1 Samuel 13

In Kapitel13 wird dann ganz deutlich, dass das Problem nicht nur war, dass Israel einen König gefordert hatte, sondern auch, dass Saul kein guter König war. Er zettelt einen Krieg an, den er nicht gewinnen kann. Als sein Volk ist voller Furcht war und Samuel nicht so schnell wie erhofft kommt, weiß er sich nicht anders zu helfen, als Opfer zu bringen, was ihm aber gar nicht zustand. Hier kommt nun schon ein erster Hinweis darauf, dass Saul nicht lange König bleiben wird.

  • Das ist ein Paradebeispiel für „gut gemeint und schlecht gemacht“. Saul meint, dass er Gottes Wohlwollen auf seine eigenen Wege bekommen kann … obwohl diese eben im direkten Widerspruch zu den Anordnungen Gottes stehen.
  • Doch der HERR will, dass wir im Gehorsam leben und IHM vertrauen. Die Opfer sind da völlig nebensächlich.

 

2 Korinther 3

Die ersten Verse des Kapitels zeigen uns das rhetorische Geschick des Apostels. Er nennt die Korinther „sein Empfehlungsschreiben“. Wie können sie ihn dann noch kritisieren J

Beginnend mit der Aussage in Vers 6 über den neuen Bund des Geistes, in Abgrenzung gegen den Alten Bund des Buchstabens, lehrt Paulus, wie wir das AT zu verstehen haben. Paulus vergleicht sein Apostelamt mit dem AT Amt und hat dabei vor allem Mose im Blick, aber evtl auch allgemein das Priesteramt. Auch das AT Amt war bereits ein herrliches Amt. Mose hatte das Gesetz empfangen und doch tötet das Gesetz letztendlich (wenn wir versuchen, durch das Gesetz vor Gott zu bestehen). Trotzdem spiegelte sein Angesicht die Herrlichkeit Gottes wider, wenn er mit Gott in Kontakt war.

Paulus hat nun ein noch viel größeres Amt inne, denn er lehrt nicht das Gesetz, sondern von der Erfüllung des Gesetzes durch Christus und der Rettung aus Gnade allein durch den Glauben an Jesus Christus. Sein größeres Amt zeigt sich vor allem in der größeren Erkenntnis. Mose hatte immer nur eine vorübergehende Herrlichkeit, die er reflektierte. Weil diese wieder aufhörte, verdeckte er sein Gesicht. Aber Paulus zeigt uns allen den Christus, der uns dauerhaft verändert.

Die Juden verstanden das noch nicht, weil sie alle im übertragenen Sinne eine Decke über ihrem Kopf (bzw über ihrem Herzen) hatten, als sie das AT lasen. So sahen sie dort nur Gesetz.

Diese Decke wird es abgetan, wenn wir den einen großen hermeneutischen Schlüssel benutzen … nämlich das AT von Christus her zu lesen: „3:14-16   14 Aber ihre Sinne wurden verstockt. Denn bis auf den heutigen Tag bleibt diese Decke unaufgedeckt über dem alten Testament, wenn sie es lesen, weil sie nur in Christus abgetan wird.  15 Aber bis auf den heutigen Tag, wenn Mose gelesen wird, hängt die Decke vor ihrem Herzen.  16 Wenn Israel aber sich bekehrt zu dem Herrn, so wird die Decke abgetan.“

  • Ein tiefgehendes Verständnis des AT ist also nur durch die Bekehrung zu Christus möglich.
  • Wer das AT so lehrt, dass ein jüdischer Rabbi damit einverstanden wäre, der hat das AT noch nicht vollständig verstanden und lehrt es selber noch mit einer „Decke über dem Kopf“.
  • Und das führt dann eben auch dazu, dass wir die Herrlichkeit Gottes nicht klar erkennen, denn diese offenbart uns in Christus.
  • Deshalb sollten wir das AT und die ganze Bibel immer mit einem klaren Fokus auf Christus hin lesen … so werden wir dann im Schauen auf IHN immer weiter umgestaltet, hinein in sein herrliches Ebenbild, auf das wir aller Schöpfung die Herrlichkeit des HERRN widerspiegeln.

