4,13-18: „13 Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. 14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die entschlafen sind, durch Jesus mit ihm einherführen. 15 Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zur Ankunft des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. 16 Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen. 17 Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken in die Luft, dem Herrn entgegen; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit. 18 So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

Ab Vers 13 wird deutlich, dass Paulus bei seinem Aufruf zur Heiligung im Abschnitt davor ein Ziel vor Augen hat: die Thessalonicher sollen standhaft am Glauben festhalten und in der Heiligung wachsen, weil sie ja nicht wissen, wann der Herr wiederkommt. Aber Fakt ist, dass er bald wiederkommt und Paulus schien auch schon zu seiner Zeit davon auszugehen, dass das sehr bald passieren könnte.

  • Wenn wir das vor Augen haben, werden wir uns sicher sehr viel intensiver um ein reines Leben bemühen.

Umstritten ist dann das, was Paulus im Hinblick auf die Rückkehr des HERRN schreibt. Wie ist die Entgegenrückung zu verstehen? Manche sehen hier den Hinweis auf eine geheime Entrückung der Gemeinde.

  • Ich verstehe das nicht so. Meines Erachtens beschreibt die Bibel immer nur eine Rückkehr des HERRN und dann das Gericht.
  • Von daher ist mein Verständnis das, dass der Herr wiederkommt, wir dem siegreichen Herrn entgegengerückt werden und dann mit IHM das Gericht erleben werden. Ich gebe aber unumwunden zu, dass es manches im Hinblick auf die Abläufe bei der Wiederkehr des Herrn gibt, das ich aus der Bibel nicht ganz so genau herauslesen kann, wie ich – und sicher viele Christen es gerne möchten. Andererseits spielt das für unser Glaubensleben wohl auch keine wirkliche Rolle.

Bedenkenswert ist, dass die hier beschriebene „Entgegenrückung“ nicht etwas „Geheimes“ ist. Es geht hier um eine Posaune Gottes (evtl die 7. Posaune aus Offb 11.) Wenn die Gemeinde dann zum Herrn kommt, bleibt sie für alle Ewigkeit bei ihm … hier scheint dann das Ende bzw die Ewigkeit erreicht zu sein.

  • Wie auch immer wie diese Dinge verstehen. Klar ist auf jeden Fall, dass der Herr kommt und wir wachsam leben sollen und uns dabei um Heiligkeit bemühen sollen. Alles andere ist dabei wohl eher zweitrangig.

4,9-12: „Von der brüderlichen Liebe aber ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst seid von Gott gelehrt, euch untereinander zu lieben. 10 Und das tut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Mazedonien sind. Wir ermahnen euch aber, liebe Brüder, dass ihr darin noch vollkommener werdet, 11 und setzt eure Ehre darein, dass ihr ein stilles Leben führt und das Eure schafft und mit euren eigenen Händen arbeitet, wie wir euch geboten haben, 12 damit ihr ehrbar lebt vor denen, die draußen sind, und auf niemanden angewiesen seid.

Nach dem Aufruf zur Heiligung vor allem im sexuellen Bereich, folgt nun ein weiterer Aufruf zu einem geheiligten Leben durch noch vollkommenere Bruderliebe.

Paulus sagt einerseits, dass es nicht nötig ist, darüber zu schreiben, denn die Thessalonicher wissen das bereits und sie handeln auch entsprechend, sowohl innerhalb der Gemeinde wie auch in der ganzen Region. Dennoch ermahnt bzw ermutigt Paulus die Thessalonicher, noch weiter darin zu wachsen.

  • Das ist eine gute Balance, die auch im Hinblick auf unsere Gemeinde gut passt. Wir erleben ebenfalls schon viel Liebe untereinander und auch über die Gemeinde hinaus. Andererseits können auch wir sicher noch weiter darin wachsen.

Auch im Hinblick auf den Umgang mit Nicht-Christen gibt Paulus den Thessalonichern noch einen Auftrag. Sie sollen ein stilles Leben führen und fleißig sein und niemandem zur Last fallen. Das war wohl ein größeres Thema dort, wie sich später im Brief und im 2. Brief noch weiter zeigen wird.

Aber natürlich gilt dieser Auftrag ganz allgemein auch zu unserem Leben in unserer Umwelt.

Interessant ist, dass Paulus hier die Welt als „die draußen sind“ beschreibt. Er zieht also eine sehr klare Grenze zwischen denen „drinnen“ in der Gemeinde und denen „draußen“. Diese Grenze ist die Gemeindemitgliedschaft. Wenngleich wir immer sehr offen für Nicht-Christen sein sollten, sollte die Trennlinie zwischen Drinnen und Draußen nicht verwischen.

