14,26-31: „26 Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. 27 Und Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet alle Ärgernis nehmen; denn es steht geschrieben (Sacharja 13,7): »Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen.« 28 Wenn ich aber auferstanden bin, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. 29 Petrus aber sagte zu ihm: Und wenn sie alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht! 30 Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 31 Er aber redete noch weiter: Auch wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen! Das Gleiche sagten sie alle.

Das Passamahl/Abendmahl endet mit einem Lobgesang und dann geht Jesus mit seinen Jüngern zum Ölberg, wo er dann verraten werden würde. Hier lesen wir dann zum 4. Mal im Markusevangelium, dass Jesus seinen Tod und seine Auferstehung ankündigt. Dieses Mal betont er dabei, dass seine Jünger ihn verlassen werden und dadurch eine AT Prophetie erfüllen werden.

Das Petrus hier nun widerspricht: „Und wenn sie alle Ärgernis nehmen, so doch ich nicht!“ ist bemerkenswert. Schließlich hatten die Jünger eben noch beim Abendmahl alle sorgenvoll gefragt, ob sie es seien, die Jesus verraten würde. Dieses gesunde sich selbst nicht zu sehr trauen scheint hier nun nicht mehr vorhanden zu sein.

Das Petrus dabei Jesus auch noch widerspricht ist bemerkenswert gerade auch vor dem Hintergrund dessen, was geschehen war, als Jesus zum ersten Mal sein sterben und seine Auferstehung angekündigt hatte. Denn damals hatte Jesus hin dann ja scharf zurechtgewiesen: „Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“ (Mk 8,33). Vor diesem Hintergrund hätte man ja denken können, dass Petrus jetzt vorsichtiger sein würde.

  • Andererseits muss ich eingestehen, dass ich oft ähnlich wenig aus Dingen lerne, wie Petrus hier. Den Hang zur Selbstüberschätzung kann ich durchaus nachvollziehen.

Jesus weist Petrus wiederum zurecht und ergänzt dabei auch noch die Information dazu, wie bald schon Petrus ihn verleugnen würde: „Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.

  • Petrus und wohl auch die anderen Jünger sind so verblendet, dass sie Jesus weiter widersprechen.
  • Möge der Herr uns schenken, dass wir Jesu Worte ohne Wenn und Aber annehmen.
  • Und möge er uns helfen, weniger von uns zu halten und einfach nur auf IHN zu vertrauen, der sich gerade deshalb am Kreuz für uns hingibt, weil wir so schwach und sündig sind.

14,12-25: „Und am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, als man das Passalamm opferte, sprachen seine Jünger zu ihm: Wo willst du, dass wir hingehen und das Passalamm bereiten, damit du es essen kannst? 13 Und er sandte zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in die Stadt, und es wird euch ein Mensch begegnen, der trägt einen Krug mit Wasser; folgt ihm 14 und wo er hineingeht, da sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister lässt dir sagen: Wo ist der Raum, in dem ich das Passalamm essen kann mit meinen Jüngern? 15 Und er wird euch einen großen Saal zeigen, der mit Polstern versehen und vorbereitet ist; dort richtet für uns zu. 16 Und die Jünger gingen hin und kamen in die Stadt und fanden’s, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passalamm. 17 Und am Abend kam er mit den Zwölfen. 18 Und als sie bei Tisch waren und aßen, sprach Jesus: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir isst, wird mich verraten. 19 Und sie wurden traurig und fragten ihn, einer nach dem andern: Bin ich’s? 20 Er aber sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir seinen Bissen in die Schüssel taucht. 21 Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht; weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. 22 Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. 23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. 24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. 25 Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.

Vers 12 sagt uns, wann das, was nun beschrieben wird, stattfand: „am ersten Tage der Ungesäuerten Brote, als man das Passalamm opferte.“ Allerdings wirft das Fragen auf, auf die Ausleger unterschiedliche Antworten geben. Denn das, was hier beschrieben wird spielt sich wohl am Donnerstag ab. Das Passafest begann dann erst nach Sonnenuntergang und ging bis zum Sonnenuntergang am Freitag. Jesus wurde dann als Passalamm am Freitag geopfert. Ob Jesus hier also quasi im Hinblick auf das Mahl, das dann nach Sonnenuntergang gegessen werden sollte spricht, oder wie genau das zu verstehen ist, weiß ich nicht.

Die Frage und Aussage der Jünger in Vers 12 ist dabei spannend: „Wo willst du, dass wir hingehen und das Passalamm bereiten.“ Noch denken die Jünger, dass sie das Passalamm für Jesus bereiten. Dabei wird es genau andersherum sein – Jesus gibt sich als das Passalamm für seine Jünger hin.