1 Samuel 12

Samuel geht quasi in Rente und legt sein Richteramt nieder, da Israel ja nun von einem König geführt wird. Dabei lässt er sich vom Volk bestätigen, dass er ein gerechter Richter war. Dann zieht er Resümee und sieht zurück auf die Geschichte Israels. Sich selbst sieht er in einer Linie mit Jerubaal (Gideon), Barak und Jeftah. Interessant ist dabei, dass hier nur Barak aber nicht Debora genannt wird.

Ab Vers 12 kommt dann die Anklage. Samuel macht den Israeliten ganz klar, dass die Wahl eines Königs Gott nicht gefällt und Gott bestätigt das, durch das von Samuel angekündigte Zeichen, von Donner & Regen.

Aber dann macht Samuel dem Volk Mut und verspricht ihm die Treue Gottes und beschreibt, wie er aus dem Hintergrund weiter für sein Volk da sein will (V.20ff).

-> Gerade Vers 23 (Es sei aber auch ferne von mir, mich an dem HERRN dadurch zu versündigen, daß ich davon abließe, für euch zu beten und euch zu lehren den guten und richtigen Weg!) kann uns da sicher ein Vorbild sein. Mich fordert das heraus.

 

2 Korinther 2

Die ersten 4 Verse scheinen inhaltlich noch zu Kapitel 1 zu gehören. Paulus erklärt und rechtfertigt die Änderung seiner Reisepläne.

Ab Vers 5 kommt ein erster konkreter Auftrag an die Gemeinde. Ein Gemeindeglied ist scheinbar ausgeschlossen worden. Evtl handelt es sich dabei um den Mann, von dem im 1. Korinther 5 die Rede war. Die „Strafe“ – wahrscheinlich ein Gemeindeausschluss –  war von den „Meisten“ in Korinth beschlossen worden. Das lässt erahnen, dass es hier eine Art Abstimmung gegeben hat, denn anders käme man ja kaum zu einer Mehrheit. Außerdem muss irgendwie klar gewesen sein, wer zur Gemeinde gehört. Denn ohne eine feste Anzahl kann man wohl kaum von den Meisten reden. Das sind biblische Hinweise gleich für mehrere Dinge:

  1. Gemeindemitgliedschaft: Es ist klar definiert, wer zur Gemeinde gehört.
  2. Gemeindezucht: Man kann nicht nur zur Gemeinde gehören, man kann auch von ihr ausgeschlossen werden. Es gibt also eine klare Grenze und man ist entweder „drinnen“ oder „draußen“. Das Ziel der Gemeindezucht ist dabei, dass Menschen Buße tun und dann wieder in Liebe aufgenommen werden.
  3. Kongregationalismus: Die Gemeinde als Ganzes entscheidet über zentrale Fragen.

Ab Vers 12 greift Paulus dann nochmal einen Gedanken auf, der schon im 1. Korinther 1 sehr deutlich gelehrt wurde. Die Evangeliumsverkündigung hat einen trennenden Effekt. Hier erklärt er, dass diese Botschaft für die einen zum Nase-rümpfen ist, während sie für andere wie ein herrliches Parfum wirkt.

  • Ich hoffe, dass wir alle das Evangelium als einen herrlichen Wohlgeruch kennen und erleben.

1 Samuel 11

In Kapitel 11 lesen wir davon, wie Saul Israel „Richter-gleich“ von den Feinden befreit. Interessant ist, dass der Geist Gottes Saul zu heiligem Zorn führt.

  • Ich befürchte, dass wir manchmal falsch denken, und immer nur Milde als von Hlg Geist kommend sehen. Andererseits sollten wir beim Zorn sehr vorsichtig sein und uns sehr genau prüfen, bevor wir Zorn als heilig oder gerecht deklarieren.

Und dann sehen wir, dass Saul nach geschlagener Schlacht milde ist und die Spötter im Inneren, die ihn noch nicht als König anerkannt hatten, nicht richtet. Vielmehr wird er nun nochmal – und nun wohl von allen – als König bestätigt.

  • Bis hierher sieht also alles sehr gut aus.

