4,10-16: „10 Ich bin aber hocherfreut in dem Herrn, dass ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu sorgen; ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat’s nicht zugelassen. 11 Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie’s mir auch geht. 12 Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden; 13 ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht. 14 Doch ihr habt wohl daran getan, dass ihr euch meiner Bedrängnis angenommen habt. 15 Denn ihr Philipper wisst, dass am Anfang meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus Mazedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein. 16 Denn auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt für meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal.

Ab Vers 10 lesen wir sehr persönliche Worte des Apostels. Paulus ist dankbar für die Gabe der Philipper. Dabei betont er, dass seine Freude weniger damit zu tun hat, dass er nun gut versorgt ist – er kann auch mit Mangel leben.

Wenn Paulus sagt, „ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht“ meint er damit natürlich nicht, dass er zu allem und jedem in der Lage ist, so als ob es für ihn keine Grenzen gibt. Er meint damit einfach, dass er mit Gottes Hilfe mit jeder Situation zurechtkommt.

  • Und das gilt auch für uns. Mit Gottes Hilfe können wir als Christen alles aushalten, was Gott uns zumutet, denn Gott wird uns nicht über das Maß hinaus herausfordern, das er uns auch befähigt zu ertragen.

Deswegen war Paulus auch nicht auf die Unterstützung der Philipper angewiesen.

Seine Freude über die Gabe der Philipper gründet sich vor allem darin, dass er sieht, mit welcher Herzenshaltung die Philipper agieren. Er freut sich also vor allem am Werk Gottes in ihnen. Das zeigt sich hier vor allem in ihrer Großzügigkeit und der damit verbundenen Partnerschaft im Evangelium.

  • Ich wünsche uns eine ähnliche Herzenshaltung, so dass auch wir es als ein Privileg ansehen, andere Gemeinden und ausgesandte Arbeiter zu unterstützen.
  • Von daher freue ich mich über den Budgetvorschlag, über den wir bei der Mitgliederversammlung am Samstag abstimmen werden, denn darin beinhaltet ist ja einiges Geld für die Unterstützung von Mission, Gemeindegründung und auch zur Unterstützung anderer Gemeinden.
  • Möge der Herr uns da weiter treue Haushalter sein lassen, die es als ein Privileg ansehen, das Werk des Herrn auch anderswo zu fördern.

4,4-9: „4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. 8 Weiter, liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht! 9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.

In Vers 4 lesen wir ein letztes Mal den Aufruf zur Freude am Herrn und das dann auch noch mit Wiederholung, um dem ganzen noch mehr Nachdruck zu verleihen.

  • Ich habe oft den Eindruck, dass wir Christen diesen Aufruf tatsächlich immer wieder hören müssen. Es ist so leicht, sich über alle möglichen Dinge Sorgen zu machen und so unsere Freude am Herrn zu verlieren.

Gerade in angefochtenen Zeiten können wir der Welt ein starkes Zeugnis sein, wenn wir mit ihnen gütig umgehen.

Paulus ermutigt die Philipper mit dem Zuspruch: „Der Herr ist nahe.“ Wenn wir das so verstehen, dass die Wiederkunft des Herrn kurz bevorsteht, dann kann das natürlich die Frage aufwerfen, wie Paulus das vor knapp 2000 Jahren schreiben konnte und seitdem warten wir alle. Wobei die Gläubigen ja nie so lange warten müssen, denn spätestens mit dem Tod werden wir beim Herrn sein.

Aber ich vermute, dass Paulus hier gar nicht von der Wiederkunft des Herrn spricht, sondern die Christen daran erinnert, dass der HERR immer ganz nah ist, denn er hat uns zugesagt, dass er bei uns ist, bis ans Ende der Erde. Wir tun gut daran, das immer im Blick zu haben: unser Herr ist nicht fern, er ist uns ganz nahe!

Deswegen müssen wir uns um nichts sorgen, sondern dürfen unsere Sorgen im Gebet bei Gott abgeben, der unsere Gebete hört und für uns sorgt. Deswegen ist es angemessen, neben Bitten im Gebet und Flehen, Gott auch unsere Danksagung zu bringen.

  • Danke Gott, dass Du uns so nahe bist, dass Du uns siehst und unsere Gebet hörst und für uns sorgst. Danke, dass Du das vor allem durch Jesus Christus getan hast, so dass wir eine gewisse, herrliche Zukunft haben.