  • Von daher bin ich froh, dass wir das durch die bei uns praktizierte Gemeindemitgliedschaft deutlich leben und immer wieder die Menschen von Draußen nach Drinnen rufen.

4,1-8: „​1 Weiter, liebe Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus – da ihr von uns empfangen habt, wie ihr leben sollt, um Gott zu gefallen, was ihr ja auch tut –, dass ihr darin immer vollkommener werdet. 2 Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben durch den Herrn Jesus. 3 Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht 4 und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, 5 nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen. 6 Niemand gehe zu weit und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist ein Richter über das alles, wie wir euch schon früher gesagt und bezeugt haben. [HfA: Keiner von euch darf seine Grenzen überschreiten und seinen Mitmenschen mit dessen Ehepartner betrügen. Denn wir haben es euch bereits mit allem Nachdruck gesagt: Wer so etwas tut, wird in Gott einen unbestechlichen Richter finden.] 7 Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. 8 Wer das nun verachtet, der verachtet nicht Menschen, sondern Gott, der seinen Heiligen Geist in euch gibt.“

Am Ende von Kapitel 3 hatte Paulus schon gebetet: „3,12 Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann, wie auch wir sie zu euch haben, 13 damit eure Herzen gestärkt werden und untadelig seien in Heiligkeit vor Gott, unserm Vater, wenn unser Herr Jesus kommt mit allen seinen Heiligen. Amen.

Paulus betet also für untadelige Herzen. Zu Beginn von Kapitel 4 macht er dann aber deutlich, dass Heiligung nicht nur Gottes Werk ist, sondern auch unsere Verantwortung. Bis zur 1. Hälfte von Vers 3 lesen wir einen sehr allgemeinen Aufruf zur Heiligung, der dann ab der zweiten Hälfte von Vers 3 konkret auf das Thema Unzucht – also sexuelle Sünde – eingegrenzt wird. Sex gehört in die Ehe und soll dort ausgelebt werden – und nirgends sonst.

Paulus erwähnt dabei die Heiden als Menschen, die in gieriger Lust leben. Diese gierige Lust endet nicht mit der Bekehrung. Aber wir sollten als Christen unsere gierigen Gelüste unter den Gehorsam Christi bringen. Das kann uns dann auch helfen, weniger von Begierde getrieben zu sein, sondern mehr Freude daran zu haben, nach Gottes Willen zu leben. Die Vers 3b-5 und 7 beziehen sich eindeutig auf den Bereich der sexuellen Sünde. Von daher ist Vers 6 (in der Lutherübersetzung) sehr verwirrend, weil es da scheinbar um etwas anderes geht. Doch das ist nicht so. Vers 6 bezieht sich auf Vers 5 und mit „Handel“ ist kein Geschäftemachen gemeint, sondern unser Handeln. Der enge Bezug zu Vers 5 kommt in den meisten anderen Übersetzungen deutlicher zum Ausdruck und die Hoffnung für Alle-Übersetzung ist hier tatsächlich sehr hilfreich, weil sie deutlich macht, um was es hier wirklich geht – nämlich um Warnung vor Ehebruch.

Ob die Thessalonicher im Bereich der sexuellen Sünde eine Ermahnung besonders nötig hatten, oder ob Paulus das anspricht, weil die Heiden in Thessalonich besonders unzüchtig waren, wird hier nicht deutlich. Das spielt aber wohl auch keine große Rolle. Letztendlich ist der Wille Gotte klar und das gilt so auch für uns heute.

  • Von daher tun wir gut daran, uns von Gottes Wort in gleicher Weise Ermahnen und zu einem Streben nach Heiligung ermutigen zu lassen.
  • Dabei steht es außer Frage, dass gerade das Thema der sexuellen Reinheit auch ein großes Thema in unserer Zeit ist. Und das macht eben auch vor der Gemeinde nicht halt. Tatsächlich hatte ich in der letzten Woche gleich zwei Gespräche mit Leuten, die aus Gottes Wort in diesem Bereich überführt waren und mir gegenüber sexuelle Sünde bekannt haben.
  • Ich danke Gott dafür, dass er uns immer wieder durch sein Wort ermahnt und von Sünde überführt … und dass wir bei IHM Vergebung und Veränderung finden können.