 

2 Korinther 1

Das Gebet zu Beginn hat einen ganz eigenen Charakter – anders als die sonstigen Anfangsgebete des Paulus – mit dem besonderen Fokus auf Leiden und Trost von Gott. Paulus selbst weiß wovon er schreibt. Und er weiß und erklärt, wozu Leidenszeiten gut sein können: „1:9-10  Das geschah aber, damit wir unser Vertrauen nicht auf uns selbst setzten, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt,  10 der uns aus solcher Todesnot errettet hat und erretten wird. Auf ihn hoffen wir, er werde uns auch hinfort erretten.“

Bemerkenswert ist hier der dreifache Aspekt der Rettung.

  1. Gott hat uns Christen bereits gerettet;
  2. Er rettet uns tagtäglich aus der Not;
  3. Und er wird uns zukünftig retten, wenn er wiederkommt und allem Leiden ein Ende bereitet.
  • Ich wünsche uns, dass wir in Leidenszeiten immer den Trost Gottes erfahren und darauf vertrauen, dass er, der das gute Rettungswerk in uns begonnen hat und es auch vollenden wird uns eben auch im Hier und Jetzt beisteht.

Dann beginnt Paulus eine Verteidigungsrede, die erahnen lässt, dass es in der Korinther Gemeinde Leute gibt, die den Apostel ablehnen. Es wirkt so, als hätten diese Kritiker ein Problem mit der apostolischen Autorität des Paulus gehabt und versucht, sich selber zu profilieren. Sie hatten keine Demut und es ging ihnen um ihren Ruhm. Paulus hält dem entgegen, dass wir uns nur des Herrn rühmen sollten und eine gewisse Einfachheit durchaus Gott-gefällig sein kann.

In Kap. 1, Vers 20 lehrt Paulus quasi im Nebensatz noch etwas, das uns sehr helfen kann, das Alte Testament zu verstehen: „auf alle Gottesverheißungen ist in ihm [Jesus Christus] das Ja“.

  • In Jesus Christus erfüllen sich also alle Verheißungen der Bibel – teilweise ist dies bei seinem 1. Kommen geschehen, teilweise steht uns dies noch bei seiner Widerkehr bevor.

1 Samuel 10

In kapitel10 sehen wir, wie Gott den Israeliten gibt, was sie wollen. Samuel verkündet, dass Saul König werden soll. Dabei sieht alles noch ganz gut aus. Gott kündigt an, dass Saul mit dem Geist des Herrn zugerüstet werden wird (10,6) und Saul bekommt von Gott ein neues Herz.

Und doch wird dann deutlich, dass die Erwählung Sauls zum König letztendlich nicht Gott gewollt war (10,19). Die Vielschichtigkeit von Gottes Willen ist hier offensichtlich … den einerseits will Gott, dass Saul König werden soll und setzt dies auch durch, doch andererseits ist er nicht der König, den Gott will. Und so sehen wir hier eben auch, dass Menschen echte Verantwortung für das tragen, was sie tun und dann auch die Konsequenzen tragen müssen.

Vers 20 zeigt dann nochmal, wie Gott in allem und durch alles wirkt. Der ja bereits klar identifizierte König wird nochmal per Los bestimmt wird. Und bei all dem wirkt Saul wie die beste und Gott-gefälligste Wahl.

  • Erst später wird dann deutlich, dass Saul zwar wie ein perfekter König aussah, aber erst sein Nachfolger (David) dann ein halbwegs guter König war … der auf den perfekten König Jesus hinweist.

 

1 Korinther 16

Dieses Kapitel ist ein typischer Briefschluss, der nach dem intensiven 15. Kapitel fast ein bisschen unvermittelt kommt.

Dabei greift Paulus in den ersten 4 Versen noch ein Thema auf, zu dem es in Korinth scheinbar eine Frage gab: „Was aber die Sammlung für die Heiligen angeht …“

Paulus erklärt dazu drei Dinge:

  1. Die Gemeinde in Korinth wird da nicht anders behandelt, als andere Gemeinden auch … so wie in den Gemeinden in Galatien, soll auch Korinth gesammelt werden.
  2. Die Sammlung soll am ersten Tag der Woche stattfinden. Das ist ein Hinweis darauf, dass sich zu diesem Zeitpunkt die Gemeinde in Korinth bereits am 1. Tag der Woche (also sonntags) traf. Manchmal wird ja behauptet, dass das eine spätere Erfindung sei, dass Gottesdienste Sonntagfrüh stattfinden, aber diese These ist kaum haltbar, da es einige Bibelstellen gibt, die andeuten, dass es schon in NT Zeiten dazu kam, dass sich die Gemeinde am (Auferstehungs-)Tag des Herrn traf.
  3. Gesammelt werden soll regelmäßig, weil so sichergestellt ist, dass wir unsere Verantwortung nicht vergessen.