Wenn wir das vor Augen haben, dann wird der Friede Gottes uns immer mehr regieren. Als Christen haben wir de facto Frieden mit Gott. Und das darf auch immer mehr unsere Herzen erfüllen.

Schließlich lenkt Paulus die Gedanken der Philipper in eine Richtung, in die auch unsere Gedanken (und dann auch unsere Worte und Werke) gehen sollten: „Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!

Dabei scheut sich Paulus nicht, sich nochmals selbst als Vorbild zu nennen, dem die Philipper nacheifern sollten: „9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut.“ Das verbindet er mit der Zusage, dass gerade so der Friede Gottes immer mehr Raum in uns gewinnen wird.

  • Von daher dürfen wir auch uns vornehmen (und uns gegenseitig dabei anspornen und als Vorbilder dienen), auf all das bedacht zu sein, was „wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert.

4,1-3: „​1 Also, meine lieben Brüder, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben. 2 Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn. 3 Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, steh ihnen bei; sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen andern Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens stehen.“

Nach dem Aufruf, dem großen Ziel entgegenzustreben, kommt nun der Aufruf, fest in dem Herrn zu stehen. Die beiden Sprachbilder klingen im ersten Moment evtl widersprüchlich. Entweder man bewegt sich einem Ziel entgegen oder man steht fest. Aber natürlich widerspricht Paulus sich hier nicht selbst. Tatsächlich haben wir beides nötig – einen festen Stand, damit wir bei Christus bleiben … und das Streben danach, unser Ziel zu erreichen.

Ab Vers 2 spricht Paulus dann konkrete Personen und eine konkrete Situation an, die dazu führen kann, dass Menschen nicht mehr fest in dem Herrn sind. Offenbar hat Paulus von einem Streit gehört und so ruft er die Streithähne und die ganze Gemeinde zum Frieden.

Interessant ist dabei, dass Paulus auch Unbeteiligte Geschwister – einen treuen Gefährten – dazu aufruft, den sich streitenden Frauen zu helfen. Der Friede in der Gemeinde ist so wichtig, dass er alle Mitglieder angeht. Deswegen sollten wir nicht tatenlos zusehen, wenn es einen Streit in der Gemeinde gibt, sondern uns aktiv als Friedenstifter einsetzen.

Paulus erwähnt hier, dass die Frauen einst seine Mitarbeiterinnen waren, die mit ihm für das Evangelium gekämpft haben. Auch das darf uns herausfordern.

  • Wie arbeiten wir mit anderen zusammen, um das Evangelium auszubreiten?
  • Und was tun wir, um den Frieden in der Gemeinde zu fördern, so dass die Welt an unserer Liebe untereinander erkennen kann, dass wir Jesu Jünger sind?

3,17-21: „Folgt mir, liebe Brüder, und seht auf die, die so leben, wie ihr uns zum Vorbild habt. 18 Denn viele leben so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich’s auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. 19 Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. 20 Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, 21 der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.

Paulus hat im 3. Kapitel schon mehrfach aufgezeigt, wie Ziel-orientiert er lebt. Er strebt danach: Christus zu gewinnen, (V.8); in ihm gefunden zu werden, (V.9); ihn zu erkennen und ihm gleich gestaltet zu werden (V.10), zur Auferstehung der Toten zu gelangen (V.11); und das vorgesteckte Ziel, den Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus zu erreichen (V.14).

Auf diesem Weg sollen ihm die Philipper folgen. Er nennt sich dabei bewusst als Vorbild. Das ist natürlich immer gefährlich, denn kein Mensch taugt immer zum Vorbild. Und doch ist es gut und richtig danach zu streben, anderen ein Vorbild zu sein. Paulus tut das ganz bewusst, wobei er an anderer Stelle einschränkt, dass man ihm nur insoweit folgen soll, wie er Christus Jesus folgt (1. Kor 11,1). Er sagt dabei, dass es auch andere Leute gibt, die als Vorbilder dienen können … und er warnt vor vielen anderen, die als Feinde des Kreuzes Christi genau in die falsche Richtung (ver-)führen.

