2 Mose 4

Zu Beginn von Kapitel 4 ist Mose immer noch zögerlich. Mose scheint zu denken, dass er Gott belehren könnte und müsste. Es ist schon krass, wie sehr sich Mose sträubt, Gott zu vertrauen.

  • Andererseits sehen wir auch das ständig in uns und um uns herum. Zweifel können sehr hartnäckig sein … und unsere Sündennatur auch.
  • Mose zweifelt daran, dass er beim Volk akzeptiert würde – Gott gibt ihm drei Zeichen (v.2ff; 6ff;9);
  • Dann benennt er kommunikative Schwächen als Ausrede (v.10ff) – doch Gott macht deutlich, dass ER als Schöpfer besser weis, wozu er Mose gebrauchen kann;
  • Und dann sagt Mose schließlich deutlich, was wirklich Sache ist (v.13) – und Gott redet Tacheles! Was hier sehr deutlich wird ist, dass es hilfreich ist, nicht immer auf jedes Argument zu antworten, sondern zu fragen, was wirklich dahintersteckt.

Nach Gottes zorniger Rede, gibt es dann aber keinen Widerspruch mehr.

Trotz der klaren göttlichen Berufung, weiß Mose, dass er ggb seinem Schwiegervater mit Respekt handeln sollte … und so bittet er ihn um sein Okay.

In Vers 21 taucht dann ein Wort auf, dass in den nächsten Kapiteln immer wieder auftauchen wird: „verstockt“

  • Manchmal wird ja gefragt, ob die Verstockung Gottes oder Menschen Werk ist. Sicher sind Menschen immer für Ihre Verstockung verantwortlich … aber es klingt hier schon sehr deutlich durch, dass Gott Herzen verstockt. Genauso, wie er eben auch der ist, der Menschenherzen positiv verändert und aus steinernen Herzen, fleischerne Herzen machen kann (z.B. Hes 36,26)

Es ist wichtig, die Vielschichtigkeit von Gottes Willen zu verstehen. Man könnte denken, dass Gott schizophren ist. Er will, dass Mose nach Ägypten geht um Israel zu befreien und gelichzeitig will er Mose noch vorher umbringen (4,24) … und beides klingt nicht danach, als offenbare Gott hier seinem Ratschluß. Der „Wille“, mit dem Gott Mose sendet, ist sein gebietender Wille (Ratschluss), der Wille, mit dem Er Mose töten will, ist hingegen wohl eher Ausdruck seiner Gesinnung zu Moses Ungehorsam im Bezug auf die Beschneidung … und so sorgt Gott dafür, dass Moses Sohn beschnitten wird. Dabei benutzt er interessanter Weise seine heidnische Frau.

Und dann geht es weiter und Gott bewegt die Brüder auf einander zu und gebraucht sie, wie geplant!

 

Lukas 10:

In Kapitel 10 lesen wir den sehr interessanten Bericht von der Aussendung der 72 (oder 70, je nach Grundlagentext). Bedeutend ist vor allem das, was Jesus den 72 nach deren Rückkehr lehrt. Er betont, worüber wir uns VOR ALLEM freuen sollten: „Lk 10:20  Doch darüber freut euch nicht, daß euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, daß eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

  • Diese Freude wünsche ich uns allen!

Das ist gerade da von Bedeutung und Bedenkenswert, wo Wunder und besondere Geistesgaben sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Wir sollten bedenken, dass Jesus hier andere Schwerpunkte setzt und eine zu große Begeisterung für das Übernatürlich bremst und in ein gesundes Verhältnis zu dem setzt, worum es vor allem geht.

Der Bericht ab Vers 25 klingt sehr ähnlich wie der Bericht vom reichen Jüngling in Kap 18,18ff. Aber hier geht es Jesus nun konkret darum zu erklären, wie sich wahre Nächstenliebe offenbaren sollte.

Das Kapitel schließt mit dem sicher sehr bekannten Marta & Maria Bericht.

  • Es gibt kein besseres Werk, als Jesus zuzuhören.
  • Wenn wir das tun, werden wir zwangsläufig auch handeln und gute Werke tun. Aber alles beginnt und hängt an der guten biblischen Lehre!

2 Mose 3

Die Berufung des Mose ist spektakulär. Er ist ja ein einfacher Hirte und noch dazu ein Immigrant. Doch dann erscheint ihm ein Engel und erklärt ihm, dass Gott Großes durch ihn tun will und sein Volk retten will. Das der „Engel des Herrn“ eindeutig Gott selbst ist, wird im Folgenden ganz klar.

Mose fürchtet sich Gott anzusehen. Er weiß, dass er unwürdig ist und traut sich die Aufgabe nicht zu.

In beiden Dingen hat er ja im Prinzip recht. Er sieht sich hier sehr viel realistischer als viele Menschen das meist tun. Aber er verkennt, dass Gott sich eben auch denen naht, die nicht würdig sind (Gott sei Dank!) und dass Gott uns nie Aufgaben gibt, die wir dann nicht auch mit seiner Hilfe bewältigen könnten. Der Herr ist hier sehr geduldig und macht dem zögerlichen Mose Mut und geht auf seine Ängste ein. Der Herr ist ein sehr barmherziger Herr und der ideale Seelsorger.