  • Genau das bedenken wir beim Abendmahl. Jesus hat das Mahl (seinen Opfertod) bereitet, durch das wir gerettet sind, und das wir nun beim Abendmahl erinnern.

Was hier wieder erkennbar wird ist, dass Jesus alles weiß. Wie schon vor seinem Einzug nach Jerusalem am Palmsonntag, so gibt er nun auch hier klare Anweisungen zur Vorbereitung. Und wiederum finden die Jünger es genau, wie Jesus es angekündigt hat.

Dann beginnt das Mahl und Jesus kündigt seinen Verrat durch einen der Jünger an. Was wir dann lesen, ist hochinteressant: „sie wurden traurig und fragten ihn, einer nach dem andern: Bin ich’s?

  • Die Jünger kennen sich gut genug, dass sie zumindest für möglich halten, dass sie das tun könnten. Das steht in einem starken Kontrast zu dem, was Petrus kurze Zeit später sagen wird, wenn er ausschließt, dass er Jesus verraten könnte.
  • Ich denke, dass es gut für uns ist, dass auch wir um unsere Schwäche wissen und anerkennen, dass wenn es in unserer Kraft allein läge, auch wir Jesus verraten und uns von ihm abwenden könnten. Aber Gott sei Dank hält er uns fest, so dass wir durch seine Kraft und Treue davor geschützt sind, uns komplett von ihm abzuwenden.

Jesus macht dann aber auch gleich klar, dass der Verrat und das, was danach kommen wird, alles Gottes gutem Plan folgt: „Der Menschensohn geht zwar hin, wie von ihm geschrieben steht“ – dennoch wird der Verräter für seinen verrat zur Rechenschaft gezogen: „weh aber dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre.

  • Das ist nur eine von vielen biblischen Aussagen die klar verdeutlichen, dass Gottes Allmacht, Allwissenheit und völlige Kontrolle über alle Dinge eben nicht bedeuten, dass die menschliche Verantwortung irgendwie aufgehoben wäre. Sie umschließt diese, so dass beides gelichzeitig der Fall ist – auch wenn wir das mit unserem begrenzten Verstand nie ganz verstehen werden.
  • Wir tun aber gut daran, beides anzuerkennen und weder Gottes Souveränität noch die menschliche Verantwortung zu leugnen.

In den Verse 22-25 lesen wir dann den kurzen Bericht von Markus über das erste Abendmahl. Die Beschreibung ist hier kurz und wir lesen hier nicht die Worte, mit denen Jesus dieses Mahl als Gedächtnismahl einsetzt. Das war für Markus an dieser Stelle nicht so bedeutend – vielleicht auch deshalb, weil sich diese Praxis zur Zeit der Niederschrift seines Evangeliums schon fest etabliert hatte.

Hier geht es darum, die Bedeutung von Jesu Tod durch die symbolische Handlung darzustellen: „Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. 23 Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. 24 Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

Und dann gibt Jesus eine Verheißung: „Wahrlich, ich sage euch, dass ich nicht mehr trinken werde vom Gewächs des Weinstocks bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.

  • Markus sagt hier nicht, was wir zum Beispiel in Mt 26 lesen … nämlich, dass seine Jünger … und das sind alle Christen … dieses Mahl dann mit ihm feiern dürfen.
  • Was wir eine Zukunftsaussicht!

14,1-11: „​Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. 2 Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.
3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. 9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.
10 Und Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, dass er ihn an sie verriete. 11 Als die das hörten, wurden sie froh und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit verraten könnte
.“

Der Text von der Salbung ist eingerahmt von jeweils zwei Versen davor und danach, in denen es um den Plan zur Tötung Jesu (V.1-2) und die Vorbereitung dazu durch den Verrat durch Judas (V.10-11) geht.

Doch im Zentrum und Fokus steht hier ganz eindeutig der Bericht von der Segnung Jesu. Dabei lesen wir hier von Menschen, von denen wir sonst nichts sicher wissen. Sowohl Simon, der (vormals) Aussätzige, als auch die Frau, die Jesus salbt, werden nicht weiter identifiziert. Aber das ist auch gar nicht so entscheidend. Was hier passiert ist eine Salbung, die angemessen ist im Hinblick sowohl auf Jesu Identität als der Messias (= der Gesalbte), wie auch im Hinblick auf seinen bevorstehenden Tod.

Genau das erklärt Jesus dann auch, als die Frau für die angebliche Vergeudung des wertvollen Salböls beschimpft wird. Die Ankläger verstehen eben noch nicht die Bedeutung.

  • Hier wird Jesus gesalbt im Vorfeld seines Todes, durch den er uns, die wir geistlich bankrott sind, reich macht.
  • Das Öl zu verkaufen und Armen dann etwas Geld zu geben wäre vergleichsweise völlig unbedeutend.
  • Von daher ist die Handlung der Frau richtig und angemessen.