  • Bei aller gebotenen Demut und dem Wissen um unsere Fehler sollten wir letztendlich alle das Ziel haben, so zu leben, dass wir anderen Vorbilder im Glauben sein können.
  • Paulus ist ganz realistisch und weiß, dass wir alle leicht beeinflussbar sind und uns prägen lassen. Deshalb ist es so wichtig, ein klares Ziel vor Augen zu haben und eben auch, andere an seiner Seite, an denen man sich orientieren kann.
  • Das Ziel ist dabei das himmlische Jerusalem, zu dem wir schon jetzt gehören, das aber erst noch kommen wird, wenn Jesus Christus wiederkommt.

Ich wünsche uns als Gemeinde, dass wir eine Weggemeinschaft sein können, in der jeder jedem dabei hilft, dem großen Ziel entgegenzugehen.

3,12-16: „12 Nicht, dass ich’s schon ergriffen habe oder schon vollkommen sei; ich jage ihm aber nach, ob ich’s wohl ergreifen könnte, weil ich von Christus Jesus ergriffen bin. 13 Meine Brüder, ich schätze mich selbst noch nicht so ein, dass ich’s ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, 14 und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus. 15 Wie viele nun von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein. Und solltet ihr in einem Stück anders denken, so wird euch Gott auch das offenbaren. 16 Nur, was wir schon erreicht haben, darin lasst uns auch leben.

Nachdem Paulus zuvor das große Ziel des Glaubens benannt hatte: „damit ich Christus gewinne 9 und in ihm gefunden werde,“ „10 Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, 11 damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten“, führt Paulus nun aus, wozu ihn diese Erkenntnis veranlasst. Er hat das Ziel fest im Blick und läuft diesem mit aller Kraft entgegen.

Die Begründung dafür, dass er diesem Ziel nachjagt, ist sein Ergriffen sein von Christus Jesus.

  • Ich wünsche mir für mich selbst und für uns alle, dass wir das immer wieder neu von uns sagen können … dass wir ergriffen sind von Jesus!
  • Das ist mein Gebet für mich und für uns alle.

Wer das große Ziel vor Augen hat, lebt sein Leben nicht im Rückblick und mit Wehmut über das, was mal war und nicht mehr ist, sondern er lebt im Hier und jetzt (Christus ist mein Leben) und mit einer klaren Ausrichtung (Sterben ist mein Gewinn).

Wer das Ziel vor Augen hat, richtet sich auch nicht im Hier und Jetzt bequem ein. Stattdessen ist das Leben geprägt von Sehnsucht und einem Ausstrecken nach dem, was uns erwartet.

  • Lasst uns so für Jesus leben und unser Leben vom Ende her führen … also auf das große Ziel hin ausrichten.

3,1-11: „1 Weiter, liebe Brüder: Freut euch in dem Herrn! Dass ich euch immer dasselbe schreibe, verdrießt mich nicht und macht euch umso gewisser. 2 Nehmt euch in Acht vor den Hunden, nehmt euch in Acht vor den böswilligen Arbeitern, nehmt euch in Acht vor der Zerschneidung! 3 Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geist Gottes dienen und uns Christi Jesu rühmen und uns nicht verlassen auf Fleisch, 4 obwohl ich mich auch des Fleisches rühmen könnte. Wenn ein anderer meint, er könne sich auf Fleisch verlassen, so könnte ich es viel mehr, 5 der ich am achten Tag beschnitten bin, aus dem Volk Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, nach dem Gesetz ein Pharisäer, 6 nach dem Eifer ein Verfolger der Gemeinde, nach der Gerechtigkeit, die das Gesetz fordert, untadelig gewesen. 7 Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden erachtet. 8 Ja, ich erachte es noch alles für Schaden gegenüber der überschwänglichen Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich erachte es für Dreck, damit ich Christus gewinne 9 und in ihm gefunden werde, dass ich nicht habe meine Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus kommt, nämlich die Gerechtigkeit, die von Gott dem Glauben zugerechnet wird. 10 Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, 11 damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

Zu Beginn von Kapitel 3 lesen wir eine mehrfach wiederholte Kernaufforderung des Briefs: „Freut euch in dem Herrn!“ Und dann warnt Paulus die Philipper vor Juden, die eine hoffnungslose Gesetzlichkeit predigen. Dabei wird er sehr biografisch. Paulus beschreibt seine Herkunft. Er war einst ein sehr gesetzestreuer Jude und doch durfte er dann erkennen, dass das alles Dreck ist, und dass das was alleine zählt eben Christus ist. Für IHN will er leben, Ihm in allen Dingen ähnlicher werden und das große Ziel des Glaubens erreichen, das er in den Versen 8b-11 beschreibt: „damit ich Christus gewinne 9 und in ihm gefunden werde,“ „10 Ihn möchte ich erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleich gestaltet werden, 11 damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.

