Meine heutige Bibellese war ungewöhnlich lang. Aber es lohnt sich, diesen Psalm langsam und aufmerksam zu lesen, auch wenn er natürlich viele Gedanken mehrfach wiederholt.

Dieser längste Psalm und das längste Kapitel der Bibel, hat keine thematische Struktur.
Vielmehr ist der Psalm so strukturiert, dass er aus 22 Abschnitten mit je 8 Zeilen besteht. Dabei beginnen jeweils die 8 Zeilen mit dem gleichen Buchstaben und das so, dass nacheinander alle 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets drankommen.

Letztendlich gibt es ein großes Thema: das Wort Gottes. Das wird hier mit einigen verschiedenen Worten beschrieben. Fast jede Zeile erwähnt mindestens eines dieser Worte.
Dabei werden verschiedene Eigenschaften der Bibel erwähnt und der Psalmist betont, seine Liebe zur Bibel und sein intensives Studium.

  • Möge uns das Wort Gottes so ansprechen, auf das auch wir Gott mit einem vollen Herzen für sein heiliges Wort preisen können!

Psalm 118 beginnt damit, dass Gottes ewige Güte gefeiert wird: Gott ist treu … er steht zu seinem Wort!
Dann folgt (v.5-18) ein Abschnitt, in dem der Psalmist zurücksieht auf eine schwere Zeit der Anfechtung und Bedrängnis.

  • Ich kann mir vorstellen, dass sich gerade aktuell so manches in diese Situation hineinversetzen kann, und ich denke, dass so viele von uns schon solche Phasen erlebt haben.

Inmitten dieser Not vertraut der Psalmist auf den Herrn. Er weiß, dass Gott ihn durch alles Leid bewahren wird und er dann eines Tages die Werke des Herrn verkünden wird.

  • Das Wissen um einen treuen, guten und allmächtigen Gott gibt Trost und Hoffnung in solch schweren Zeiten.

Ab Vers 19 wird dann deutlich, dass der Psalm nicht primär „von einem wie uns“ handelt. Es geht um den Stein, den die Bauleute verworfen haben – um Jesus!

  • Das ist gut zu bedenken, dann natürlich besteht die Gefahr, dass wir uns durch unsere Identifizierung mit den Worten aus der erste Hälfte des Psalms berechtigter Kritik entziehen und selbstgerecht werden.

Gerade im Kommen des einen vollkommen Gerechten offenbart sich die Güte des Herrn. Gerade durch sein Kommen haben wir die Gewissheit, dass Gott die Seinen aus aller Not befreien wird. Manches

  • Mal werden wir hier auf Erden Unrecht und Leid erleben – aber spätestens in der Ewigkeit wird das vorbei sein … wenn wir durch den Glauben Kinder Gottes sind.

In jedem Fall ist gewiss, dass Gott treu für uns sorgt und uns nicht dem (ewigen) Tode preisgibt, weil wir durch Jesu Auferstehung den Tod überwunden haben und ewiges Leben geschenkt bekommen haben!

  • O Herr, gib mir ein frohes, dankbares Herz, das Dich lobt und preist und in allen Dingen auf Dich vertraut.
    AMEN!

Dieser kürzeste Psalm der Bibel gibt uns einen einfachen und klaren Auftrag. Dabei ist bemerkenswert, dass dieser Auftrag an alle Heiden und alle Völker ergeht.
Loben und Preisen sollte also nicht nur etwas sein, was die Juden tun (oder die „Christen“), es ist ein klarer Auftrag an jeden Menschen. Denn dafür hat Gott uns gemacht. Wir sollen in IHM unsere Freude finden und unsere Gott-gegebene Ausrichtung der Anbetung findet in IHM das einzige angemessene Ziel. Alles andere sind Götzen, Geld, Ruhm, Macht, Anerkennung, … das alles sind Irrwege, wenn sie zum Fokus unseres Lebens werden. Und all diese Dinge werden uns nicht dauerhaft befriedigen können, sondern uns unerfüllt zurücklassen und rastlos umhertreiben lassen.

  • Deswegen sind alle Menschen erlösungsbedürftig, denn von (sündiger) Natur aus, loben wir nicht Gott. Das ist nicht nur Diebstahl an Gott, dass macht auch unser Leben arm.

So schrieb schon Augustinus „Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es Ruhe findet in dir.“

  • Das wünsche ich uns – dass wir bei Gott unsere Bestimmung finden und IHN loben und preisen!
  • Und dann sollten wir auch andere dazu aufrufen, so wie es dieser Psalm tut – und den Menschen so den größten Dienst erweisen, den wir jemals tun können.