Dann kommen Reisepläne, bevor Paulus dann mit einigen Ermahnungen endet.

  • Hier kommt nochmals ein Aufruf, wachsam im Glauben zu leben und der Liebe Raum zu geben.
  • Die Einheit der Gemeinde ist und bleibt also ein wichtiges Thema in Korinth und wird eben auch zum Schluss nochmals aufgegriffen.

1 Samuel 9

In den Kapiteln 9 taucht der spätere König Saul auf und hat eine von Gott so geführte Begegnung mit Samuel. Nur wegen der verlorenen Eselinnen macht sich Saul überhaupt auf den weg und nur wegen des Widerspruchs seines Knechts geht er zu Samuel. Samuel ist bereits vom Herr vorbereitet und empfängt Saul in Wissen darum, dass das der Mann ist, den der HERR aufgrund der Bitte des Volkes zum König einsetzen wird.

Doch all das bleibt hier vorerst noch verborgen. Von daher ist Kapitel 9 nur der Vorspann zu dem, was dann in Kapitel 10 berichtet wird. Dazu kommen wir dann morgen.

 

1 Korinther 15

Kapitel 15 ist DAS Kapitel der Bibel schlechthin, wenn es um die Frage nach der Auferstehung der Toten geht. Zu Beginn erinnert Paulus die Korinther an etwas, das viel wichtiger und zentraler ist, als die Diskussion über Geistesgaben, um die es in den Kapiteln davor ging – nämlich das Evangelium. Paulus fasst die Evangeliumsbotschaft kurz und knapp zusammen: „15:3-4  Daß Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift;  4 und daß er begraben worden ist; und daß er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift;“

  • Da stecken die Kernpunkte drin (stellvertretender Sühnetod Jesu und seine Auferstehung) und eben der Bezug auf den biblischen Kontext und damit auf die Verheißungen aus dem AT.

Dann kommt eine lange Verteidigung des Fakts der Auferstehung Jesu. Erst kommen die Zeugen für die Auferstehung … dabei nennt Paulus sich „15:8-9  Zuletzt von allen ist er auch von mir als einer unzeitigen Geburt gesehen worden.  9 Denn ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, daß ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe.“

  • Hier sehen wir, dass Paulus sich offenbar für den letzten Apostel hält (eine unzeitige Geburt) – von daher sollte klar sein, dass das Apostelamt mit ihm aufgehört hat. Es wird auch nicht mehr gebraucht, da das Fundament der Gemeinde gelegt worden ist (siehe Eph 2,20).

Im Fortgang folgen theologische Gründe für die Notwendigkeit der Auferstehung und für das, was Jesus durch seine Auferstehung erreicht hat. Die Macht der Sünde ist gebrochen … der Tod ist besiegt!

  • Die Lehre von der Auferstehung Jesu und der Auferstehung der Gläubigen mit IHM ist in unserer sehr diesseitigen Welt oft unterbelichtet. Von daher ist dieses Kapitel für uns sehr wertvoll.

In diesem Kapitel kommen einige Aussagen, die typischer Weise bei Beerdigungen zitiert werden – und das zurecht. Denn hier wird deutlich, dass der Tod im Leben von Christen nicht das letzte Wort hat, sondern „nur“ der Übergang hin zu einer besseren Zukunft ist.

  • Ich wünsche uns allen diese feste Zuversicht, die wir allein durch den Glauben an das Evangelium haben dürfen, an das am Anfang des Kapitels erinnert wurde.

1 Samuel 8

Trotz aller Mühen Samuels sehen wir in Kapitel 8, dass Israel weiter auf Abwegen ist und den einen wahren König nicht anerkennt. Das hat aber sicher auch etwas damit zu tun, dass Samuels Söhne das Werk ihres Vaters als Richter nicht treu weiterführen.