  • Das ist das große Ziel, auf das wir zuleben.
  • Das tun wir eben nicht verkrampft, indem wir hoffen, das aus eigener Kraft zu erreichen, sondern im Wissen darum, dass Gott in Jesus Christus bereits alles dafür getan hat und uns durch seinen Heiligen Geist sicher ans Ziel bringen wird.
  • Wenn wir das erkennen, werden wir unsere Glaubensweg so gehen, wie es Paulus hier zu Beginn fordert; mit Freude am Herrn!
  • Möge diese Freude unsere Herzen erfüllen – heute und für alle Ewigkeit!

2,19-30: „19 Ich hoffe aber in dem Herrn Jesus, dass ich Timotheus bald zu euch senden werde, damit ich auch erquickt werde, wenn ich erfahre, wie es um euch steht. 20 Denn ich habe keinen, der so ganz meines Sinnes ist, der so herzlich für euch sorgen wird. 21 Denn sie suchen alle das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist. 22 Ihr aber wisst, dass er sich bewährt hat; denn wie ein Kind dem Vater hat er mit mir dem Evangelium gedient. 23 Ihn hoffe ich zu senden, sobald ich erfahren habe, wie es um mich steht. 24 Ich vertraue aber in dem Herrn darauf, dass auch ich selbst bald kommen werde. 25 Ich habe es aber für nötig angesehen, den Bruder Epaphroditus zu euch zu senden, der mein Mitarbeiter und Mitstreiter ist und euer Abgesandter und Helfer in meiner Not; 26 denn er hatte nach euch allen Verlangen und war tief bekümmert, weil ihr gehört hattet, dass er krank geworden war. 27 Und er war auch todkrank, aber Gott hat sich über ihn erbarmt; nicht allein aber über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht eine Traurigkeit zu der anderen hätte. 28 Ich habe ihn nun umso eiliger gesandt, damit ihr ihn seht und wieder fröhlich werdet und auch ich weniger Traurigkeit habe. 29 So nehmt ihn nun auf in dem Herrn mit aller Freude und haltet solche Menschen in Ehren. 30 Denn um des Werkes Christi willen ist er dem Tode so nahe gekommen, da er sein Leben nicht geschont hat, um mir zu dienen an eurer statt.

Ab Vers 19 sehen wir dann Liebe in Aktion. Paulus ist bereit Timotheus zu senden, um den Philippern Gutes zu tun (sie zu erquicken). Gleichzeitig gibt er Zeugnis davon, wie Timotheus für ihn sorgt und sich bewährt hat. Wenn ich die Worte lese, die Paulus über Timotheus schreibt, weckt das in mir die Hoffnung, dass man das auch über mich und über möglichst viele andere sagen kann: „dass er sich bewährt hat; denn wie ein Kind dem Vater hat er mit mir dem Evangelium gedient.

  • Ist das auch Deine Sehnsucht?

Paulus will Timotheus senden, sowohl um zu erfahren wie es um sie steht (V.19) und er will ihn senden, damit die Philipper auch wissen können, wie es um ihn steht (V.23). Deswegen sendet er Timotheus auch noch nicht sofort, weil es für ihn wohl noch unklar war, wie es bei ihm weitergeht.

  • Diese gegenseitige Anteilnahme ist wiederum vorbildlich. Als Christen leben wir nicht auf einer einsamen Insel. Wir wissen uns mit Brüdern und Schwestern in Christus verbunden und nehmen deshalb Anteil an ihrem ergehen.
  • Deswegen beten wir für einander und deswegen sind wir dazu aufgerufen, mit den Fröhlichen zu lachen und mit den Trauernden zu weinen. Paulus lebt uns das hier vor.

