Ab Kapitel 3 wird noch deutlich, dass der Hauptadressat der Anklagen Gottes, Israel selbst ist. Gerade weil Israel Gottes erwähltes Volk ist, haben sie auch eine Verantwortung, für Gott zu leben.

Ab Vers 3 gebraucht Amos Beispiele aus der Natur, um Israel zu warnen. Sie wie das Brüllen eines Löwen ein eindeutiges Signal für das ist, was folgen wird, so ist die Warnung durch den Propheten sehr ernst zu nehmen. Israel sollte schleunigst Buße tun.

Wenn dann das Unglück über Israel hereinbricht sollte das Volk nicht denken, dass es einfach „Pech“ hatte. Gott macht deutlich, dass Er dahinter steckt.

Und dann wird deutlich, dass der HERR Israel für seine Sünden richten wird, Was hier angekündigt wird, geschah dann 722 v.Chr., als die Assyrer das Land besiegten.

  • Das ist einerseits natürlich eine Prophetie über etwas, das längst geschehen ist.
  • Doch zugleich zeigt es uns den ewigen Gott, der Unrecht nicht ewig zulassen wird.
  • Deshalb tun auch wir immer wieder gut daran, Gottes Warnungen zu hören und uns immer wieder von unseren Sünden ab- und dem Herr zuzuwenden.

Der kleine Prophet Amos tat seinen Dienst sehr früh – evtl war er der erste der schreibenden Propheten. Er ist ein Hirte aus einem kleinen Ort im Norden Judas. Seine Botschaften richten sich aber vor allem gegen das Nordreich Israel. Israel erlebte damals eine Zeit großen militärischen Erfolges. Gleichzeitig gab es aber viel Götzendienst und große Ungerechtigkeit. spricht er zu Israel einige Zeit vor dem Niedergang des Nordreichs. Das klagt er an.

Die Botschaft von Amos ist deshalb auch für uns durchaus relevant. Auch wir leben in Wohlstand und Sicherheit, doch auch bei uns gibt es viel Götzendienst und Ungerechtigkeit.

In den ersten beiden Kapiteln lesen wir Worte, mit denen Amos damals bei den Israeliten wahrscheinlich noch recht populär gewesen sein dürfte. Er klagt die Nachbarn Israels an.

  • Das ist ja auch heute noch so – wenn kritische Worte über die Gesprochen werden, die man selber nicht mag, dann ist das okay.
  • Und natürlich sind diese Worte berechtigt – Gott wird diejenigen richten, die gottlos leben und sich gegen sein Volk stellen.

Doch nachdem Amos die Nachbarn Israels angeklagt hat, wendet er sich ab Kap. 2,6 Israel zu. Die Anklage gegen Israel ist dabei deutlich detaillierter, als alle vorherigen Anklagen.

Wir sehen hier das Böse in unterschiedlichster Form. Götzendienst, Ausbeutung der Armen und sexuelle Unmoral.

  • Der Herr sieht das alles und auch wenn er nicht immer sofort strafend eingreift, muss uns klar sein, dass er auch das Böse in unserem Land uns zu unserer Zeit sieht.
  • Gott wird das nicht ewig weiter geschehen lassen. Sein Gericht wird kommen.
  • Nun müssen wir sicher eingestehen, dass das Böse auch nicht nur um uns herum ist, sondern auch in uns Raum habt (so wie damals bei Israel).
  • Da ist es gut zu wissen, dass jeder, der sich Jesus zuwendet, einen Retter hat … und einen Herrn, der uns lehrt und befähigt, das Böse immer mehr zu überwinden.

Dieses Letzte Kapitel ist voller Hoffnung für Juda. Der Herr kündigt an, dass ER eines Tages alle Völker richten und Juda und Jerusalem wiederherstellen wird. Das muss für Gottes Volk zur Zeit Joels eine große Ermutigung gewesen sein.