So kommt es dazu, dass Israel so sein will, wie die Gott-losen Völker um sie herum. Sie wollen einen König – obwohl sie mit Gott DEN KÖNIG aller Könige haben.

Samuel warnt und weigert sich, aber Gott lässt es schließlich zu, so dass der 1. König – Abimelech (Richter 9) – einen „Nachfolger“ haben wird.

  • Mögen wir uns niemals von unserem König lossagen bzw vergessen, wer wahrhaft regiert!

 

1 Korinther 14

Kapitel 14 bildet den Abschluss des Abschnitts zu den Fragen nach den Geistesgaben, der mit Kapitel 12 begann. Hier greift Paulus nochmals die beiden von den Korinthern scheinbar besonders wert geschätzten Gaben Zungenrede und Prophetie auf. Interessant ist dabei zum einen, wie er Prophetie definiert: „14:3 Wer aber prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung.“

  • Das beschreibt ein weites Feld … und trifft z.B. sicher auch auf Predigen und Seelsorge zu.

Interessant ist aber auch, dass er über Zungenrede sagt: „14:4-5  Wer in Zungen redet, der erbaut sich selbst; wer aber prophetisch redet, der erbaut die Gemeinde.  5 Ich wollte, daß ihr alle in Zungen reden könntet; aber noch viel mehr, daß ihr prophetisch reden könntet. Denn wer prophetisch redet, ist größer als der, der in Zungen redet; es sei denn, er legt es auch aus, damit die Gemeinde dadurch erbaut werde.“

  • Wenn aber Geistesgaben „zum Nutzen aller“ gegeben sind, wir in Kapitel 12,7 steht, dann stellt sich die Frage, in wie weit Zungenreden ohne Auslegung überhaupt biblisch ist?

Paulus ist auf jeden Fall darauf bedacht, dass die Erbauung der Gemeinde bedacht wird. Und dafür ist prophetische Rede wertvoller und Zungenrede nur mit Auslegung nützlich. Neben dem Kriterium „Erbauung der Gemeinde“ (14,26) sticht hier noch ein zweites Thema hervor, nämlich, dass alles ordentlich geschehen soll (14,33). So gibt Paulus klare Anordnungen, wie Dinge bei einem Zusammenkommen der Gemeinde ablaufen sollen.

Sehr umstritten ist die Aussage in 14,34: „Wie in allen Gemeinden der Heiligen  34 sollen die Frauen schweigen in der Gemeindeversammlung; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.“

Der unmittelbare Bezug ist dabei die Bewertung von Prophetie. Von daher verstehe ich das so, dass sich dieses Redeverbot eben auf diese Sache bezieht, die letztendlich denen obliegt, die die Lehrverantwortung in der Gemeinde tragen (den Ältesten). Ein generelles Redeverbot für Frauen stünde ja im Widerspruch zu den Aussagen bzgl Gebet und prophetische Rede in 11,5 und kann von daher hier nicht gemeint sein.

1 Samuel 7

In Kapitel 7 wird uns Samuel als guter Richter gezeigt, der im inneren einen Reformprozess in Gang bringt. Die Götzen werden vernichtet und dem einen wahren Gott werden Opfer gebracht. Doch die Philister sehen die Versammlung der Israeliten als Grund, diese anzugreifen. Entweder, weil sie so hoffen, möglichst viele Israeliten auf einen Schlag zu besiegen … oder weil sie befürchten, dass sich die Israeliten zu sehr zusammenrotten könnten.

Warum auch immer, die Philister ziehen zum Krieg und die Israeliten bekommen es mit der Angst zu tun. In diesem Moment zeigt sich, dass Samuel auch als Kriegsherr seine Qualitäten hat. Er bleibt inmitten der Bedrohung ruhig und ermahnt das Volk, auf Gott zu vertrauen und zu ihm zu rufen.

Und tatsächlich – der HERR streitet für sein Volk und die Philister werden vertreiben und gedemütigt.