3,1-13: „​1 Darum ertrugen wir’s nicht länger und beschlossen, in Athen allein zurückzubleiben, 2 und sandten Timotheus, unsern Bruder und Gottes Mitarbeiter am Evangelium Christi, euch zu stärken und zu ermahnen in eurem Glauben, 3 damit nicht jemand wankend würde in diesen Bedrängnissen. Denn ihr wisst selbst, dass uns das bestimmt ist. 4 Denn schon als wir bei euch waren, sagten wir’s euch voraus, dass Bedrängnisse über uns kommen würden, wie es auch geschehen ist und wie ihr wisst. 5 Darum habe ich’s auch nicht länger ertragen und habe ihn gesandt, um zu erfahren, wie es mit eurem Glauben steht, ob der Versucher euch etwa versucht hätte und unsre Arbeit vergeblich würde. 6 Nun aber ist Timotheus von euch wieder zu uns gekommen und hat uns Gutes berichtet von eurem Glauben und eurer Liebe und dass ihr uns allezeit in gutem Andenken habt und euch danach sehnt, uns zu sehen, wie auch wir uns nach euch sehnen. 7 Dadurch sind wir, liebe Brüder, euretwegen getröstet worden in aller unsrer Not und Bedrängnis durch euren Glauben; 8 denn nun sind wir wieder lebendig, wenn ihr fest steht in dem Herrn. 9 Denn wie können wir euretwegen Gott genug danken für all die Freude, die wir an euch haben vor unserm Gott? 10 Wir bitten Tag und Nacht inständig, dass wir euch von Angesicht sehen, um zu ergänzen, was an eurem Glauben noch fehlt. 11 Er selbst aber, Gott, unser Vater, und unser Herr Jesus lenke unsern Weg zu euch hin. 12 Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann, wie auch wir sie zu euch haben, 13 damit eure Herzen gestärkt werden und untadelig seien in Heiligkeit vor Gott, unserm Vater, wenn unser Herr Jesus kommt mit allen seinen Heiligen. Amen.

In Kapitel 3 wird deutlich, dass Paulus bewusst war, dass die Thessalonicher Ermutigung brauchten und an die gute Lehre erinnert werden mussten. Da er selber nicht kommen konnte, hatte er seinen Mitarbeiter Timotheus geschickt. Nach seiner Rückkehr konnte Timotheus Paulus viel Gutes berichten. Paulus schreibt den Thessalonichern voller Dankbarkeit und erklärt, wie sehr ihn das getröstet und ermutigt hat.

Diesen Trost und diese Ermutigung brauchte auch Paulus selbst, unter anderem wohl auch deshalb, weil er für seinen Glauben Leid erlebt – genauso wie auch die Thessalonicher. Diese Bedrängnis ist etwas, womit alle Christen rechnen müssen. In Kapitel 2 hatte Paulus schon erwähnt, dass dies sowohl unter Juden wie auch unter Heiden so ist. Und hier schreibt er nun erst von der Bedrängnis der Thessalonicher (3,4) und dann von seiner eigenen (3,7). Das Wort Bedrängnis ist übrigens das griechische Wort, das manchmal auch als Trübsal übersetzt wird. Diese wird ja auch in der Offenbarung erwähnt als etwas, das kommen muss, bevor der Herr wiederkommt und sein Reich endgültig aufrichtet.

  • Auch wie erleben also schon Trübsal – auch wenn es sicher so ist, dass die Trübsal noch schwerer wird und wir Christen noch so manches Leid erwarten und erdulden müssen.
  • Aber angefangen hat die Trübsal ganz offensichtlich schon zur Zeit des Apostels Paulus.

Wie dem auch sei – Paulus preist Gott für die Thessalonicher, die offensichtlich trotz aller Not weiter konsequent im Glauben leben. Und er bittet für sie, dass sie weiter im Glauben und in der Liebe wachsen.

  • Das ist ein gutes Gebet, dass sicher auch wir alle gebrauchen können.

2,13-20: „13 Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlass dafür, dass ihr das Wort der göttlichen Predigt, das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt. 14 Denn, liebe Brüder, ihr seid den Gemeinden Gottes in Judäa nachgefolgt, die in Christus Jesus sind; denn ihr habt dasselbe erlitten von euren Landsleuten, was jene von den Juden erlitten haben. 15 Die haben den Herrn Jesus getötet und die Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen Feind, 16 indem sie, um das Maß ihrer Sünden allewege voll zu machen, uns wehren, den Heiden zu predigen zu ihrem Heil. Aber der Zorn Gottes ist schon in vollem Maß über sie gekommen. 17 Wir aber, liebe Brüder, nachdem wir eine Weile von euch geschieden waren – von Angesicht, nicht im Herzen –, haben wir uns umso mehr bemüht, euch von Angesicht zu sehen mit großem Verlangen. 18 Darum wollten wir zu euch kommen, ich, Paulus, einmal und noch einmal, doch der Satan hat uns gehindert. 19 Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder unser Ruhmeskranz – seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesus, wenn er kommt? 20 Ihr seid ja unsre Ehre und Freude.“

Ab Vers 13 kommen wieder die Thessalonicher in den Blick. Paulus beginnt hier in gewisser Weise ein 2. Dankgebet nach dem aus Kapitel 1, Vers 2ff. Hier dankt Paulus Gott dafür, wie die Thessalonicher seine Verkündigung aufgenommen haben nämlich „nicht als Menschenwort …, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt, die ihr glaubt.“

Das ist also nicht zuerst ein Lob an die Thessalonicher dafür, dass sie die Verkündigung der Apostel so aufgenommen haben. Denn dass sie das taten, ist etwas, das Gott in ihnen gewirkt hat.