Zum anderen deckt Jesus die Scheinheiligkeit der Leute auf, wenn er ihnen sagt, dass es ihnen ja völlig frei steht, mit ihren Mitteln den Armen zu helfen. Denn ihre angebliche Großzügigkeit hat wohl da Grenzen, wo es nicht um das wertvolle Öl der Frau, sondern um ihre eigenen Ressourcen geht.

  • Das darf uns herausfordern. Bevor wir über andere urteilen, sollten wir auf uns selbst sehen.
  • Und noch dazu sollten wir bedenken, dass wir nicht immer klar erkennen, was die Bedeutung der Handlung Anderer ist.

Jesus bestätigt, dass das, was diese Frau tat, von großer Bedeutung ist und bis zum heutigen Tag (zum Beispiel hier in diesem Beitrag) bedacht wird.

  • Möge der Herr uns auch immer mehr bereit machen, unseren Herrn so zu ehren und uns mit allem was wir haben, Ihm hinzugeben.

13,24-37: „Aber zu jener Zeit, nach dieser Bedrängnis, wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, 25 und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 26 Und dann werden sie sehen den Menschensohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. 27 Und dann wird er die Engel senden und wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
28 An dem Feigenbaum aber lernt ein Gleichnis: Wenn jetzt seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. 29 Ebenso auch: wenn ihr seht, dass dies geschieht, so wisst, dass er nahe vor der Tür ist. 30 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. 31 Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen. 32 Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater. 33 Seht euch vor, wachet! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. 34 Wie bei einem Menschen, der über Land zog und verließ sein Haus und gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeden seine Arbeit, und gebot dem Türhüter, er solle wachen: 35 so wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, 36 damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt. 37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachett!

Die Verse 24-27 beschreiben das Kommen des Menschensohns, sehr wahrscheinlich bei seiner Wiederkehr am Ende aller Dinge. Doch auch schon die Kreuzigung und Auferstehung des Herrn waren zumindest schattenhafte Abbilder dessen, was Jesus hier ankündigt. Nach der Zeit seines Leidens kam es mitten am Tag zu einer dreistündigen Finsternis, als er am Kreuz hing und dann gab es kosmische Zeichen von Erdbeben etc, bevor er dann als der Auferstandene wieder erschien und dann seine Jünger (die Engel aus Vers 27 sind „Boten“ und damit könnten auch die Apostel gemeint sein) aussandte, um zu allen Völkern hinzugehen (alle 4 Winde bezieht sich auf alle vier Himmelsrichtungen), um ihnen das Evangelium zu verkünden und sie in der Macht des Herrn zu Jüngern zu machen („Und dann wird er die Engel senden und wird seine Auserwählten versammeln von den vier Winden.“)

  • Und doch war all das wohl nur ein erster Erfüllungshorizont dieser Worte und das, was Jesus hier vor allem ankündigt kommt dann noch, wenn er wiederkommt.

Die Verse 28-31 bringen uns dann eine erste Lehranwendung dessen, was Jesus gerade angekündigt hat. Anstatt im Vorfeld zu spekulieren, wann genau was geschehen wird, sollen wir mit offenen Augen durchs Leben gehen und Jesu ewige Worte bedenken. Dann werden wir erkennen, wenn es soweit ist. Tatsächlich haben ja auch die Prophetien im Hinblick auf das erste Kommen des Christus so funktioniert. Wer da große Theorien aufgestellt hatte und sich sehr klare Vorstellungen gemacht hatte, wie es sein würde, wenn der Messias kommt, der hat Jesus dann oft nicht erkannt. Denn dann vermischen sich biblische Ankündigungen mit unseren Wünschen, Interpretationen und Mißverständnissen. Doch wer die Schriften kannte und offen war, dem konnte Jesus immer wieder aufzeigen – und zwar durch seine Worte und Taten – dass er tatsächlich der verheißene Christus ist.

  • Von daher wäre meine Ermutigung für uns (basierend auf Jesu Worten an uns), nicht zu viel zu spekulieren, sondern einfach danach zu streben, ein Gott-gefälliges Leben zu führen, Menschen zum Glauben zu rufen, so lange noch Gnadenzeit ist und dann werden wir schon zweifelsfrei erkennen, wenn die Gnaden- und Trübsalszeit vorbei ist und der Herrr wiederkommt.

In den letzten Versen dieser Rede hören wir dann noch die klare Antwort auf die „Wann“-Frage der Jünger aus Vers 4. Jesus sagt schlicht und ergreifend „keiner weiß es … nicht mal die Engel … und auch ich nicht“ – das weiß nur Gott der Vater.