Eine Schwierigkeit für uns ist dabei die Frage danach, wie wir diese Worte anzuwenden haben. Wir gehören ja zu den Heidenvölkern, über die hier Gericht gesprochen wird. Die strikte Trennung zwischen Gottes Volk und den Heiden, von der wir hier lesen, ist für uns von daher wenig hoffnungsvoll. Zumal es ja so klingt, als wenn es sich um das letzte Gericht handelt.  Vor dem Hintergrund der gesamten biblischen Aussagen sollten wir die Worte über das Strafgericht über die Heiden wohl so verstehen, dass es hier letztendlich um die Trennung zwischen denen geht, die zu Gott gehören und denen, die ihn nicht anerkennen. Gottes Volk besteht dabei ja eindeutig aus Gläubigen aller Völker, Länder, Sprachen und Nationen …

  • Mir ist klar, dass es da Ausleger gibt, die das anders verstehen, aber ich gehe davon aus, dass die im AT auf Gottes Volk (dort oft „Israel“ oder „Juda“) sich letztendlich auf das Israel Gottes, das aus allen Gläubigen besteht, bezieht.
  • Genauso gelten die Gerichtsworte eben nicht allen nicht-Israeliten, sondern nur denen, die sich Gott (Jesus Christus) nicht in Buße und Glauben zuwenden.

Nachdem man in den ersten beiden Kapiteln den Eindruck hatte, dass Joel über Ereignisse von vor bzw aus seiner Zeit geschrieben hat, lässt sich das 3. Kapitel recht eindeutig weit in seiner Zukunft terminieren. Hier wird ja das berichtet, was an Pfingsten stattfand (bzw begonnen hat).

Neben der Beschreibung des Pfingsttags, lesen wir hier auch Aussagen, die auf die Zeit der Wiederkehr des Herrn hindeuten.

  • Aus heutiger Sicht können wir da feststellen, dass die Worte des Propheten über den kommenden Tag des Herrn umso glaubhafter sind, da sich ja Teile seiner Prophetie sehr eindeutig an Pfingsten bereits erfüllt haben.
  • Vor allem dürfen wir jubilieren, dass das, was der Prophet Joel einst angekündigt hat, tatsächlich geschehen ist. Der HERR hat uns seinen Geist gegeben. Das lehrt uns einerseits, das die biblischen Zusagen absolut glaubwürdig sind und der HERR treu das ausführt, was er verheißen hat.
  • Zum anderen ist es ein riesiges Geschenk, dass der HERR uns nicht aufgegeben hat, sondern trotz aller Sünden bereit ist, durch seinen Heiligen Geist in uns zu wohnen!

In diesem Kapitel wird deutlich, dass Joel einen Hauptfokus hat. Er bereitet die Gläubigen auf den kommenden Tag des Herrn vor.

Die Heuschreckenplage war nur ein blasses Abbild des Schreckens, der an diesem Tag über die Erde kommen wird. Das sollte die Gläubigen aber nicht in Panikoder Fatalismus versetzen, sondern dazu bringen, dass sie sich dem Herrn zuwenden (2,12ff).

Letztendlich ist die Botschaft von Joel hoch aktuell. Der Tag des Gerichts wird kommen.

  • Viele Menschen sind diesbezüglich ignorant. Wir tun gut daran, sie darauf hinzuweisen und sie zu warnen … aber vor allem sollten wir sie dann dazu aufrufen sich dem HERRN zuzuwenden und eben verkünden, dass unser Gott „gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte“ ist.

Und so hat Joel letztendlich eine sehr evangelistische und für die Gläubigen tröstliche Botschaft – die aber natürlich völlig politisch inkorrekt ist, denn heute wird ja oftmals vehement abgelehnt, dass man Menschen vor dem kommenden Gericht warnen sollte.

Sehr hilfreich finde ich auch die Worte aus Vers 2,13 … hier wird deutlich, dass wahre Buße nichts mit Werken zu tun hat, sondern eine Sache des Herzens ist …Zerreißet eure Herzen und nicht eure Kleider und bekehret euch zu dem HERRN, eurem Gott!“

  • Und so bete ich für mich und uns alle „Herr, reinige mein Herz!“

Ab Vers 18 lesen wir dann davon, wie der HERR auf die Buße reagiert. Er rettet das Volk vor den Feinden, er heilt das Land und er selbst wendet sich wieder seinem Volk zu.

  • Das ist eine Botschaft voller Hoffnung.

Der Prophet Joel kann nicht klar datiert werden. Seine Botschaft ist aber ohnehin zeitlos. Er greift eine „Naturkatastrophe“ auf und nimmt diese als Warnung bzgl des kommenden Tages des Herrn. Er ruft die Leser dazu auf, sich Gott zuzuwenden und in der Not seine Hilfe zu suchen, die Gott herbeiführen wird, wenn Juda nicht Buße tut und sich ihm zuwendet.

Dabei sagt Joel nicht, dass die Katastrophe durch die Nager und Heuschrecken unmittelbar ein Gericht Gottes sind. Er sucht keine Erklärung für die Katastrophe aber er weiß, wer allein helfen kann. Und er weiß, dass Gott Gericht über die Gottlosen eines Tages viel schlimmer sein wird, als diese Heuschreckenplage.