  • Samuel ist der HERR, der das Volk auf Gott hinweist und es so rettet … und damit ist er der Vorläufer des HERRN, der uns auf seinen himmlischen Vater hinweist und unser RETTER ist.

 

1 Korinther 13

Kapitel 12 endet mit den Worten: „Strebt aber nach den größeren Gaben! Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen.“ Genau das tut Paulus dann in Kapitel 13. Viel wichtiger als alle spektakulären Gnadengaben ist die Liebe. Alles ist zwecklos, wenn es nicht in Liebe geschieht.

Dabei definiert Paulus die Liebe in wunderbaren Worten, die uns letztendlich die Liebe Gottes für uns vor Augen führen. Nur Gott liebt so, wie wir es im 1. Kor 13 lesen. Von daher wird uns ein ehrliches Lesen dieses Kapitels herausfordern und uns zeigen, in welchen Bereichen wir noch in der Liebe wachsen können. Als Nachfolger des Herrn, sollte das unser Bestreben sein. Dabei dürfen wir darum wissen, dass Seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen wurde, so dass wir als Christen auch tatsächlich immer mehr so lieben können, wie Gott liebt. (siehe dazu Römer 5,5)

  • Möge die Liebe Gottes in uns immer mehr Raum einnehmen und möge unser Streben immer zuerst danach sein, mehr Liebe zu haben, anstatt uns primär auf spezifische Geistesgaben zu fokussieren.
  • Das ist es, was die „unwissenden“ Korinther lernen mussten. Und ich denke, dass diese Lehre auch heute hoch relevant ist.

1 Samuel 6

Nachdem die Philister erleben, dass die Gegenwart der Bundeslade ihnen alles andere als gut tut, senden sie die Lade zurück und schicken auch noch Gold zur Sühne mit. Gott, dessen Gegenwart ja durch die Bundeslade symbolisiert wird, ist eben kein Spielball, den man sich aneignen kann. Gottes Gegenwart ist auch nicht einfach „gut“. Er ist ein heiliger Gott und seine Gegenwart können Menschen ohne Schutz bzw Mittler nicht ertragen, es sei denn, dass Gott sich ihnen in seiner Gnade erbarmt.

Die Israeliten empfangen die Lade würdig und voll Dankbarkeit.

  • Dabei stellt sich die Frage, ob das nun wirkliche Umkehr ist oder auch auf ihrer Seite weiter ein falsches Vertrauen in die Bundeslade?
  • Und auch Israel erlebt, dass Gott heilig ist. Diejenigen, die die Bundeslade als Schaulustige ansehen, müssen sterben. Nur wahre Anbeter, die in angemessener Weise (entsprechend den Anordnungen des HERRN) vor Gott treten, können vor ihm bestehen.

Und so erlebt Israel, dass das, was wirklich nötig ist, eben nicht einfach nur die Bundeslade ist, sondern eine „heile“ Beziehung zu Gott. Deshalb brauchen wir den, durch den die Gegenwart Gottes dann tatsächlich zu uns kam.

 

1 Korinther 12

Beginnend mit Kapitel 12 kommt Paulus auf ein weiteres Thema zu sprechen. Wahrscheinlich geht auch das auf eine Frage zurück. Dabei geht es um Geistesgaben. Den Korinthern war dieser Bereich wohl sehr wichtig. Und doch agieren sie damit scheinbar wie „Unwissende“, denn genau so beginnt Paulus ja seine Erklärungen (Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, liebe Brüder, nicht in Unwissenheit lassen). Das klingt schon etwas ironisch und ist wahrscheinlich auch genau so gemeint.

Das „Unwissen“ zeigt sich wohl darin, dass es eine zu große Faszination für Dinge wie Zungenrede und Prophetie gab und diese Gaben selbstsüchtig eingesetzt wurden. Paulus hält dem entgegen, dass Geistesgaben immer zum Wohl der Gemeinde gegeben sind (V.7) und in ihrer Vielfalt ein besonderer Segen sind. Von daher wäre es ja gar nicht gut, wenn alle nur die gleichen spektakulären Gaben hätten.