In den Versen 3,7-10 & 18-22 gibt Gott Verheißungen und erklärt die Zukunft. Es ist gut, die Verheißungen Gottes zu kennen, sonst liest man spätere Passagen und denkt, dass Gott immer wieder auf die Reaktionen der Menschen reagiert. Dabei hat er alles genauso geplant, wie es kommt.

  • Ich finde das sehr beruhigend. Es gibt mir inneren Frieden gerade auch in unruhigen und unsicheren Zeiten, da ich eben weiß, dass Gott alles Im Griff hat und ER für Seine Kinder sorgt!

 

Lukas 9

Kapitel 9 ist in mehrfacher Hinsicht der große Wendepunkt im Lukasevangelium.

In diesem Kapitel lesen wir das Christus-Bekenntnis des Petrus (v.20) – das Bekenntnis des Vaters zu seinem Sohn bei der Verklärung (v.28-36), und wir lesen dann (in Vers 51), dass Jesus sich auf den Weg nach Jerusalem macht … von da an geht er zielstrebig auf das Kreuz zu.

Außerdem lesen wir in diesem Kapitel davon, wie Jesus seine Jünger auf ihren Dienst als Apostel vorbereitet.

Erst sendet er die 12 aus (v.1-6). Später lehrt er dann über sein Sterben und seine Auferstehung (v.21-22 & v.43-45). Und er lehrt seine Jünger über wahre Nachfolge und die Kosten der Nachfolge (v.23ff & v.57ff).

Und schließlich lesen wir, wie Jesus seine Jünger lehrt und sie auch so für den Aposteldienst zurüstet.

  • Wenngleich wir keine Apostel im engeren Sinne sind, so sind auch wir dazu berufen, Jesus zu bezeugen und ihm treu nachzufolgen. Von daher ist dieses Kapitel nicht nur ein heilsgeschichtlicher Wendepunkt, sondern auch sehr konkret lehrreich für uns!

2 Mose 2

Hier beginnt nun der Bericht über das Leben des Mose.

Dabei ist das Leben von Mose von Geburt an bedroht. Dabei sehen wir dann auch gleich zu Beginn, dass Mose ein Schatten des Christus ist. So wie Mose gerettet wird, wird viele Jahrhunderte später „ein Prophet wie Mose“ vor einem anderen vom König angeordneten Kindermord bewahrt. Das Mose auch in vielen anderen Dingen schattenhaft auf Jesus hinweist, wird dann später noch viel deutlicher werden.

Hier sehen wir dann erst mal, dass Mose durch das Wasser, das eigentlich töten sollte, gerettet wird. Das ist ein typisches Bild … so wie bei Noah … und später durch die Taufe. Gott rettet die Seinen durch das Wasser hindurch.

Und er führt alle Dinge perfekt. Die große Schwester sieht zu, wie die Pharao-Tochter kommt, das Baby findet und sich seiner annimmt. Und so nimmt diese Geschichte einen „perfekten“ Verlauf … fast so, als wenn da einer dahinter steckt, der alles genauso geplant hat und ausführt J

Und so kommt es, dass nach Josef schon wieder ein Jude im Pharaonenpalast landet. Mose hat dabei in gewisser Weise sogar noch mehr Privilegien als Josef … aber unter schwierigeren Umständen.

Mose weiß, wo er herkommt und zu wem er gehört und wird so zum Beschützer (Retter) seines „Bruders“ … doch in seinem Akt des Tötens des Feindes nimmt er letztendlich selber Schaden und muss fliehen. Ich weiß nicht, ob hier jemand ein Thema sieht, dass sich vom 1. Mose bis ins NT hinzieht?

  • Mich erinnert das an die Verheißung, dass ein Nachkomme der Frau, der Schlange (dem Bösen) den Kopf zertreten wird, aber dabei selber Schaden nehmen wird. Der leidende Retter seines Bruders … das ist hier Mose … und doch ist natürlich Jesus die vollständige Erfüllung des Schlangenzertreters … Mose ist da nur ein Schatten.

Mose muss fliehen, doch auch in der Fremde Midian sorgt Gott für ihn. Ich finde es spannend, dass Mose nach Midian und nicht nach Kanaan flieht. Gott sorgt auch in Midian für Mose. In Vers 15 kommt es mal wieder eine Begegnung am Brunnen, die zur Hochzeit führt (siehe Rebekka und Jakob & Leah). So findet Mose eine neue Familie. Man könnte denken, dass nun die Geschichte endet … es sei denn man bedenkt, dass ja Gottes Verheißung noch auf dem Spiel steht. Denn inzwischen ist zwar ein großes Volk entstanden, aber es ist noch nicht wieder unter Gottes guter Herrschaft und in dem von Gott gegebenen Land. Und so endet Kap. 2 mit der Andeutung, dass Gott noch weiter für sein Volk sorgen wird.

 

Lukas 8

Am Anfang des Kapitels sehen wir Jesus als Lehrer, am Ende ist der Fokus dann eindeutig auf seiner göttlichen Autorität.

Das Sämann-Gleichnis ist sehr bekannt und eine wichtige Lehre für uns. Bekehrung sollte man nie zu schnell an einem Lippenbekenntnis festmachen. Wahre Bekehrung zeigt sich eben letztendlich daran, dass jemand längerfristig Frucht bringt. Es gibt eben auch Strohfeuer und Leute, die einen Glauben haben, der verschütt gehen kann, so dass sie letztendlich wieder abfallen. Jesus macht deutlich, dass eben nicht jeder Glaube rettet.