  • Von daher sollten auch wir demütig mit unserem Vertrauen auf die Heilige Schrift umgehen. Es ist eine gute Gabe Gottes.
  • Deswegen bete ich auch vor den meisten Predigten, dass Gott die Gemeinde bereit macht, sein Wort zu hören und ihm zu vertrauen.
  • Zugleich sind wir aber natürlich auch herausgefordert mit der Erwartungshaltung unsere Bibeln zu lesen und auf Predigten und Bibellehre zu hören, dass hier wirklich Gott zu uns sprechen will.

Ab Vers 14 kommt dann eine andere geistliche Realität in den Blick, nämlich dass Widerstand für Christen normal ist. Sowohl die Thessalonicher wie auch Paulus erleben das, genauso wie auch die Christen in Judäa. Deshalb konnte Paulus auch trotz seines Vorhabens noch nicht wieder persönlich nach Thessaloniki kommen.

  • Wir tun gut, diese Realität nicht aus dem Blick zu verlieren, auch wenn wir hier in Deutschland oft den Eindruck haben mögen, dass es keinen wirklichen Kampf gegen uns Christen gibt. Der Teufel schläft nicht und wir tun gut daran, wachsam zu sein und uns nicht erschrecken zu lassen.

In Vers 19 lesen wir dann Worte, die die Thessalonicher sicher fast etwas verlegen gemacht haben dürften, die aber eben einfach die große Liebe des Apostels für diese Gemeinde offenbaren: „19 Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder unser Ruhmeskranz – seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesus, wenn er kommt? 20 Ihr seid ja unsre Ehre und Freude. “

  • Im ganzen Kapitel lesen wir, dass Paulus die Thessalonicher vor allem an Dinge erinnert, die sie erlebt haben. Das tut er sicher zum einen aus Dankbarkeit und zur Ermutigung der Gemeinde. Zum anderen aber sich auch, um sie davor zu schützen, das aus dem Blick zu verlieren und sich im Anbetracht von Schwierigkeiten von der guten biblischen Lehre zu entfernen, die doch so viel Segen gebracht hat.
  • Auch wir brauchen immer mal wieder Ermutigung und tun gut uns an das zu erinnern, was wir sicher wissen, um so im Glauben gestärkt zu werden.

2,1-12: „​1 Denn ihr wisst selbst, liebe Brüder, wie wir Eingang gefunden haben bei euch: Es war nicht vergeblich; 2 denn obgleich wir zuvor in Philippi gelitten hatten und misshandelt worden waren, wie ihr wisst, fanden wir dennoch in unserm Gott den Mut, bei euch das Evangelium Gottes zu sagen unter viel Kampf. 3 Denn unsre Ermahnung kam nicht aus betrügerischem oder unlauterem Sinn noch geschah sie mit List, 4 sondern weil Gott uns für wert geachtet hat, uns das Evangelium anzuvertrauen, darum reden wir, nicht, als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. 5 Denn wir sind nie mit Schmeichelworten umgegangen, wie ihr wisst, noch mit versteckter Habsucht – Gott ist Zeuge –; 6 wir haben auch nicht Ehre gesucht bei den Leuten, weder bei euch noch bei andern 7 – obwohl wir unser Gewicht als Christi Apostel hätten einsetzen können –, sondern wir sind unter euch mütterlich gewesen: Wie eine Mutter ihre Kinder pflegt, 8 so hatten wir Herzenslust an euch und waren bereit, euch nicht allein am Evangelium Gottes teilzugeben, sondern auch an unserm Leben; denn wir hatten euch lieb gewonnen. 9 Ihr erinnert euch doch, liebe Brüder, an unsre Arbeit und unsre Mühe; Tag und Nacht arbeiteten wir, um niemand unter euch zur Last zu fallen, und predigten unter euch das Evangelium Gottes. 10 Ihr und Gott seid Zeugen, wie heilig und gerecht und untadelig wir bei euch, den Gläubigen, gewesen sind. 11 Denn ihr wisst, dass wir, wie ein Vater seine Kinder, einen jeden von euch 12 ermahnt und getröstet und beschworen haben, euer Leben würdig des Gottes zu führen, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.