Niemand sollte sich über Andere wegen seiner Gaben erheben. Die Gaben sind von Gott gegeben (V.11), damit durch sie die Gemeinde erbaut werden kann. Stolz und Eigennutz haben hier keinen Platz. Hier klingt auch durch, dass es keine Gabe gibt, die jeder Christ haben muss. Was vor allem zählt ist ohnehin nicht, welche Gaben wir haben, sondern wie wir sie einbringen. Deshalb ist die Liebe dann ja auch das dominierende Thema des nächsten Kapitels.

1 Samuel 5
Die Philister freuen sich über die eroberte Bundeslade und stellen sie neben ihre Götzenfigur „Dagon“. Wenngleich die Bundeslade natürlich nicht Gott ist, ist sie eben doch ein von Gott selbst entworfenes Symbol für seine Gegenwart. Und das lehrt der HERR nun auch die Philister. Eine Götzenstatur kann neben der Bundeslade nicht (be)stehen. Dagon fällt vor der Bundeslade auf sein Antlitz … quasi als Bild der Anbetung des einen wahren Gottes. Nachdem die Philister ihr Götzenbild wieder aufgestellt haben, wiederholt sich das Ganze. Doch dieses Mal ist er geköpft und seine Hände sind abgeschlagen.

Die Philister erkennen offenbar, dass mit diesem Gott (und seiner Bundeslade) nicht zu spaßen ist. Doch anstatt sich zu ihm zu bekehren, senden sie ‚Gott‘ weg … zurück zum Volk Israel.

  • Auch wir erleben das immer mal wieder. Wenn manche Menschen die Macht Gottes erkennen, haben sie Angst und wollen nichts mehr von Gott wissen … Eine naive und tragische Reaktion.

 

1 Korinther 11

Kapitel 11 greift zwei Themen auf, zu denen die Korinther Paulus wahrscheinlich direkt befragt hatten.

  1. Das erste große Thema betrifft das Verhältnis von Mann und Frau.

Dabei bringt Paulus die Beziehung von Mann und Frau in einen Bezug zum Verhältnis von Gott dem Vater und Gott dem Sohn. So wie der Vater Haupt des Sohnes ist, soll der Mann Haupt seiner Frau sein. Dabei geht es ganz offensichtlich nicht um „Wert“ (denn Gott Vater und der Sohn sind beide vollkommen Gott), sondern um Ordnung. D.h. Gott gibt eine Ordnung vor, die innerhalb der gleichwertigen Personen gelebt werden soll.

Die Frau soll Ihre Unterordnung dadurch offenbaren, dass sie ihr Haupt bedeckt. Das betrifft dabei nicht nur das Verhältnis der Geschlechter zueinander. Das hat auch einen Zeugniseffekt, auch vor der unsichtbaren Welt (also vor den Engeln).

  • Ich deute diese Stelle so, dass die Kopfbedeckung dabei eine konkrete Anwendung des Prinzips der öffentlich sichtbaren Akzeptanz des Mannes als Haupt darstellt.

Das wird ja auch heute in bestimmten Kulturkreisen so verstanden. Hier in Dtld aber wohl eher nicht. Da gibt es dann andere Wege für Frauen, um zu zeigen, dass sie die ihnen von Gott zugedachten Rolle in der Ehe und Gemeinde akzeptieren.

  • Aber letztendlich soll da jeder nach seinem Gewissen handeln.

Ich muss auch zugeben, dass die Verse 14 & 15 schwer zu verstehen sind. Wenn Paulus hier von der „Natur“ schreibt geht es aber evtl einfach um das, was uns natürlich erscheint. Wenn ein Mann aussieht wie eine Frau, dann ist das nicht natürlich. Aber was männlich und weiblich ist, variiert natürlich je nach Kultur.

 

  1. Ab Vers 17 geht es dann um konkrete Missstände beim Abendmahl.

Dabei geht es darum, dass dieses Mahl als Gemeinschaftsmahl gefeiert werden soll. Man offenbart in dieser Feier seine Gemeinschaft am Leib Christi. Gleichzeitig bedenkt man dabei an das, was Christus für uns getan hat – sein Leib gebrochen, sein Blut vergossen – für uns!

Würdig feiert man das Mahl also, wenn man einander in Liebe und Rücksicht begegnet, denn Christus hat uns zusammengestellt … und indem man sich darauf besinnt, dass wir des Opfers Christi bedürfen.