Jesus verbindet das Gleichnis dann mit dem Aufruf zu aufmerksamen Zuhören: Wir sollen unser Licht leuchten lassen und Frucht bringen … das ist der Weg wahrer Nachfolge.

Jesus erklärt dann auch gleich anhand seines eigenen Beispiels, dass der Glaube uns in eine ganz neue Gemeinschaft bringt. Familie ist jetzt vor allem, wer den gleichen Vater hat. Das ist sicher keine Missachtung unserer Abstammungsfamilien, aber es zeigt uns, wie viel wertvoller es ist, Teil der Familie Gottes zu sein. Am Schönsten ist es natürlich, wenn das eine mit dem anderen einher geht und unsere natürliche Familie auch zur Familie Gottes gehört.

Ab Vers 22 sehen wir dann die göttliche Autorität Jesu. Der Wind ist im Untertan, die Dämonen sind es und selbst Krankheit und Tod sind es. Jesus hat Macht über Alles!

  • Wir tun gut daran, uns immer wieder darauf zu besinnen. Mit Gott ist Alles möglich.
  • Auf Ihn können wir in allen Dingen vertrauen.
  • Wenn ER nicht eingreift, hat das einen guten Grund und es liegt nie daran, dass er es nicht könnte.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Menschen, die Jesu Wunder erleben, sicher fürchten. Wer also denkt, dass Menschen eher gläubig würden, wenn sie Wunder erleben, der verkennt das. Jesus wirklich erkennen können Menschen nur, wenn der gute Same des Evangeliums gesät wird und der HERR ihr Herz so öffnet, dass der Same letztendlich auf fruchtbaren Boden trifft.

2 Mose 1

Die ersten Verse stellen die Verbindung zum 1. Buch Mose her. In Vers 7 sehen wir, wie die Verheißung Gottes an Abraham wahr wird. Er sollte Nachkommen haben, wie Sand am mehr … Gott hält seine Versprechen. Jetzt wird aus einer Großfamilie ein großes Volk.

In Vers 8 wird dann aber sofort auch klar, dass nicht alles gut ist. Die Harmonie zwischen Israel und Ägypten ist dahin. Der neue Pharao war nicht nur weniger nett, sondern auch dümmer, als sein Vorfahre. Sein Plan, Israel durch Unterdrückung und selbst durch Kindermord klein zu halten, geht völlig schief.

Gott macht deutlich, dass ER sich nicht aufhalten lässt. Es ist ja interessant, dass das auch heute oft noch zutrifft.

  • Da wo Gottes Kinder unterdrückt werden, wächst die Kirche oftmals mehr, als in den friedlich, kuscheligen Ländern im Westen.

Gott gebraucht zur Bewahrung seines Volkes selbst die Hebammen. Der vom König angeordnete Kindermord wird von Gott selbst vereitelt …

 

Lukas 7

In Kapitel 7 lesen wir einige weitere Berichte von Wundertaten Jesu. Jesus heilt den Knecht des Hauptmanns aus der Entfernung und lobt den Glauben des Hauptmanns und dann weckt ER voller Barmherzigkeit den toten Sohn der Frau in Nain wieder zum Leben auf.

Nach diesen beiden Berichten geht der Blick zurück zu Johannes dem Täufer. Jesus lässt dem scheinbar zweifelnden Johannes durch seine Jünger ausrichten, dass er tatsächlich der ist, auf den Johannes gehofft hat. Und dann lehrt er seine eigenen Jünger über Johannes und klagt die Ungläubigen religiösen Führer an.

Den Kontrast dazu bildet dann die Sünderin, die Jesus salbt. Spannend ist dabei, dass hier die ausgegrenzten der Gesellschaft – ein römischer Hauptmann, der für die verhasste römische Besatzungsmacht steht und eine Sünderin (wahrscheinlich eine Prostituierte) – für ihren Glauben gelobt werden, während die religiösen Führer scharf kritisiert werden. Bei Gott gibt es eben kein Ansehen der Person.

Was alleine zählt ist der Glaube.

  • Und so wünsche ich auch uns einen Glauben, der nicht auf sich selbst sieht und das, was wir Gott bringen können, sondern auf unseren mächtigen und barmherzigen Herrn!

1 Mose 50

Jakobs Tod macht Josef sehr traurig und führt zu einem Staatsbegräbnis. Dabei ist der Umgang zwischen Josef und den Leuten des Pharao bemerkenswert. Er bittet immer wieder höflich und untertänig und die Ägypter kommen mit und betrauern Josefs Vater so, als ob sie zu seiner Familie gehören würden. Demut, Höflichkeit und Freundlichkeit im Umgang mit anderen lohnt sich. Außerdem erweist sich Josef hier natürlich auch wieder als treuer Sohn, der dem Vater den letzten Wunsch erfüllt

  • Jakob ist in gewisser Weise erst der erste, der aus Ägypten ins gelobte Land zurückkehrt. Das war sein Wunsch und dem wurde entsprochen. Für den Rest seiner Nachkommenschaft würde es noch eine lange Zeit dauern, bis sie wieder ins gelobte Land kommen würden.

Spannend ist auch, wie die Josefs Brüder wohl von ihrem Vater gesagt bekamen, wie sie dem von ihnen so schlecht behandelten Bruder entgegentreten sollten. Bei Jakob war das ja im Bezug auf seinen Bruder Esau ganz ähnlich gewesen. Und auch in diesem Fall sehen wir, wie der von seinen Brüdern schlecht behandelte Bruder, den Bösen Gnade erweist.