Nachdem wir bereits von den beiden Beziehungsebenen Paulus & Timotheus und Paulus & die Philipper gehört haben, kommt dann auch noch Epaphroditus ins Blickfeld. Er ist wohl der Überbringer des Briefs, mit dem er nach Philippi zurückkehrt, von wo er wohl einst zu Paulus gesandt worden war. Über Epaphroditus lesen wir, dass er die Philipper liebt und die Philipper ihn lieben. Diese Verse sind voller Zeugnisse von einer Sorge und Liebe um den jeweils Anderen.

  • Möge Gott in uns auch immer mehr eine solche Gesinnung wachsen lassen.

2,14-18: „Tut alles ohne Murren und ohne Zweifel, 15 damit ihr ohne Tadel und lauter seid, Gottes Kinder, ohne Makel mitten unter einem verdorbenen und verkehrten Geschlecht, unter dem ihr scheint als Lichter in der Welt, 16 dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, sodass ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet habe. 17 Und wenn ich auch geopfert werde bei dem Opfer und Gottesdienst eures Glaubens, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. 18 Darüber sollt ihr euch auch freuen und sollt euch mit mir freuen.

Im Wissen um Gottes Beistand und die bevorstehende endgültige Rettung sollen Christen in dieser Welt bewusst zeugnishaft leben. Das tun wir, indem wir nach Heiligung streben (mit Hilfe des Gottes, der in uns das Wollen und das Vollbringen bewirkt), und indem wir bewusst alles aus seiner Hand nehmen. Dann bleibt kein Raum mehr für Murren / Klagen. Paulus lebt den Philippern vor, wozu er sie aufruft. In Kapitel 1 hatte er ja erklärt, dass er sich trotz seiner Gefangenschaft freut, weil er weiß, wie Gott alle Dinge – auch die schweren in seinem Leben – gebraucht.

Wenn wir so leben, dann ist das ein Zeugnis für die Nicht-Christen, die hier als „verdorbenes und verkehrtes Geschlecht“ bezeichnet werden. Wir sind wie Lichter mitten in der Finsternis.

Grundlegend für ein solches zeugnishaftes Leben ist das Festhalten an den biblischen Wahrheiten – am Wort des Lebens. Wenn die Philipper so leben, ist das eine Bestätigung für das, was Paulus gelehrt und getan hat. Das erfüllt Paulus mit Freude und das sollte wiederum auch die Philipper froh machen.

  • Auch wir sind zu einem Leben aufgerufen, mit dem wir der Welt unseren Glauben dadurch bezeugen, dass wir getrost alle Dinge aus Gottes Hand nehmen und so getrost und untadelig vor denen leben, die das Evangelium nicht kennen bzw glauben.
  • Und auch wir dürfen uns freuen, wenn wir sehen, dass unsere Geschwister so leben. Denn damit bestätigen sie unseren Glauben und erweisen sich als wahre Geschwister.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine Woche mit dankbaren Herzen – ohne Murren und Klagen – und mit einem vorbildlichen Leben.

2,12-13: „12 Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. 13 Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“

Ab Vers 12 folgt dann ein zweiter Imperativ, nach dem Aufruf zur Einmütigkeit zu Beginn des Kapitels. In Anbetracht der Realität dessen, was der HERR getan hat und in Anbetracht des kommenden Gerichts, von denen wir in den Versen 6-11 gehört haben, sollten wir Alles daransetzen, das Ziel unseres Glaubens zu erreichen – die Seligkeit oder auch die endgültige Rettung aus dieser Welt heraus.

Während unsere Erlösung allein das Werk Gottes ist und wir dem nichts beitragen können und müssen, ist es bei der Heiligung anders. Und darum geht es hier.

Die Heiligung ist etwas, um das wir uns bemühen sollen „mit Furcht & Zittern“. Doch die Heiligung ist dennoch etwas, dass wir nicht aus eigener Kraft schaffen und nicht einmal wollen. Es ist letztendlich Gott, der in uns sowohl den Willen danach, wie auch das Vollbringen bewirken muss: „2:13 Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“

  • Dieses Nebeneinander ist eine ganz wichtige Botschaft.
  • Wir brauchen Gott also nicht nur für unsere Rettung, sondern auch für unsere Heiligung. Und ER steht uns darin bei.
  • Das setzt und frei und befähigt uns nun, nach Heiligkeit zu streben und es gibt uns die Gewissheit, dass wir die Seligkeit mit Gottes Hilfe erreichen werden.