In Kapitel 2 beschriebt Paulus seine Rolle bei der Gründung und Begleitung der Gemeinde in Thessalonich. Er erinnert daran, wie er damals zu ihnen kam. Aus der Apostelgeschichte 17 wird ja berichtet, wie Paulus damals zu ihnen kam. Zuvor war er in Philippi inhaftiert worden und dann mussten sie ja auch wieder aus Thessalonich fliehen. Doch Paulus war nie primär auf sein Wohlergehen bedacht. Er wusste um seine Berufung und wollte ihr nachkommen.

Paulus verlor nie aus dem Blick, was Gott für ihn getan hatte, als er ihn zum Glauben gebracht hatte. Und die Dankbarkeit über seine eigene Errettung trieb ihn in seinem Dienst für den Herrn an.

  • Wie ist das bei uns?
  • Erkennen wir, wie gnädig Gott uns war und ist und treibt uns das an, Ihn zu verkünden?

Paulus ist dabei sehr darauf bedacht, die göttliche Wahrheit auch Christus-gemäß zu verkünden. Er will nicht täuschen und er sucht auch nicht seinen eigenen Vorteil. Er verweist auf seinen Fleiß, seine Hingabe und seine Freude im Dienst am Evangelium und an den Thessalonichern. Dabei agierte er bewusst als ein treuer Knecht des Herrn und beschreibt dabei sein Verhalten gegenüber den Thessalonichern als „mütterlich“ (V.7f) und „väterlich“ (V11).

Das Ziel seines Dienstes war dabei nicht allein die Bekehrung der Thessalonicher, sondern, dass sie ihr „Leben würdig des Gottes führen, der [sie] berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.

  • Evangelisation und Jüngerschaft gehen bei Paulus Hand in Hand, genau, wie Jesus es gesagt hat (Macht zu Jüngern … und lehret sie halten, alles was ich Euch geboten habe).
    • Lasst uns so leben, wie es die Thessalonicher aufgerufen waren zu tun.
    • Und lasst uns dem Beispiel des Paulus folgen und anderen Menschen das Evangelium nahebringen.

1,1-10: „Paulus und Silvanus und Timotheus an die Gemeinde in Thessalonich in Gott, dem Vater, und dem Herrn Jesus Christus: Gnade sei mit euch und Friede!
2 Wir danken Gott allezeit für euch alle und gedenken euer in unserm Gebet 3 und denken ohne Unterlass vor Gott, unserm Vater, an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus. 4 Liebe Brüder, von Gott geliebt, wir wissen, dass ihr erwählt seid; 5 denn unsere Predigt des Evangeliums kam zu euch nicht allein im Wort, sondern auch in der Kraft und in dem Heiligen Geist und in großer Gewissheit. Ihr wisst ja, wie wir uns unter euch verhalten haben um euretwillen. 6 Und ihr seid unserm Beispiel gefolgt und dem des Herrn und habt das Wort aufgenommen in großer Bedrängnis mit Freuden im Heiligen Geist, 7 sodass ihr ein Vorbild geworden seid für alle Gläubigen in Mazedonien und Achaja. 8 Denn von euch aus ist das Wort des Herrn erschollen nicht allein in Mazedonien und Achaja, sondern an allen Orten ist euer Glaube an Gott bekannt geworden, sodass wir es nicht nötig haben, etwas darüber zu sagen. 9 Denn sie selbst berichten von uns, welchen Eingang wir bei euch gefunden haben und wie ihr euch bekehrt habt zu Gott von den Abgöttern, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott 10 und zu warten auf seinen Sohn vom Himmel, den er auferweckt hat von den Toten, Jesus, der uns von dem zukünftigen Zorn errettet.

Paulus schreibt diesen Brief an die Gemeinde in Thessaloniki, die er bei seiner zweiten Missionsreise gegründet hat. Das 1. Kapitel ist voller Lob für die Gemeinde. Wir lesen ein wunderbares Dankgebet in den Versen 2-3. Dabei bleibt der Dank des Paulus nicht abstrakt. Er sagt den Thessalonichern, wofür konkret er Gott dankt und woran er in Dankbarkeit denkt, nämlich: „an euer Werk im Glauben und an eure Arbeit in der Liebe und an eure Geduld in der Hoffnung auf unsern Herrn Jesus Christus

  • In der deutschen Kultur ist das Danken nicht sonderlich ausgeprägt. Aber ich würde uns ermutigen wollen und will es mir auch selber fest vornehmen, mehr Dankbarkeit gegenüber Anderen, konkret zum Ausdruck zu bringen.
  • Der Hinweis auf die Hoffnung der Thessalonicher ist evtl auch schon ein erster Hinweis auf das Thema Wiederkehr des Herrn, dass in der Gemeinde wohl einen falschen Platz eingenommen hatte. Das greift Paulus dann ja in Vers 10 nochmal auf.