  • Wenn Jesus hier seinen Jüngern sagt: „Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist.“ … dann klärt das für uns sehr klar, was von Menschen zu halten ist, die meinen zu wissen, wann Jesus wiederkommen wird. Als Junger Christ hat mir mal ein Ältester einer Gemeinde unter Tränen gesagt, dass der Herr innerhalb der nächsten 5 Jahre wiederkommen wird (das ist jetzt bestimmt 20+ Jahre her). Ich kannte damals schon diese biblische Aussage und musste bei aller Wertschätzung für diesen Gott hingegebenen Bruder schon sehr schlucken, wie er das sagen konnte. -> Bibelkenntnis schützt vor falschen Erwartungen und Verführung.
  • Jesus sagt seinen Jüngern und auch uns noch ein drittes Mal, was die richtige Haltung ist: „Seht euch vor, wachet!“ (siehe auch V.9 & V.23). Und dann lesen wir gleich nochmal die Worte: „so wacht nun.
  • Wie wir das tun sollen erklärt Jesus durch eine Illustration: „33 Seht euch vor, wachet! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. 34 Wie bei einem Menschen, der über Land zog und verließ sein Haus und gab seinen Knechten Vollmacht, einem jeden seine Arbeit, und gebot dem Türhüter, er solle wachen: 35 so wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen, 36 damit er euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt.
  • Das mündet dann in einer abschließenden Ermahnung, die klarmacht, dass diese Worte auch uns gelten: „37 Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!

Ihr Lieben: ich hoffe, dass wir das aus dieser Rede mitnehmen. Lasst uns wachsam leben, am Herrn festhalten, darauf vertrauen, dass er rechtzeitig wiederkommt, um seine Erwählten aus der Trübsal heraus in seine ewige Herrlichkeit zu bringen.

Wenn wir das klar vor Augen haben werden wir das letzte Gebet der Bibel mitbeten: „Amen, ja, komm, Herr Jesus!

13,14-23„14 Wenn ihr aber sehen werdet das Gräuelbild der Verwüstung stehen, wo es nicht soll – wer es liest, der merke auf! –, alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf die Berge. 15 Wer auf dem Dach ist, der steige nicht hinunter und gehe nicht hinein, etwas aus seinem Hause zu holen. 16 Und wer auf dem Feld ist, der wende sich nicht um, seinen Mantel zu holen. 17 Weh aber den Schwangeren und den Stillenden zu jener Zeit! 18 Bittet aber, dass es nicht im Winter geschehe. 19 Denn in diesen Tagen wird eine solche Bedrängnis sein, wie sie nie gewesen ist bis jetzt vom Anfang der Schöpfung, die Gott geschaffen hat, und auch nicht wieder werden wird. 20 Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, würde kein Mensch selig; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er diese Tage verkürzt. 21 Wenn dann jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist der Christus; siehe, da ist er!, so glaubt es nicht. 22 Denn es werden sich erheben falsche Christusse und falsche Propheten, die Zeichen und Wunder tun, sodass sie die Auserwählten verführen würden, wenn es möglich wäre. 23 Ihr aber seht euch vor! Ich habe euch alles zuvor gesagt!

Der heutige Abschnitt ist sehr spannend, denn was hier beschrieben wird, hat eindeutig historischen Bezug zur Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer im Jahr 70. n.Chr.

Doch gleichzeitig weist es wohl darüber hinaus hin auf etwas, das uns noch bevorsteht. Genau das macht diese Rede – genauso wie auch das Buch der Offenbarung – so schwer auszulegen. Manche Ausleger meinen jede Aussage singulär auf nur ein Event beziehen zu können, aber ich tue mich damit schwer. Vieles scheint mehrere Erfüllungshorizonte zu haben. Manches davon geschah schon zur Zeit der Apostel und anderes steht uns noch bevor.

Ich bin nicht so dafür, groß zu spekulieren, wann was geschehen wird oder ggf schon geschehen ist.

Viele wichtiger scheint mir hier klar zu erkennen, dass GOTT alles im Griff hat und zum Wohl seiner Erwählten agiert. Das ist ja die eindeutige Zusage, die Jesus uns hier gibt. Der HERR weiß, was ER uns zumuten kann. Gleichzeitig sind wir aufgefordert, ihn auch zu bitten … aber auch dabei wird klar, dass wir den HERRN bitten, weil wir wissen, dass er das in der Hand hat.

Deswegen sollten wir uns nicht von irgendwelchen Leuten verunsichern und verführen lassen.

  • Lasst uns auf Jesus schauen … ihm vertrauen … durch ihn zum Vater beten … und einfach treu an IHM festhalten.
  • Und bei all dem, lasst uns wachsam sein, dann werden wir schon erkennen, wann die Zeit wirklich gekommen ist.
  • Bis dahin harren wir im Glauben aus!