  • So wie Esau und so wie Josef hat dann ja auch später ein Mann, der von seinen „Brüdern“ schlecht behandelt (getötet) wurde, diesen Gnade erwiesen. Unser großer Bruder Jesus wusste dabei, dass er der war, auf den Josef mit seinem Leben hinwies. Denn die Worte des Josef aus Vers 20: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk.“ passen ja genauso gut in Jesu Mund.
  • Und in der Apostelgeschichte lesen wir dann auch einige Predigten des Petrus, bei denen er das ziemlich genau so erklärt. (Apg 2,23ff; 3,14ff; 4,10ff, etc)

Vers 20 ist wirklich so etwas wie die Zusammenfassung zumindest der 2. Hälfte des 1. Buchs Mose, denn hier geht es ja primär um Gottes souveränes Wirken in allen Dingen.

Das Buch endet mit Worten Josefs, in denen die Zuversicht zum Ausdruck kommt, dass Gott sein erwähltes Volk auch weiterhin führen und segnen wird. Und so erwartet man hoffnungsfroh die Rückkehr ins gelobte Land, auch wenn das Buch mit einem Mann in einem Sarg auf fremdem Territorium endet.

 

Lukas 6

Auch zu Beginn von Kapitel 6 geht es um religiöse Themen. Nachdem am Ende von Kap. 5 die Frage nach dem Fasten gestellt wurde, geht es jetzt um das Sabbat-halten. Jesus betont, dass ER der Herr über all diese Dinge ist und Gottes Gebote nie dazu da sind, uns zu knäbeln, sondern dass es Gott darum geht, dass wir seinen Segen erleben.

Jesu Feinde erkennen das nicht und sind voller Zorn gegen ihn und verkennen die Freiheit, die Jesus verkündet.

Nach der Berufung der 12 lesen wir die erste längere Predigt Jesu (6,17ff). Diese Predigt klingt ähnlich wie die Bergpredigt, wobei es ja auch durchaus Sinn macht, dass Jesus an verschiedenen Orten ähnliche Dinge gelehrt hat.

Hier geht es vor allem darum, den Menschen zu erklären, wie ein Gott-gefälliges Leben aussehen sollte. Das ist nicht der Weg zum Heil, sondern der Weg für die, die aus Gnade, durch den Glauben „heil“ geworden sind.

  • Von daher sind das Worte Jesu für uns. Lasst sie uns hören und danach leben!

1 Mose 49

In Kapitel 49 lesen wir Jakobs letzte Worte an Seine Söhne. Diese offenbaren sowohl, dass Jakob die Dinge der Vergangenheit nicht vergessen hat – auch wenn er sie nicht immer gleich angesprochen hat (siehe Rubens Sünde mit Bilah) und dass er den Charakter seiner Söhne sehr gut kennt. Sicher spricht er hier aber vor allem prophetisch. Dabei beruhen in Gottes perfektem Plan die prophetischen Aussagen zu den Stämmen ja immer auf einer Charakterbeschreibung der Söhne.

Die Aussage zu Levi ist interessant. Dieser Stamm wurde ja tatsächlich versprengt, aber nach Strafe sieht die Wahl zum Priestergeschlecht ja zumindest auf den ersten Blick nicht aus.

Ab Vers 8 wird Judas neue Rolle offiziell und gleichzeitig haben wir die wunderbare Verheißung des ewigen Herrschers aus Juda, König Jesus, der sein Kleid im Wein und Traubenblut waschen wird – dass muss doch für Juden sehr seltsam klingen, wenn man nicht weiß, dass Jesus die große Reinigung eben durch sein Blut erzielt hat!

Wenngleich Juda der Vorläufer des Herrn Jesus ist, ist Josef eindeutig der geliebte Sohn, der in vielem ein Schatten Jesu ist (siehe ab Vers 22)

Interessant ist in Vers 28, dass hier die 12 Söhne explizit als die 12 Stämme benannt werden, obwohl vorher gerade Ephraim und Manasse ja auch zu Stämmen erklärt worden.

Zu guter Letzt stellt Jakob noch sicher, dass er zu seinen Vätern ins verheißene Land zurückkehren darf.

 

Lukas 5:

In Kapitel 5 demonstriert Jesus seine göttliche Autorität. Der Fischzug zeigt seine Autorität über die Natur. Petrus erkennt, dass Jesus göttliche Macht hat, was ihn dazu bringt, seine eigene Sündhaftigkeit sehr klar zu erkennen und Gottesfurcht in ihm aufkommen lässt.

Doch Jesus spricht ihm Mut zu und erklärt dann auch gleich, was die neue Berufung des Petrus ist. Er wird ein Menschenfischer sein. Das Wort klingt ungewöhnlich … und doch ist das unser Auftrag. Dabei ist dieses Bild natürlich nicht allegorisch zu deuten … Jesus als Köder und dann sind wir gefangen … sondern eben im Hinblick auf die neue Berufung. Nicht Fische fangen, sondern Menschen für Jesus gewinnen.