Paulus macht deutlich, dass ein Missachten des Herrn ernste Konsequenzen haben kann.

1 Samuel 4
Israel begibt sich in einen Krieg gegen die Philister. Nachdem die erste Schlacht verloren gegangen ist, kommt man auf die Idee, die Bundeslade zu holen. Das soll helfen. Tatsächlich beeindruckt das die Philister anfänglich. Aber dann kämpfen sie mutig und besiegen Israel und töten Elis Söhne. Damit wird das von Gott angekündigte Gericht durch die gottlosen Philister ausgeführt. Der HERR ist eben der HERR über alles und kann eben auch die Gottlosen gebrauchen, um seine Pläne auszuführen.

Und so lernt Israel auf tragische Weise, dass Gott (bzw die Bundeslade) kein magischer Spielball ist.

Eli wird dann als klassisch als Richter beschrieben, der aber kein gutes Ende findet. Die schlechten Nachrichten von der Front geben ihm den Rest. Gleichzeitig lesen wir von der Geburt eines Nachkommen … die Geschichte geht also weiter ….

 

1 Korinther 10

Der Beginn von Kapitel 10 bietet eine interessante Lektion zur Hermeneutik (Auslegung) des AT. Paulus erklärt hier als Auslegungsprinzip, dass das AT mit all seinen historischen Berichten für uns zum Vorbild gegeben ist. Das AT weist auf Christus hin und will uns lehren, wer Gott ist, wer wir sind, wie wir gerettet werden und wie wir leben sollten.

  • Das Beispiel Israels ist dabei ein Beispiel, ein Vorbild und eine Warnung für uns (10,6 & 10,11).

Und dann kommt eine sehr wichtige Lehre: „13 Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen. Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen läßt über eure Kraft, sondern macht, daß die Versuchung so ein Ende nimmt, daß ihr’s ertragen könnt.“

  • Als Christen müssen wir also nie sündigen. Wir dürfen wissen, dass Gott uns die Kraft gibt, jeder Versuchung zu widerstehen.
  • Wenn wir scheitern, dann nicht, weil es nicht anders ging. Das sollte uns im Kampf gegen Versuchungen ermutigen und im Hinblick auf unsere Sünden demütigen.

In diesem Zusammenhang greift Paulus auch nochmal das Thema „Götzendienst“ auf. Auch wenn es keine anderen Götter gibt, so sollten wir doch sehr darauf bedacht sein, jede Form von Synkretismus zu vermeiden. Ähnlich wie eben auch schon im AT zur Zeit Moses, war das wohl auch in Korinth ein Problem. Es gab offenbar Leute, die sowohl Abendmahl feierten, wie auch Götzendienste.

  • Das geht nicht zusammen. Entweder wir dienen Gott und ihm allein oder wir gehören nicht zu ihm!
  • Diese Problematik sehe ich immer wieder auch in ganz simplen Dingen. Immer wieder sehe ich bei mir und anderen, wie schnell es passieren kann, dass sich Gottesdienst mit einem Selbstdienst vermischt. Oder es schleicht sich ein Aberglaube ein, dem ich auch unter Christen immer wieder begegne.
  • Wenn Gott also Dinge fordert, die uns nicht in den Kram passen, dann können wir nicht einfach anfangen, unsere eigenen Herren zu sein und uns selbst (oder unseren „Götzen“, unseren Gelüsten, zu dienen). Der Herr ist unser Herr, da kann es keine Ausnahmen geben.

Abschließend verteidigt Paulus nochmal die christliche Freiheit und lehrt dabei gleichzeitig auch nochmal, dass wir Rücksicht aufeinander nehmen sollen „23 Alles ist erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist erlaubt, aber nicht alles baut auf.“ Dabei ist auch hier wieder die Aussage „alles ist erlaubt“ wahrscheinlich eher ein Zitat dessen, was die Korinther behauptet haben, als seine eigentliche Aussage (siehe Kap. 6).

Das letztendlich über allem stehende Gebot ist: „10:31 Ob ihr nun eßt oder trinkt oder was ihr auch tut, das tut alles zu Gottes Ehre.“

  • Das ist ein sehr hilfreiches Prinzip!!!