  • Diese Lehre gilt auch uns. Wenn wir schlimme Dinge erleben werden wir nicht unbedingt wissen „warum?“ … aber wir dürfen wissen, dass Gott uns in allen Dingen helfen kann … und wir sollten bedenken, dass selbst die schlimmste Katastrophe auf Erden immer noch viel erträglicher ist, als das kommende Gericht Gottes.
  • Und wenn wir aufgrund von Gottes Gnade, durch den Glauben an Jesus Christus vor diesem Gericht verschont werden, dann hilft das, das verhältnismäßige kurze und leichte Leiden hier auf Erden richtig einzuordnen (2. Kor 4,17).

Der Prophet Hosea endet so, wie viele andere Propheten auch. In Kapitel 13 wird nachmals die Anklage zusammengefasst. Israel hat sich Götzen zugewandt, obwohl doch nur Gott allein retten kann.

Obwohl Gott voller Geduld und Barmherzigkeit ist, tut Israel (zumindest vorerst) keine Buße. Und so stehen am Ende dieses Kapitels nochmals harte Gerichtswort.

-> Doch das ist nicht das letzte Wort.

In Kapitel 14 kommt ein letzter Aufruf an Israel, umzukehren. Und dann kommen großartige Zusagen, die durchblicken lassen, dass Gott darum weiß, dass sich Viele Gott zuwenden werden. Wer das tut, wir reichen Segen ererben.

  • Und diese Zusagen gelten auch uns.
  • Wir durften erleben, wie Gott uns zu sich gerufen hat. Schon im Hier und Jetzt erleben wir den Segen, als Gottes Kinder leben zu können. Und doch weisen uns die Segenszusagen der Bibel immer vor allem auch auf die Ewigkeit hin. Dann werden wir die Fülle haben und in völliger Harmonie mit unserem guten Gott leben.

Das ist die Perspektive für alle, die Buße tun. Denn unser Gott ist voller Geduld und Gnade und tut, was Er verheißen hat!

In Kapitel 12 sehen wir nochmals, wie tief Israel in seinen Lügen und seinem Selbstbetrug verstrickt ist. Anstatt sich Gott zuzuwenden und aus der Geschichte Jakobs zu lernen, verharren sie in ihren Sünden.

  • Auch das erleben wir ständig. Die gute Evangeliumsnachricht wird verworfen und Menschen suchen Hilfe und Erfüllung an anderen Orten.
  • Da bleibt uns nur zu rufen: Herr erbarme Dich!

 

Kapitel 11 ist sehr ermutigend, denn es offenbart uns unseren gnädigen und barmherzigen Gott, der sich seinem Volk voller Mitleid zuwendet. Das ist GNADE!

  • Und genau das durften und dürfen wir erleben. In Jesus Christus kam Gott zu uns, anstatt uns nach unseren Werken zu richten. Und durch JESUS haben wir jeden Tag neu Zugang zum Gnadenthron und brauchen das Gericht Gottes nicht zu fürchten!

Vers 1 wird ja in Matthäus 2 zitiert. Das verwundert – vor allem, wenn man diesen Vers hier im Kontext liest. Das ist ja erst mal gar keine Prophetie, sondern eine Rückschau auf den Auszug Israels aus Ägypten. Doch das Ereignis selbst war prophetisch, da es typologisch für das Werk Jesu geschah. Das mag für manches jetzt schwer nachvollziehbar sein – aber wir tun gut daran zu bedenken, dass das ganze AT auf Jesus hinweist und so ist der Exodus eben auch ein Schatten der viel größeren Rettung, die Jesus dann bewirkt hat. Jesu Rückkehr aus Ägypten ist dabei auch „nur“ ein Hinweis darauf, dass Jesus das tun wird, was Israel hätte tun sollen … das sehen wir dann ja direkt nach Mt 2 im Bericht über Jesu Versuchung nach der Taufe … auch das erinnert ja an Ägypten, das nach dem Durchzug durch das Wasser des Schilfmeers in der Wüste versucht wurde.

Anstatt sich Gott zuzuwenden, trauern sie den Götzenopfern aus Beth Awen nach und anstatt in Buße vor Gott zu treten, rufen sie fatalistisch nach einem schnellen Tod (v.8).

Ab Vers 12 ruft Hosea Israel zur Umkehr und erklärt das Leid als Konsequenz der Sünde.

  • Möge der HERR uns immer schnell bereit zur Buße machen!