Die beiden Heilungen und der Bericht über das Mahl mit den Zöllnern, um die es in der Predigt am letzten Sonntag ging, zeigen Jesu Autorität über Krankheiten – und letztendlich eben auch seine Macht, Sünden zu vergeben. Dabei wird in Vers 16 klar, dass Jesus nicht jede Krankheit heilt. Im Fortgang wird dann aber deutlich, dass die Sünde die eine (und schlimmste) Krankheit ist, die er definitiv heilen wird, wenn wir ihn darum bitten!

Und dann betont Jesus auch noch, dass er die Autorität hat, zu erklären, wozu Gott das Fasten gegeben hat und dass er so besonders ist, dass es jeden Grund gibt, in seiner Gegenwart zu feiern

Ich wünsche uns, dass auch wir immer über Wunder und die Dinge dieser Welt hinausschauen und vor allem davon begeistert sind, dass Gott in Jesus Christus gekommen ist, um Sünder zu retten!

1 Mose 48

Jakob ist voller Freude und Dankbarkeit, seinen Sohn wiederzuhaben und auch noch dessen Söhne kennenlernen zu dürfen. Josef hat weiterhin einen besonderen Platz im Herzen seines Vaters. Das zeigt sich auch darin, dass Josef durch seine zwei Söhne quasi das doppelte Erbe bekommen sollte.

Nur nebenbei bemerkt sein, dass wir hier schon sehen, wie kompliziert das mit den 12 Stämmen ist. Aus Josef werden 2 Stämme … und dann gibt es noch 11 weitere … und im Fortgang der Bibel werden wir sehen, dass die Benennung der 12 Stämme immer mal wieder variiert. Es sind ja nun 13 (bzw inkl Josef 14) und in den verschiedenen Listen fehlen immer mal wieder andere (z.B. in Offb. 7 ja der ansonsten recht bedeutende Stamm Ephraim, nachdem ja das Nordreich gelegentlich benannt wird).  Es geht wohl gar nicht so sehr, um die genaue Zuordnung, sondern um die Zahl 12 … das sehen wir dann bei den Aposteln ja auch wieder (Matthias wird als Ersatz nachgewählt … und Paulus kommt auch noch irgendwie dazu …)

Interessant ist auch, wie Jakob sich als jüngerer Sohn nicht nur den Erstgeborenensegen als jüngerer Sohn ergaunert hat, sondern nun dies auch bei seinen Enkeln so hält, und trotz des Einspruchs Josefs dem Jüngeren den Erstgeborenensegen gibt.

 

Lukas 4:

In diesem Kapitel beginnt nun der Bericht über das öffentliche Wirken Jesu. Doch zuvor führt der Heilige Geist Jesus in die Wüste. Hier ist eine Analogie zu Israel unverkennbar, wobei natürlich der Exodus und die Wüstenwanderung Israels aus dem 2. Mose ein Typ für das Geschehen ist, das hier beschrieben wird.

Auch Jesus kommt durch das Wasser und dann in die Wüste. Auch er wird versucht. Aber er erweist sich als der wahre „Israel“. Da wohl Israel den Versuchungen nachgab und sündigte, bleibt Jesus frei von jeder Sünde und widersteht den Versuchungen. Von daher ist diese Passage von größter Wichtigkeit, da sie uns zeigt, dass Jesus aller Gerechtigkeit Genüge tut und so qualifiziert ist, als stellvertretendes Opfer unsere Schuld zu sühnen.

Ab Vers 14 sehen wir weiter, wie Jesus bei seinem Wirken auf Erden vom Geist geleitet und zugerüstet war. Manchmal kann man ja den Eindruck bekommen, dass der Heilige Geist quasi passiv im Himmel wartete, bis Jesus uns Ihn sandte. Das stimmt aber nicht – Jesus hatte den Geist und tat durch ihn die Wunder, die er tat. Wiederum ist es gut, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir heute den gleichen Geist in uns und bei uns wissen dürfen.

Die erste Predigt, die Lukas von Jesus berichtet, hat es gleich in sich. Als guter Jude predigt Jesus aus dem AT. Dabei erklärt er, dass das AT von ihm zeugt. Die Verse aus Jesaja 61 weisen auf Sein Kommen hin. Dabei sind bei Jesaja das 1. & 2. Kommen des Herrn so eng miteinander verbunden, dass sie in einem Vers gemeinsame erwähnt werden (Jes 61,2). Jesus lässt bewusst den Schlussteil weg, denn der Tag des Gerichts ist noch nicht gekommen. Noch ist Gnadenzeit. Andererseits war den Juden wahrscheinlich klar, dass Jesaja neben der Gnade auch Gericht angekündigt hatte.

  • Ich preise den Herrn dafür, dass ER geduldig wartet und uns so viel Gnadenzeit gegeben hat. So dürfen nun noch viele die feste Hoffnung auf die Ewigkeit bei Gott haben und müssen das Gericht nicht fürchten!

Die Menschen waren erstaunt über die Lehre Jesu. Sie kannten ihn als Josefs Sohn und konnten sich nicht vorstellen, dass dieser einfache Zimmermannssohn mit solcher Weisheit und Autorität lehren konnte.

Die Menschen in Nazareth lehnten letztendlich das lebendig gewordene Wort Gottes ab. Jesus erklärt dann, dass dies in schlechter Kontinuität des AT steht. Und so hat Gott Seinen Dienst schon immer nicht allein auf die Juden begrenzt. Die Juden sind aufgebracht und wollen ihn töten – aber irgendwie hat Jesus eine solche Autorität und wird so von seinem Vater geschützt, dass er letztendlich einfach durch den Mob hindurch geht und die Stadt verlässt.