Ab Vers 4 ermutigt Paulus die Thessalonicher mit biblischem Zuspruch. Auch das ist etwas, das in der deutschen Kultur wahrscheinlich oft zu kurz kommt. Hier geht es dabei konkret um den Zuspruch des Evangeliums. Paulus erklärt den Thessalonichern, dass es für ihn offensichtlich ist, dass die Thessalonicher Kinder Gottes sind, denn das Wort Gottes hat in ihnen kräftig gewirkt und ihr Leben offenbart das Wirken Gottes, das eben nur in den Gläubigen (den Erwählten) so zu finden ist. Die Thessalonicher hatten dabei in Paulus ein Vorbild, dem sie so gefolgt sind, dass sie wiederum anderen zum Vorbild geworden sind. Vorbildlich ist dabei vor allem, dass von ihnen das Wort Gottes ausging und dieses Bekenntnis wurde ganz offenbar durch ihr Leben noch überzeugender.

  • Auch wir sollten alle darum bemüht sein, anderen ein Vorbild im Glauben zu sein.

Die Bekehrung des Thessalonicher war also offensichtlich und weithin bekannt. Was sie jetzt prägt ist die Hoffnung auf das Kommen des Herrn.

  • Diese Hoffnung darf uns Christen auch heute noch (und sogar noch mehr als damals – denn die Wiederkehr des Herrn ist ja jetzt noch mal deutlich näher) prägen.
  • Lasst uns unser Leben bewusst mit dem Fokus auf den kommenden Herrn leben und dabei darauf bedacht sein, IHN in dieser Zeit noch möglichst vielen zu verkünden und dabei so zu leben, dass unser Glaube auch sichtbar wird.

4,7-18: „7 Wie es um mich steht, wird euch alles Tychikus berichten, der liebe Bruder und treue Diener und Mitknecht in dem Herrn, 8 den ich darum zu euch sende, dass ihr erfahrt, wie es uns ergeht, und damit er eure Herzen tröste. 9 Mit ihm sende ich Onesimus, den treuen und lieben Bruder, der einer der Euren ist. Alles, wie es hier steht, werden sie euch berichten. 10 Es grüßt euch Aristarch, mein Mitgefangener, und Markus, der Vetter des Barnabas – seinetwegen habt ihr schon Weisungen empfangen; wenn er zu euch kommt, nehmt ihn auf –, 11 und Jesus mit dem Beinamen Justus. Von den Juden sind diese allein meine Mitarbeiter am Reich Gottes, und sie sind mir ein Trost geworden. 12 Es grüßt euch Epaphras, der einer von den Euren ist, ein Knecht Christi Jesu, der allezeit in seinen Gebeten für euch ringt, damit ihr fest steht, vollkommen und erfüllt mit allem, was Gottes Wille ist. 13 Ich bezeuge ihm, dass er viel Mühe hat um euch und um die in Laodizea und in Hierapolis. 14 Es grüßt euch Lukas, der Arzt, der Geliebte, und Demas. 15 Grüßt die Brüder in Laodizea und die Nympha und die Gemeinde in ihrem Hause. 16 Und wenn der Brief bei euch gelesen ist, so sorgt dafür, dass er auch in der Gemeinde von Laodizea gelesen wird und dass ihr auch den von Laodizea lest. 17 Und sagt dem Archippus: Sieh auf das Amt, das du empfangen hast in dem Herrn, dass du es ausfüllst! 18 Mein Gruß mit meiner, des Paulus, Hand. Gedenkt meiner Fesseln! Die Gnade sei mit euch!“

In den Versen 7-14 sendet Paulus nun Grüße von verschiedenen Glaubensbrüdern, mit denen er wohl in Rom in Kontakt ist. Dabei tauchen einige Namen auf, die uns bekannt sind.

Onesimus ist wohl der uns aus dem Philemon bekannte Sklave, den Paulus eben mit dem Brief zurück zu seinem Herren sendet, von dem er zuvor geflohen war.

Markus ist wahrscheinlich der Evangelist, der von der ersten Missionsreise vorzeitig zurückgekehrt war und wegen dem sich dan Paulus und Barnabas vor der zweiten Missionsreise getrennt hatten. Dass er hier nun wieder bei Paulus ist, ist  ein schönes Zeichen davon, dass sich diese Männer wieder versöhnt haben.

