mit mangelnder Lern- und Korrekturbereitschaft.

  • Ich wünsche uns allen die Demut, belehr- und korrigierbar zu bleiben, so dass wir immer weiter wachsen können in Erkenntnis und Weisheit

In dieser Sprüchesammlung sehe ich jetzt kein ganz großes Thema, sondern viele verschiedene allgemeine Weisheiten.

Trotzdem stechen für ein Vers und ein Thema hervor:

Vers 12: Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Toren in seiner Torheit.

  • Das zeigt sehr deutlich, dass Torheit nicht einfach nur ein persönliches Problem ist … sondern auch für andere eine Gefahr darstellt.
  • Deswegen ist es oftmals gut, törichten Menschen aus dem Weg zu gehen, wenn sie sich nicht leicht von ihrer Torheit abbringen lassen.

Das macht das Thema aus den Versen 21 & 25 umso schwieriger … denn wenn der Tor das eigene Kind ist, macht das das Leben schwer. Deswegen sollten Eltern sehr darauf bedacht sein, ihren Kindern Weisheit nahe zubringen.

Das erspart viel Leid.

In Kapitel 16 taucht ein Thema auf, das auch ganz zentral im Predigttext vom letzten Sonntag (Psalm 127) war. Es geht hier um Stolz und das falsche Gefühl der Unabhängigkeit.

Es ist dumm zu meinen, dass man selber irgendetwas bewirken könne, wenn Gott das nicht bewusst zulässt und fördert. Natürlich tun wir vieles, bei dem wir den Herrn nicht bewusst um Hilfe und Gelingen bitten … und in seiner Gnade schenkt der Herr dann trotzdem auch immer mal wieder Gelingen.

Aber gegen den Willen Gottes können wir nichts tun. Von daher sind die Sprüche aus Kapitel 16 ein hilfreicher Aufruf, uns in allen Dingen immer wieder dem Herrn zuzuwenden und IHN darum zu bitten, uns zu zeigen was wir tun sollen und dann unser Tun zu segnen.

So lesen wir z.B.:

16:3  Befiehl dem HERRN deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.

Vers 4 zeigt uns dann, dass der HERR sogar Böses gebrauchen kann, um seinen Willen auszuführen:

16:4  Der HERR macht alles zu seinem Zweck, auch den Gottlosen für den bösen Tag.

  • Das hat er getan, als er seinen einen geliebten Sohn entsprechend seines ewigen Ratschlußes und doch eben auch durch das böse Tun von Menschen am Kreuz stellvertretend für uns geopfert hat.
  • Diese Erkenntnis kann uns in allen Situationen sehr gelassen machen – unser Herr hat alles im Griff!

Auch in Kapitel 15 lesen wir an prominenter Stelle von der Furcht des Herrn – nämlich im Schlußvers. Davor ist ein großes Thema (v.a. am Anfang) das Reden.

Die Zunge offenbart das Herz. Und Weisheit bändigt und kontrolliert die Zunge.

  • Hier weiß ich mich herausgefordert. Ich rede viel und schnell … und manchmal fehlt da die Bedacht & Weisheit.
  • Und ich höre viel und merke, dass auch andere ihre Zunge manchmal nicht im Griff haben.
  • Hier dürfen wir den Herrn bitten, uns weiter zu verändern.

Ähnlich ist es mit dem Streben nach mehr, das leicht destruktiv werden kann. Dazu spricht Vers 16: „Besser wenig mit der Furcht des HERRN als ein großer Schatz, bei dem Unruhe ist.“

  • Möge der Herr uns immer wieder neu solche Weisheit geben!

Dieses Kapitel hat ein Echo – nämlich das, was in Vers 2 und 26 gelehrt und in 27 weitergeführt wird:

14:2   Wer den HERRN fürchtet, der wandelt auf rechter Bahn; wer ihn aber verachtet, der geht auf Abwegen.

14:26-27   Wer den HERRN fürchtet, hat eine sichere Festung, und auch seine Kinder werden beschirmt.  27 Die Furcht des HERRN ist eine Quelle des Lebens, daß man meide die Stricke des Todes.

  • Die Furcht des Herrn ist eben genauso der Anfang aller Weisheit, wie die Liebe zum Herrn

Die Furcht vor dem Gott, der alles weiß und alles gerecht richten wird, lässt uns das tun, was ihm gefällt … und die Liebe zu ihm wirkt ebenso. Es ist das gesunde Nebeneinander von Ermahnung und Ermutigung.

  • Ich wünsche uns, dass wir diese Dinge immer in einer guten Balance halten.
  • So sind wir vor einem falschen Gottesverständnis geschützt, das ja immer wieder in den Gedanken von Menschen raum einnimmt. Die einen verniedlichen Gott und machen ihn zum „Kuschelgott“, andere übersehen seine Liebe und sehen in ihm einen „zornigen Gott“, den sie bewusst ablehnen.
  • Ich wünsche uns, dass wir Gott immer wieder erkennen als einen zugleich heiligen und gnädigen Gott, wie er uns in der ganzen Schrift geoffenbart wird.