In Kapernaum sehen wir dann die große Autorität in der Lehre Jesu und seine Macht über Dämonen und Krankheiten. Die Menschen kommen auch dort dann letztendlich mit der falschen inneren Einstellung. Sie wollen, dass Jesus sie gesund macht – aber haben dabei wohl nur das körperliche im Blick, während Jesus den ganzen Menschen sieht und vor allem dafür gekommen ist, uns Menschen das Evangelium zu verkünden, denn das allein gibt wahres Leben. Deswegen muss er auch weiterziehen, um das Reich Gottes anderswo zu verkünden, so dass Menschen durch den Glauben an das Evangelium zu Bürgern dieses Reiches werden können.

1 Mose 47

Josefs Plan geht auf und er bekommt für Seine Familie das beste Stück Land in Ägypten. Der Pharao klingt dabei (wie überhaupt fast immer im 1. Mose) so, als ob er ein gottesfürchtigster und gnädiger Mann sei. Seine Nachfolger waren da anders drauf.

  • Anhand des Pharaos wird deutlich, dass nur weil jemand nett ist und Gott ihn im Leben anderer nutzt, dieser noch lange nicht zu Gottes Volk gehört. Das entscheidet sich eben nicht an Nettigkeiten und Ergebnissen, sondern ist eine Frage des Glaubens und eines bekehrten Herzens

Ab Vers 13 sehen wir dann, dass Josef nicht nur gut für seine Familie sorgt, sondern auch ein treuer Verwalter des Besitzes des Pharaos ist. Der Privatbesitz in Ägypten wird verstaatlicht und in Ägypten wird nicht der 10te für Gott, sondern der 5te für den Pharao eingeführt.

Am Ende des Kapitels lesen wir vom nahen Tod Jakobs. Auch er lebt noch länger als 120 Jahre … wobei er selber seine Lebensjahre ja als „kurz“ bezeichnet. Bald schon wird dann das Leben nach max. 120 Jahren enden und in den Psalmen lesen wir ja von 70/80 Jahren als ein gesegnetes Alter.

 

Lukas 3:

Auch zu Beginn des 3. Kapitels sehen wir wieder den guten Historiker Lukas. Er zeigt uns vom AT her, dass Johannes der Täufer der Wegbereiter des Herrn ist. Dabei lässt uns Lukas die klaren und konfrontativen Worte des Johannes hören. Johannes warnt vor einer oberflächlichen Busse, die einhergeht mit dem Vertrauen auf Abstammung aber eben keine gute Frucht bringt.

Die ernsthaft Fragenden lehrt Johannes, dass sie bereit sein sollten, sich um Schwache und Notleidende zu kümmern. Die Leute dachten dann gleich, dass Johannes evtl der Messias sei und wahrscheinlich dachten sie, dass ihre Werke der Weg zum ewigen Leben wären.

Doch das ist nicht der Fall. Er ist der Wegbereiter und seine Botschaft bereitet den Weg … doch es Bedarf nicht nur eines Mannes, der zur Busse ruft und es bedarf mehr, als nur guter Werke. Johannes weiß das und verkündet das Kommen des Retters, der die Heilsbotschaft bringen wird.

  • Auch wir stehen immer wieder in der Gefahr danach zu fragen, was wir tun müssen … Werkegerechtigkeit ist eine starke Tendenz und wir tun gut daran zu erkennen, dass wir viel mehr (und viel weniger) als gute Werke brauchen. Wir brauchen Jesus, der unsere Schuld gesühnt und aller Gerechtigkeit stellvertretend für uns Gläubige Genüge getan hat.

Dann springt Lukas und berichtet, dass Herodes den Johannes verhaften ließ. Das kommt dabei nicht in chronologischer Abfolge, sondern eher thematisch zum Thema „Johannes der Täufer“.

Der Bericht über Jesu Taufe fällt hier sehr kurz aus. Und doch ist er wichtig. Sowohl der Heilige Geist, wie auch Gott der Vater bekennen sich dabei zu Jesus. Das bedeutet natürlich nicht, dass Jesus erst durch die Taufe auch den Heiligen Geist hatte oder erst jetzt der Sohn wurde. Aber die beiden anderen Personen des dreieinigen Gottes bekennen sich nun in einer für uns Menschen wahrnehmbaren Form (sichtbar & hörbar) zu Jesus. Klar ist auch, dass Jesus mit dem Heiligen Geist in besonderer Weise ausgerüstet war, um so dann seinen Dienst zu tun. Das spielt wohl auch deshalb eine Rolle, weil Jesus selbst ja einige seiner göttlichen Attribute bewusst zur Seite gelegt hatte um uns Menschen gleich zu sein.

Das was Gott selbst bei der Taufe über Jesus sagt, kommt dann auch im Stammbaum zum Ausdruck. Er ist Gottes Sohn … so wie zuvor einst in gewisser Adam. Der Stammbaum Jesu ist dabei etwas kompliziert, weil er eben anders ist als der bei Matthäus. Dafür gibt es verschiedene Erklärungsversuche. Lukas hatte ja offensichtlich guten Zugang zu Maria, währen Matthäus seinen Bericht wohl eher auf Josef zurückführt. Es könnte also sein, dass Lukas den leiblichen Stammbaum Jesu gibt.