Epaphras ist wohl der Gemeindegründer der Gemeinde in Kolosä und Lukas, der Arzt ist wohl der Schreiber des 3. Evangeliums. Hier sehen wir nun also wohl auch zwei Evangeliumsschreiber, die beide in der Umgebung von Paulus sind und sich sicher auch über das ausgetauscht haben, was sie mit Jesus erlebt hatten (Markus) bzw über ihn per Recherche in Erfahrung gebracht hatten (Lukas).

Es lohnt sich, genauer zu betrachten, was Paulus über all diese Leute jeweils schreibt. Das sind viele positive Attribute, denen wir nacheifern dürfen.

Ab Vers 15 folgen dann Grüße an andere Gemeinde. Man hatte also Kontakt über Gemeindegrenzen hinweg und auch dieser an die Gemeinde in Kolosä geschriebene Brief sollte dann noch in anderen Gemeinden gelesen werden … so wie er ja auch heute noch in vielen Gemeinden und von vielen Christen gelesen wird.

Vers 17 ist spannend: „Und sagt dem Archippus: Sieh auf das Amt, das du empfangen hast in dem Herrn, dass du es ausfüllst!“ Es ist unklar, ob er ein Ältester der Gemeinde in Kolosä oder anderswo ist oder was sonst sein Amt ist. Auf jeden Fall wird er in besonderer Weise ermutigt und ermahnt, sein Amt treu auszufüllen. Eine solche Ermutigung & Ermahnung können sicher wir alle immer mal wieder im Hinblick auf unseren Dienst am Herrn gebrauchen und ganz besonders sicher die, die zu einem bestimmten Amt berufen sind.

Von daher dürft Ihr gerne auch für uns Älteste der Gemeinde beten, dass wir unser Amt treu und gut ausfüllen.

4,2-6: „2 Seid beharrlich im Gebet und wacht in ihm mit Danksagung! 3 Betet zugleich auch für uns, dass Gott uns eine Tür für das Wort auftue und wir das Geheimnis Christi sagen können, um dessentwillen ich auch in Fesseln bin, 4 damit ich es offenbar mache, wie ich es sagen muss. 5 Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind, und kauft die Zeit aus. 6 Eure Rede sei allezeit freundlich und mit Salz gewürzt, dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt.

Der Brief endet in Kapitel 4 mit einem Aufruf zu Gebet und weisem Verhalten in der Welt.

Beharrliches Gebet beschreibt wohl weniger besonders lange Gebetszeiten, sondern vor allem eine ständige Ausrichtung auf Gott, so dass wir im Tagesverlauf immer wieder im Gespräch mit Gott sind, anstatt uns nur einmal am Tag ihm zuzuwenden.

Gebet mit Danksagung ist tatsächlich etwas, dass wir bei Paulus immer wieder sehen. Das ist ein ganz wertvolles Muster.

  • So besinnen wir uns zuerst auf all das Gute, was wir von Gott bereits empfangen haben, bevor wir unsere Anliegen vor Ihn bringen. Das ist angemessen und es stärkt unsere Zuversicht im Gebet.

Das Gebetsanliegen von Paulus zeigt mal wieder, seinen klaren Fokus und sein Trachten nach dem Reich Gottes. Es geht ihm nicht primär um sein eigenes Wohlergehen, sondern darum, dass das Evangelium Raum bekommt.

  • Auch das darf uns ein Vorbild für unsere Gebetsanliegen sein.
  • Möge der Herr uns immer mehr eine solche Gesinnung schenken, dass unsere beharrlichen Gebet gefüllt sind mit Danksagung und geprägt sind von dem Anliegen „Geheiligt werde Dein Name, Dein Reich komme, Dein Wille geschehe“.

Die Verse 5-6 sind dann ein Aufruf zu weisem Verhalten in der Welt und dem rechten Gebrauch unserer Lippen.

  • Lasst uns Menschen sein, die die Zeit, die uns der Herr gibt, gut nutzen!
  • Und lasst uns mit unseren Worten darauf bedacht sein, den Menschen in Liebe zu begegnen und ihnen das Evangelium zu verkünden.

3,18-4,1: „18 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter, wie sich’s gebührt in dem Herrn. 19 Ihr Männer, liebt eure Frauen und seid nicht bitter gegen sie. 20 Ihr Kinder, seid gehorsam den Eltern in allen Dingen; denn das ist wohlgefällig in dem Herrn. 21 Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, damit sie nicht scheu werden. 22 Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. 23 Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn Christus! 25 Denn wer unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und es gilt kein Ansehen der Person.
1 Ihr Herren, was recht und billig ist, das gewährt den Sklaven und bedenkt, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt.