  • Für uns alle ist aber eine andere Frage viel wichtiger. Gehören wir zu diesem Stammbaum? Sind wir Kinder Gottes und gehören durch Glauben zu Jesus? Wenn wir das sagen können, haben wir jeden Grund, Gott zu preisen!

1 Mose 46

In Kapitel 46 sehen wir, dass Jakob/Israel überraschend schnell bereit ist, das verheißene Land zu verlassen … aber Gott bestätigt ihm das und macht ihn Mut, den Weg nach Ägypten zu gehen. Und Gott verheißt ihm, die Rückkehr .

Wir sehen dann, dass das Volk Gottes damals noch nicht mehr war, als eine Großfamilie. Doch das sollte sich dann in Ägypten ändern.

Am Ende des Kapitels sehen wir, dass Josef trotz aller Loyalität zum Pharao, in erster Linie das Beste seiner Familie sucht. Er sorgt dafür, dass seine Familie das fruchtbarste Land bekommt, aber vor allem eben auch dafür, dass es abgesondert bleibt und sich nicht (zu sehr) mit den Ägyptern vermischt.

 

Lukas 2

Kapitel 2 liefert uns den einzigen echten Weihnachtsbericht der Bibel (bei Matthäus bleibt das ja nur eine Notiz). Als guter Historiker ordnet Lukas die Geburt Jesu historisch ein „zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war“. Aber vor allem betont er, dass die Geburt eine Freudenbotschaft ist. Der Engel berichtet hier nicht nur einen Fakt, er verkündet große Freude und zeigt dann auch gleich, dass ihn und alle Engel diese Freude erfüllt hat. So geht die Ankündigung in herrlichen Lobpreis über.

  • Ich denke wir tun gut daran, uns immer wieder zu verdeutlichen, wie froh und gut die Evangeliumsbotschaft ist.

Die Hirten machen sich nun auf den Weg und kommen zu Jesus. Maria (offenbar war sie eine Hauptquelle des Lukas) behält alle Worte, die sie von den Hirten hört und die letztendlich von Gott durch seine Engelsboten kam und bewegt sie in ihrem Herzen.

  • So sollten auch wir mit Gottes Wort umgehen. Die Bibel lesen und dann diese Worte behalten und in unseren Herzen bewegen. So behalten wir sie dann auch viel besser. Und vor allem wird Gottes Wort dann so auch in unserem Leben relevant. Wir geben Gott die Gelegenheit, dass uns Sein Wort verändert und in Bewegung setzt!

Dann folgen die einzigen Worte über die Kindheit Jesu (außer dem kurzen Bericht über die Flucht nach und der Rückkehr aus Ägypten in Mt 2).

Josef und Maria erweisen sich als gute Juden und bringen ihren Erstgeborenen im Tempel vor Gott. Dabei treffen sie auf zwei Propheten. Simeon wartet im Tempel aufgrund einer göttlichen Eingebung auf das Kommen des Messias. Als er das Baby sieht, erkennt er, dass Jesus der Christus ist.Wiederum bekommen Josef und Maria etwas Außerordentliches über ihren Sohn zu hören. Jesus ist die Rettung für Juden und Heiden.
Dann taucht auch noch die Prophetin Anna auf. Auch sie erkennt Jesus als den Retter.

  • So öffnet Gott Menschen die Augen dafür, wer Jesus wirklich ist. Als Gläubige haben wir letztendlich ähnliches erlebt und sind auch dazu berufen, diese wunderbare Wahrheit zu verkünden!

 

Dann lesen wir davon, wie Jesus als 12-jähriger schon voller Weisheit war. Trotzdem endet der Bericht mit der Aussage, dass Jesus weiter in der Weisheit wuchs. Jesus ging durch einen „normalen“ menschlichen Wachstums- und Reifungsprozess. Und mit mehr Selbstständigkeit erweist Jesus auch immer mehr seinen Gehorsam.

1 Mose 45

In Kapitel 45 sehen wir ganz tief in die Seele von Josef. Er ist sehr angerührt von seinem Vater zu hören … und sehr berührt davon, dass sein Bruder Juda sich so verändert hatte und so viel Liebe für Seinen Vater hat. Josef ist voller Gnade und Liebe und er erkennt, dass der souveräne Gott hinter allen Geschehnissen steht – gerade auch hinter denen, die für ihn erstmal sehr schlimm und schmerzhaft waren.

  • Ich wünsche uns, dass wir alle dieses feste Vertrauen auf den allmächtigen Gott haben, der alle Dinge so gebraucht, dass sie seinen kindern letztendlich zum Besten dienen.

In Vers 17 sehen wir, dass der Pharao nun das befielt, was Josef ohnehin schon geplant hatte. Vers 24 ist fast etwas witzig: „Damit entließ er seine Brüder, und sie zogen hin. Und er sprach zu ihnen: Zanket nicht auf dem Wege!“ … ein guter Rat an die Brüder 🙂

 

Lukas 1

Jetzt kommen wir zu den Kapiteln, die wir in den letzten Wochen intensiv im Rahmen unserer aktuellen Predigtserie bedacht haben.

Lukas schreibt seinen Evangeliumsbericht als ein guter Historiker, der das, was er niederschreibt zuvor gründlich recherchiert hat. Deshalb eignet sich dieses Evangelium meines Erachtens immer besonders gut, um eher geschichtlich interessierten Menschen das Evangelium nahe zu bringen. Das, was Lukas lehrt, hat einen „sicheren Grund“ (v.4).

Er beginnt mit einem Bericht über die Ankündigung der Geburt von Johannes dem Täufer. Damit liefert Lukas neben Matthäus eine von zwei „Weihnachtsgeschichten“. Während bei Matthäus Josef eine Quelle gewesen sein muss, erwähnt Lukas Details, die von Maria stammen. Doch noch bevor sie erwähnt wird, lesen wir von ihrer Verwandten Elisabeth und ihrem Mann Zacharias. Dieser bekommt eine erste Ankündigung, dass die Zeit der Stille nach dem Reden der Propheten vorbei ist und er einen Sohn haben wird, der dem Messias den Weg bereiten wird. Doch er zweifelt an den Engelsworten und wird zur Strafe stumm.

  • Was Zacharias lernen muss – und was auch wir immer bedenken sollten – ist, dass wir Gottes Verheißungen wirklich glauben können und dies auch tun sollten!

Interessant ist in diesem gesamten Bericht, wie er uns wirklich die enge Verbindung des Kommens Jesu mit dem AT aufzeigt. Johannes ist der Vorläufer, der im Maleachi angekündigt wurde und er ist der „Elia“. Johannes wird vom Mutterleib an den Heiligen Geist haben (v.15). Johannes erlebt also seine „geistliche Geburt“ vor seiner physischen. Das sollte uns Zuversicht geben, dass Gott auch Kinder retten kann, die im Mutterleib sterben, denn sein gnädiges Wirken reicht hin bis zu Zeiten vor der Geburt.

Nachdem zu Beginn die Geburt von Johannes dem Täufer angekündigt wurde, taucht der Engel Gabriel 6 Monate später bei der Verwandten Elisabeths, der Jungfrau Maria auf. Und auch hier verkündet er, die Geburt eines Kindes. Diese Ankündigung ist noch erstaunlicher, als die Ankündigung, die Zacharias gehört hatte. Bei Zacharias ging es darum, dass er und seine Frau trotz scheinbarer Unfruchtbarkeit und höheren Alters ein Kind zeugen würden. Bei Maria wird einer Jungfrau gesagt, dass sie durch den Heiligen Geist schwanger werden wird. Während Johannes ein „normaler“ Mensch war, ist Jesus wahrhaft ungewöhnlich. Er ist vollkommen Mensch – aber eben auch vollkommen Gott. Und er wurde nicht im Zustand der Sünde geschaffen.

Maria zweifelt scheinbar nicht so wie Zacharias. Sie stellt aber ebenfalls eine Frage und bekommt eine Antwort.

Jesus wird hier in dreifacher Form als Sohn angekündigt: Er wird der Sohn der Maria sein (v.31), er wird der Sohn des Höchsten (Gottes heißen (v.32) und er wird der Sohn Davids sein, bzw David als „Vater“ haben (v.32). Außerdem wird er ein ewiger König eines ewigen Reichs sein! Hier offenbart Gabriel sehr wichtige Dinge über dieses Kind! Dann wird Maria auch noch die Schwangerschaft ihrer Verwandten verkündet, zu der sie sich dann aufmacht.

Kaum bei Elisabeth angekommen bestätigt Gott der Maria die Worte des Engels durch das Zeugnis des ungeborenen Johannes und der Worte der Elisabeth. Maria trägt den HERRN in sich, der große Freude bringt! Jetzt ist Maria vollends ergriffen und wir lesen von ihrem wunderbaren Lobpreis, der wiederum große Kontinuität zum AT aufweist. So wie die Ankündigung der Geburt des Johannes schon in manchen Dingen Parallelen zu Simson und Samuel aufweist, so ist nun der Lobpreis der Maria sehr ähnlich dem der Hanna im Bezug auf Samuel. Der Herr den Maria preist, ist der Herr, den sie in sich trägt. Sie erkennt dabei an, dass sie eine Sünderin ist, die einen Retter braucht und sie erkennt nun zumindest schemenhaft, dass sie diesen Retter in sich trägt.

  • Wer das erkennt, kann sicher mit in den Lobpreis der Maria einstimmen: „Meine Seele erhebt den Herr!“ „Und ich freue mich und ich freue mich über Gott meinen Heiland!“

Dann kehrt Lukas nochmals zurück zu Johannes. Die Namensgebung zeigt das Gottvertrauen seiner Eltern, da sie sich nicht dem Druck der Öffentlichkeit und der Tradition beugen, sondern den Sohn so nennen, wie es der Engel befohlen hatte. Nachdem Zacharias dies bestätigt und damit Zweifel nun Gehorsam weichen, gibt Gott ihm die Sprache zurück. Das ist für die Menschen sehr erstaunlich und so verstehen sie, dass es mit diesem Johannes etwas Besonderes auf sich haben muss. Das wurde dann wohl auch von klein-auf immer weiter sichtbar. Der Text verrät uns keine Details, aber es war offensichtlich, dass die Hand des Herrn mit Johannes war (v.66).

Der Lobgesang des Zacharias weist gewissen Parallelen zu dem der Maria auf. Auch Zacharias hat dabei letztendlich Jesus im Blick. Sein Sohn Johannes ist der unmittelbare Vorläufer des Messias. Er wurde vor Jesus geboren und vor allem beginnt er dann seinen Dienst bevor Jesus öffentlich in Erscheinung tritt und bereitet so den Dienst des Herrn Jesus vor.