Auch der Abschnitt ab Kolosser 3,18 bleibt parallel zu dem, was Paulus in Kapitel 5 an die Epheser geschrieben hat. Nach dem Aufruf, einander Gottes Wahrheiten zu zusingen, geht es hier nun um das Ausleben der von Gott gegebenen Ordnung in Ehe, Familie und Beruf.

Diejenigen, die aus Epheser 5,21 eine gegenseitige Unterordnung in den dann erwähnten Beziehungen oder zumindest in der Ehe herleiten wollen, sollten bedenken, dass genau dieser Vers hier nicht steht. Aus dem Kontext aus Epheser 5 wird aber ohnehin deutlich, dass Vers 21 eher eine Überschrift ist, durch die deutlich wird, dass alle Menschen aufgerufen sind, sich in verschiedenen Kontexten anderen Menschen oder zumindest Gott unterzuordnen.

Und so ist es auch hier. Alle sollen sich Gott unterordnen. Und dann sollen sich Frauen ihren Ehemännern unterordnen, Kinder ihren Eltern und Knechte ihren Herren. Die jeweils andere Gruppe (Ehemänner, Eltern, Herren) werden nicht zur Unterordnung, sondern zu einer Christus-gemäßen Ausübung ihrer ihnen von Gott übertragenen Autorität aufgerufen. Es ist gut, das klar zu erkennen. Denn so kann dann jeder wirklich klar seine jeweilige Verantwortung erkennen.

  • In der Ehe heißt das für Ehemänner konkret, dass sie liebevoll und sanftmütig mit ihren Ehefrauen umgehen sollen. Wenn Ehemänner im Hinblick auf ihre Ehefrauen verbittert sind (warum auch immer), dann hat Gott ein klares Wort für sie: „seid nicht bitter gegen sie seid nicht bitter gegen sie
  • Ganz ähnlich sind die Worte an die Väter: „Ihr Väter, erbittert eure Kinder nicht, damit sie nicht scheu werden.
  • Während also Frauen und Kinder jeweils dazu aufgerufen sind, sich ihren Ehemännern bzw Eltern unterzuordnen, sollen diejenigen, denen Gott Autorität überträgt, diese mit großer Sanftmut und Liebe ausüben. Hier bleibt kein Raum für Tyrannen!

Die Beziehung von Knechten und Herren ist ein wenig anders als die anderen beiden Beziehungen. Knechte (bzw Sklaven) werden an anderer Stelle ermutigt, wenn möglich, frei zu werden. Während die Ehe von Gott als lebenslange Institution gedacht ist, sind Abhängigkeitsverhältnisse, wie die der Knechte, zwar von Gott vorgesehen (zur Versorgung von verarmten Menschen), aber nicht zwingend so gedacht, dass sie dauerhaft bestehen sollen. Aber da wo ein Mensch eines anderen Knecht ist, soll er seinen Dienst treu ausüben und dabei erkennen, dass er letztendlich dem HERRN Jesus Christus und nicht einfach nur seinem Herren dient (Ihr Sklaven, seid gehorsam in allen Dingen euren irdischen Herren, nicht mit Dienst vor Augen, um den Menschen zu gefallen, sondern in Einfalt des Herzens und in der Furcht des Herrn. 23 Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, 24 denn ihr wisst, dass ihr von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dient dem Herrn Christus!)

Dabei ist dieser Auftrag an die Knechte einfach die weitere Ausführung des allgemeinen Auftrags an alle Christen aus Vers 17: „Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

  • Unseren Lohn bekommen wir also letztendlich nicht von unserem Arbeitgeber, sondern von Gott.
  • Er sorgt für uns durch den Lohn, den uns unsere Dienstherren geben. Und vor allem finden wir bei IHM den ewigen Lohn, wenn wir denn IHN als unseren HERRN anerkennen.

In Vers 25 wird dann auch die Kehrseite beleuchtet. Wer seinem Herren nicht treu dient, sondern Unrecht tut, der rebelliert damit auch gegen Gott. Und Gott sieht alles und richtet gerecht.

  • Das sollte uns alle dazu motivieren, auch an unserem Arbeitsplatz und überhaupt in allen Beziehungen treu zu sein.

Und so wie Ehemänner und Väter, bekommen in Kapitel 4,1 auch die Herren noch eine Anweisung dazu, wie sie ihre Rolle ausleben sollen: „Ihr Herren, was recht und billig ist, das gewährt den Sklaven und bedenkt, dass auch ihr einen Herrn im Himmel habt

  • Auch die irdischen Herren stehen unter dem himmlischen HERRN!
  • Da sollte ihr / unser Handeln in allen Dingen bestimmen.